
In der deutschen DAX-Familie werden mehrere Plätze neu vergeben. Der Indexanbieter STOXX nimmt Ströer wieder in den MDAX auf. Der Modekonzern Hugo Boss wechselt dafür in den SDAX. Im Technologieindex TecDAX steigt der Raumfahrtkonzern OHB auf und ersetzt den IT-Dienstleister Cancom. Die Indexänderungen in der DAX-Familie treten am 21. September 2026 in Kraft. Im deutschen Leitindex DAX gibt es bei der turnusmäßigen Überprüfung im September keine Veränderung.
Für den Außenwerbekonzern Ströer ist der Wechsel eine schnelle Rückkehr. Erst bei der vorangegangenen Indexüberprüfung im Juni hatte STOXX das Unternehmen aus dem MDAX herausgenommen und mit Wirkung zum 22. Juni 2026 in den SDAX versetzt. Damals rückte Siltronic in den MDAX auf. Nun dreht sich die Entwicklung erneut: Ströer im MDAX ist ab dem 21. September wieder Realität.
Den Platz gibt Hugo Boss ab. Die Aktie des Metzinger Modekonzerns wird aus dem MDAX herausgenommen und in den SDAX aufgenommen. Damit gilt ab dem Stichtag Hugo Boss im SDAX, während Ströer eine Ebene höher geführt wird. Die Zahl der Mitglieder ändert sich dadurch nicht. Der MDAX umfasst 50 Unternehmen, der SDAX 70.
Die Auswahl der Unternehmen richtet sich nicht allein nach ihrer gesamten Börsenbewertung. Maßgeblich ist insbesondere die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien, die sogenannte Free Float Market Capitalization. Hinzu kommen grundlegende Zulassungsvoraussetzungen. Dazu gehören unter anderem eine Notierung im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse, der fortlaufende Xetra-Handel, ein Mindeststreubesitz und bestimmte Anforderungen an die Finanzberichterstattung.
Auch im TecDAX kommt es zu einem Austausch. OHB im TecDAX gehört ab dem 21. September zur neuen Zusammensetzung des Technologieindex. Der Bremer Raumfahrtkonzern ersetzt Cancom. Damit gilt zugleich: Cancom verlässt den TecDAX.
Für OHB folgt damit innerhalb weniger Wochen ein weiterer Indexschritt. Das Unternehmen war erst am 13. August 2026 außerplanmäßig in den SDAX aufgenommen worden. Es ersetzte dort Klöckner & Co. OHB hatte damals selbst darauf hingewiesen, dass eine mögliche Aufnahme in den TecDAX bei der regulären Septemberüberprüfung bevorstand. Diese ist nun offiziell beschlossen.
Die Aufnahme in den TecDAX bedeutet nicht, dass OHB deshalb den SDAX verlassen muss. Anders als DAX, MDAX und SDAX bildet der TecDAX eine Auswahl nach Technologiezugehörigkeit ab. Er umfasst 30 große Unternehmen, die dem Technologiesektor zugerechnet werden und die erforderlichen Qualitätskriterien erfüllen. Auch dort ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes ein wesentliches Auswahlkriterium. Unternehmen können deshalb gleichzeitig Mitglied des TecDAX und eines der anderen Indizes der DAX-Familie sein.
STOXX überprüft die Zusammensetzung von DAX, MDAX, SDAX und TecDAX turnusmäßig alle drei Monate. Bei der Septemberrunde 2026 kommen sowohl die Regeln für reguläre Aufnahmen und Herausnahmen als auch die sogenannten Fast-Entry- und Fast-Exit-Regeln zur Anwendung. Grundlage sind festgelegte Auswahlkriterien und Ranglisten.
MDAX und SDAX bilden dabei unterschiedliche Größenklassen unterhalb des DAX ab. Im MDAX befinden sich grundsätzlich 50 mittelgroße Unternehmen, die in der Größenrangfolge auf die DAX-Unternehmen folgen oder bestimmte Voraussetzungen für den Leitindex nicht erfüllen. Der SDAX bildet die nachfolgenden 70 kleineren Börsenunternehmen ab. Entscheidend für die Auswahl ist jeweils die Marktkapitalisierung des frei handelbaren Aktienanteils.
Eine Aufnahme oder Herausnahme ist dabei keine Bewertung der wirtschaftlichen Qualität eines Unternehmens. STOXX weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zugehörigkeit zu einem Index weder eine Empfehlung noch ein Urteil über einen Emittenten oder dessen Wertpapiere darstellt.
Der Indexwechsel am 21. September 2026 ist vor allem für Fondsanbieter und institutionelle Anleger relevant. Indizes der DAX-Familie dienen als Vergleichsmaßstab und als Grundlage für börsengehandelte Indexfonds, Futures, Optionen und andere Finanzprodukte. STOXX zufolge werden STOXX- und DAX-Indizes weltweit von mehr als 550 Unternehmen für solche Zwecke lizenziert.
Fonds, die einen Index möglichst genau nachbilden, müssen Veränderungen der Zusammensetzung entsprechend berücksichtigen. Deshalb können Indexaufnahmen und Herausnahmen rund um den Anpassungstermin zusätzliche Käufe und Verkäufe auslösen. Eine Indexaufnahme allein erlaubt jedoch keine belastbare Aussage darüber, wie sich der Kurs einer Aktie anschließend entwickeln wird.
Die Änderungen sind offiziell für den 21. September festgelegt. Danach lautet die entscheidende Neuordnung: Ströer ersetzt Hugo Boss im MDAX, Hugo Boss übernimmt den bisherigen Ströer-Platz im SDAX und OHB ersetzt Cancom im TecDAX. Der DAX bleibt bei dieser Überprüfung unverändert. Die nächste planmäßige Überprüfung der DAX-Familie hat STOXX für den 3. Dezember 2026 angekündigt.
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