Starship vor bisher wichtigstem Test: SpaceX will erstmals Orbit erreichen

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SpaceX steht mit seinem Starship-Raketensystem vor einem neuen Entwicklungsschritt. Beim 14. integrierten Testflug soll die Starship-Oberstufe am Montag, 28. September 2026, erstmals in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Der Start ist vom SpaceX-Gelände Starbase im Süden des US-Bundesstaates Texas vorgesehen. Zum Stand von 08:16 Uhr MESZ war die Mission noch nicht gestartet.

Das 75-minütige Startfenster öffnet sich nach Angaben von SpaceX um 12:15 Uhr UTC. Das entspricht 07:15 Uhr Central Daylight Time in Texas und 14:15 Uhr MESZ in Deutschland. Das reguläre SpaceX-Startfenster reicht bis 13:30 Uhr UTC beziehungsweise 15:30 Uhr MESZ. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte SpaceX am 26. September die Genehmigung für Start und Wiedereintritt von Flight 14 erteilt.

Starship soll nach rund 25 Minuten in den Orbit einschwenken

Die ersten Minuten des Flugs ähneln grundsätzlich den bisherigen Starship-Tests. Der Super-Heavy-Booster soll die Oberstufe zunächst beschleunigen. Nach der sogenannten Hot-Staging-Trennung setzt Starship den Aufstieg mit seinen eigenen Raptor-Triebwerken fort.

Der wesentliche Unterschied folgt während der anschließenden Freiflugphase. Nach derzeitigem Missionsplan soll Starship etwa 25 Minuten nach dem Start eines seiner Triebwerke erneut zünden. Dieses Manöver soll die Flugbahn anheben und so verändern, dass das Raumschiff tatsächlich in eine stabile Erdumlaufbahn gelangt. Bei allen 13 bisherigen integrierten Testflügen war Starship dagegen auf suborbitalen Flugbahnen unterwegs.

SpaceX plant für Flight 14 nach Angaben von Spaceflight Now ungefähr sechs Erdumrundungen. Erst fast neun Stunden nach dem Start soll ein weiterer Triebwerksimpuls Starship gezielt wieder aus der Umlaufbahn bringen. Die Mission soll schließlich mit einem kontrollierten Eintritt in die Atmosphäre und einem vorgesehenen Wassern der Oberstufe im Pazifik westlich von Südamerika enden. Die gesamte Flugzeit ist mit knapp zehn Stunden angesetzt.

Weder der Super-Heavy-Booster noch Starship sollen bei diesem Flug geborgen werden. SpaceX verzichtet damit bei Flight 14 auf einen Fangversuch am Startturm. Beide Stufen sind für die Mission als Verbrauchshardware eingeplant.

26 Starlink-V3-Satelliten sollen ausgesetzt werden

Flight 14 ist zugleich als operative Nutzlastdemonstration angelegt. Starship soll 26 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation transportieren. Sofern das geplante Orbitalmanöver gelingt, soll die Aussetzung ungefähr 34 Minuten nach dem Start beginnen. Der gesamte Vorgang ist für etwa 30 Minuten vorgesehen.

Damit würde Starship erstmals Nutzlasten in einer Erdumlaufbahn aussetzen. Beim 13. Testflug im Juli hatte SpaceX bereits 20 Starlink-V3-Satelliten freigesetzt. Diese befanden sich jedoch zusammen mit Starship auf einer suborbitalen Bahn und traten kurze Zeit später wieder in die Atmosphäre ein. SpaceX konnte nach eigenen Angaben zuvor Datenverbindungen zu allen 20 Satelliten herstellen.

Drei der jetzt vorgesehenen Satelliten sollen zusätzlich Kameratechnik tragen. Damit will SpaceX während des Flugs Bilder des Hitzeschilds von Starship gewinnen. Der thermische Schutz der Oberstufe gehört zu den entscheidenden Systemen für eine spätere Wiederverwendung des Raumschiffs.

Flight 13 bereitete den nächsten Schritt vor

Der unmittelbar vorherige Testflug am 24. Juli 2026 hatte bereits mehrere Voraussetzungen für den nun geplanten Orbitalflug erprobt. Starship absolvierte damals seinen vollständigen Aufstieg mit allen sechs Raptor-Triebwerken, setzte die 20 Starlink-V3-Satelliten aus und zündete während des Flugs ein Raptor-Triebwerk erneut. Anschließend trat die Oberstufe kontrolliert in die Atmosphäre ein und erreichte ihr vorgesehenes Gebiet im Indischen Ozean. Nach SpaceX-Angaben blieb Starship nach der Wasserung erstmals weitgehend intakt.

Probleme gab es dagegen bei der Erststufe. Der Super-Heavy-Booster absolvierte zunächst seinen Rückkehrschub, konnte für das abschließende Landemanöver aber nur einen Teil der vorgesehenen Triebwerke erneut starten und schlug hart im Golf von Mexiko auf.

Bereits beim zwölften Flug im Mai hatte die neue V3-Ausführung von Starship debütiert. Damals erreichte die Oberstufe trotz des Ausfalls eines Vakuumtriebwerks ihre geplante suborbitale Flugbahn. Der Booster hatte dagegen erneut Schwierigkeiten beim Rückflug. Die FAA schloss die Untersuchung dieses Ereignisses im Juli ab.

Starship-Tests laufen seit 2023

Die Serie integrierter Starship-Flüge begann im April 2023. Beim ersten Test ging das Raketensystem wenige Minuten nach dem Start verloren. In den folgenden Missionen verlängerte SpaceX schrittweise die Flugzeiten und testete unter anderem die Stufentrennung, den Wiedereintritt in die Atmosphäre, Wasserungen und die Rückkehr der Super-Heavy-Erststufe.

Ein besonders sichtbarer Entwicklungsschritt gelang im Oktober 2024 beim fünften Flug. Damals fing der Startturm in Texas einen zurückkehrenden Super-Heavy-Booster erstmals mit seinen mechanischen Armen auf. Die Starship-Oberstufe flog anschließend weiter in Richtung Indischer Ozean und absolvierte einen kontrollierten Wiedereintritt.

Die Entwicklung verlief allerdings nicht ohne Rückschläge. Bei den Testflügen sieben und acht Anfang 2025 gingen Starship-Oberstufen kurz nach dem Start verloren. Spätere Flüge dienten deshalb unter anderem dazu, Triebwerksbetrieb, Hitzeschutz und Flugsteuerung weiterzuentwickeln.

Orbitalflug ist auch für NASA und Starlink relevant

Der Schritt in eine tatsächliche Erdumlaufbahn ist für SpaceX vor allem deshalb wichtig, weil das Unternehmen Starship langfristig für reguläre Nutzlastflüge einsetzen will. In Unternehmensunterlagen erklärte SpaceX, mit der V3-Ausführung in wiederverwendbarer Konfiguration bis zu 100 Tonnen in den Erdorbit transportieren zu wollen. Das Unternehmen hatte für die zweite Jahreshälfte 2026 mit ersten Nutzlasttransporten in den Orbit gerechnet.

Starship spielt zudem eine Rolle im Mondprogramm der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde lässt auf Basis des Systems eine spezielle Mondlanderversion entwickeln. Sie soll bei Artemis-Missionen Astronauten aus dem Mondorbit auf die Oberfläche und wieder zurück transportieren. Vor einem bemannten Einsatz verlangt die NASA eine unbemannte Demonstrationsmission.

Flight 14 ist selbst keine NASA-Mission und kein Mondflug. Ein erfolgreicher Eintritt in eine Erdumlaufbahn würde aber eine Fähigkeit demonstrieren, die für künftige Starlink-Einsätze, Treibstofftransfers im All und weiterführende Starship-Missionen benötigt wird.

Ob der Start am Montag innerhalb des ersten vorgesehenen Fensters erfolgt, hängt neben dem technischen Zustand der Rakete auch von den Bedingungen unmittelbar vor dem Countdown ab. Ein von der FAA veröffentlichter Luftfahrtplan nennt den 29. September ab 12:15 Uhr UTC als Ausweichtermin.

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