Symrise trennt sich von US-Terpengeschäft mit zwei Werken

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Duft- und Aromenhersteller Symrise hat sein Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares verkauft. Betroffen ist die US-Gesellschaft AmeriTerpenes LLC mit Produktionsstandorten in Florida und Georgia sowie rund 170 Beschäftigten. Beide Unternehmen gaben die Transaktion am Dienstag, 1. September 2026, bekannt. Symrise verkauft Terpen-Geschäft an Mutares damit nach einem bereits Ende 2025 eingeleiteten strategischen Prüfprozess. Finanzielle Einzelheiten des Verkaufs bleiben vertraulich.

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Zwei Produktionsstandorte in den USA wechseln den Eigentümer

AmeriTerpenes produziert natürliche Inhaltsstoffe auf Terpenbasis aus erneuerbaren, auf Kiefernholz basierenden Rohstoffen. Zum Sortiment zählen unter anderem Dihydromyrcenol, Linalool und Anethol. Solche Stoffe werden beispielsweise für Parfüms, Haushaltsprodukte sowie Aromen für Lebensmittel und Getränke eingesetzt.

Das Unternehmen verfügt über zwei integrierte Produktionsstandorte in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida und auf Colonels Island in Georgia. Von dort werden Kunden insbesondere in Nordamerika, aber auch in weiteren internationalen Märkten beliefert.

Nach Angaben von Mutares beschäftigt das Geschäft rund 170 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 200 Millionen US-Dollar. Mutares bezeichnet AmeriTerpenes bei mehreren Produkten als einen führenden Anbieter und bei Dihydromyrcenol als größten Hersteller in Nordamerika.

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Die beiden Werke und ihre Beschäftigten werden damit Teil einer Beteiligungsgruppe, die in den vergangenen Monaten ihr Chemiegeschäft stark ausgeweitet hat.

Symrise hatte Verkauf bereits Ende 2025 vorbereitet

Der Schritt kommt für Symrise nicht überraschend. Der Vorstand hatte die chemischen Produktionsaktivitäten des Konzerns bereits 2025 strategisch überprüft. Im Dezember 2025 stimmte der Aufsichtsrat einer Neuausrichtung des Terpengeschäfts zu. Anschließend begann ein strukturierter Verkaufsprozess.

Das Geschäft gehörte zum Segment Scent & Care. Bereits im Jahresabschluss 2025 behandelte Symrise die zugehörigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten. Aufgrund der damaligen Bewertung nahm der Konzern eine Wertminderung von 147,6 Millionen Euro vor.

Mit dem nun erfolgten Verkauf entsteht eine weitere Belastung. Symrise rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einem nicht zahlungswirksamen Veräußerungsverlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Einen Verkaufspreis nannten weder Symrise noch Mutares.

Für die operative Zusammenarbeit bedeutet der Eigentümerwechsel allerdings keinen vollständigen Schnitt. Symrise und AmeriTerpenes haben Liefervereinbarungen geschlossen, durch die Symrise langfristig Zugang zu erneuerbaren Rohstoffen auf Terpenbasis erhalten soll. Die Geschäftsbeziehung zwischen beiden Unternehmen soll nach dem Eigentümerwechsel fortgesetzt werden.

Symrise konzentriert Kapital auf ausgewählte Wachstumsfelder

Der Verkauf passt zur laufenden Neuausrichtung des Konzerns. Unter der Strategie ONE Symrise und dem Transformationsprogramm ONE SYM will das Unternehmen sein Portfolio stärker priorisieren, Kosten und Strukturen optimieren und Kapital gezielter in Bereiche mit höheren Wachstums- und Renditeaussichten lenken.

Dabei zieht sich Symrise nicht grundsätzlich aus natürlichen Inhaltsstoffen zurück. Erst im Juli hatte das Unternehmen eine geplante Übernahme von Floral Concept angekündigt, mit der die Position bei hochwertigen natürlichen Duftstoff-Inhaltsstoffen ausgebaut werden soll.

Die unterschiedliche Behandlung der Geschäfte zeigt die Richtung der Portfolioarbeit. Während Symrise das stärker chemisch geprägte Terpengeschäft abgibt, investiert der Konzern in Bereiche, die enger an seinen strategischen Plattformen für Duftstoffe, Geschmack, Ernährung, Pflege und hochwertige natürliche Inhaltsstoffe liegen.

Symrise erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von 4,929 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz organisch um 2,0 Prozent. Im zweiten Quartal allein lag das organische Wachstum bei 4,5 Prozent. Das bereinigte EBITDA erreichte im ersten Halbjahr 553 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 21,8 Prozent.

Mutares baut neues Chemiesegment weiter aus

Für Mutares hat AmeriTerpenes eine andere strategische Funktion. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft hat erst 2026 ein eigenes Segment Chemicals & Materials geschaffen und baut dieses derzeit durch mehrere Übernahmen aus.

Den Kern bildet das frühere Engineering-Thermoplastics-Geschäft des Chemiekonzerns SABIC in Amerika und Europa. Mutares schloss diese bislang größte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte Anfang August 2026 ab. Das inzwischen unter dem Namen NexPoint Materials geführte Geschäft beschäftigt rund 2.800 Menschen an acht Produktionsstandorten und kommt auf einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Hinzu kommen weitere Beteiligungen aus der Chemie- und Werkstoffindustrie. Im Juni vereinbarte Mutares zudem den Erwerb des tschechischen Acrylatgeschäfts Synthomer a.s., das 2025 einen Carve-out-Umsatz von rund 110 Millionen Euro erzielte und etwa 300 Beschäftigte hat.

AmeriTerpenes soll innerhalb von Chemicals & Materials eine weitere eigenständige Plattform bilden. Mutares setzt damit zugleich seine Expansion in den Vereinigten Staaten fort. Das Geschäftsmodell der börsennotierten Beteiligungsgesellschaft besteht insbesondere darin, Unternehmen oder ausgegliederte Geschäftsbereiche in Veränderungssituationen zu erwerben, operativ weiterzuentwickeln und später gegebenenfalls wieder zu veräußern.

Der Verkauf verbindet damit zwei gegenläufige Portfoliostrategien. Symrise reduziert die Zahl eigener chemischer Produktionsaktivitäten und konzentriert sich stärker auf ausgewählte Wachstumsgeschäfte. Mutares nimmt genau solche ausgegliederten Industrieaktivitäten auf und erweitert damit ein Chemie- und Werkstoffsegment, das innerhalb weniger Monate deutlich an Größe gewonnen hat.

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