
In der Bochumer Innenstadt ist am Freitagnachmittag eine Straßenbahn entgleist. Der Unfall ereignete sich im Bereich der Alleestraße nahe der Jahrhunderthalle und löste einen größeren Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei aus. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Zugleich kam es zu erheblichen Behinderungen im Straßenverkehr und im Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen, kurz BOGESTRA.
Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich 38 Fahrgäste in der Straßenbahn. Leichte Verletzungen erlitten der Fahrer und zwei Fahrgäste. Sie wurden wegen eines Schocks medizinisch versorgt. Hinweise auf Schwerverletzte gab es bis zum frühen Abend nicht.
Nach Angaben der Polizei sprang die Straßenbahn auf ihrer gesamten Länge aus den Schienen. Wie es dazu kommen konnte, war zunächst ungeklärt. Ein anderes Fahrzeug war nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht an dem Unfall beteiligt.
Der Unfall ereignete sich im westlichen Bereich der Bochumer Innenstadt rund um die Alleestraße und die Jahrhunderthalle. Dort verlaufen Straßenbahnstrecken teilweise unmittelbar im Straßenraum. Die entgleiste Bahn blockierte den Bereich und musste aufwendig geborgen beziehungsweise wieder auf die Schienen gesetzt werden.
Polizei und Feuerwehr gingen am Nachmittag davon aus, dass diese Arbeiten mehrere Stunden dauern könnten. Eine genaue Ursache für die Entgleisung war bis zum Abend nicht bekannt. Die Ermittlungen dazu liefen weiter.
Von den insgesamt 38 Menschen in der Bahn wurden nach dem bestätigten Stand drei leicht verletzt. Neben dem Fahrer waren zwei Fahrgäste betroffen. Sie wurden unmittelbar an der Unfallstelle medizinisch behandelt. Eine höhere Zahl von Verletzten oder schwerere Verletzungen waren bis zum frühen Abend nicht bestätigt.
Feuerwehr und Rettungsdienst sicherten zunächst die Straßenbahn und versorgten die Insassen. Die Bergung eines vollständig aus den Schienen geratenen Schienenfahrzeugs ist technisch aufwendig, weil das Fahrzeug kontrolliert angehoben und wieder exakt auf das Gleis gesetzt werden muss.
Der Unfall hatte deutliche Folgen für den öffentlichen Nahverkehr. Die BOGESTRA meldete am Freitag unter anderem Linientrennungen auf den Straßenbahnlinien 305 und 310 zwischen Höntrop Kirche und Engelsburger Straße. Für diese Störung wurde ein Zeitraum von 15.54 Uhr bis 18.50 Uhr angegeben.
Darüber hinaus fiel der Zugverkehr zwischen Bochumer Verein/Jahrhunderthalle und Höntrop Kirche zeitweise aus. Für diese Einschränkung nannte das Verkehrsunternehmen den Zeitraum von 15.35 Uhr bis 19.40 Uhr. Im Bereich Wattenscheider Straße wurden außerdem weitere Linientrennungen gemeldet.
Auch Buslinien waren betroffen. Die Linie 352 wurde zwischen Westpark und Sinterstraße umgeleitet. Für die Linie 345 meldete die BOGESTRA ebenfalls eine Umleitung im Bereich zwischen Annastraße und Schützenstraße.
Eine pauschale Aussage, dass sämtliche Einschränkungen zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet sein würden, war zunächst nicht möglich. Die einzelnen Verkehrsmaßnahmen wurden von der BOGESTRA abhängig vom Fortschritt der Bergungsarbeiten angepasst.
Neben den Einschränkungen im Nahverkehr kam es rund um die Unfallstelle zu erheblichen Behinderungen für Autofahrer. Die Situation wurde dadurch verschärft, dass die Autobahn A40 im Raum Bochum wegen Bauarbeiten gleichzeitig gesperrt war. Dadurch verlagerte sich zusätzlicher Verkehr auf das innerstädtische Straßennetz.
Vor allem im Umfeld der Alleestraße und der Jahrhunderthalle mussten Verkehrsteilnehmer mit Stau und Umleitungen rechnen. Der Bereich gehört zu den wichtigen Verbindungen zwischen der Innenstadt und den westlichen Bochumer Stadtteilen.
Wie lange sämtliche Sperrungen rund um die Unfallstelle bestehen bleiben würden, hing am Freitagabend vor allem davon ab, wie schnell das entgleiste Fahrzeug wieder auf die Gleise gesetzt und die Strecke anschließend technisch überprüft werden konnte.
Warum die Straßenbahn aus den Schienen sprang, blieb zunächst offen. Polizei und Feuerwehr machten zunächst keine Angaben zu einem möglichen technischen Defekt oder zu Problemen an der Strecke. Fest stand lediglich, dass nach dem bisherigen Stand kein weiteres Fahrzeug unmittelbar an dem Unfall beteiligt war.
Auch zur Geschwindigkeit der Bahn unmittelbar vor der Entgleisung oder zu möglichen Schäden an Gleisen und Fahrzeug lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Erst nach Abschluss der Bergungsarbeiten und der technischen Untersuchungen dürfte sich genauer klären lassen, was zu dem Unfall führte.
Für die Fahrgäste verlief der Vorfall trotz der vollständigen Entgleisung vergleichsweise glimpflich. Nach dem bis Freitagabend bestätigten Stand blieb es bei drei Leichtverletzten.
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