Werder legt vor Transferschluss nach: Drei Deals im Fokus

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Werder Bremen nutzt die letzten Stunden des Sommertransferfensters für einen weitreichenden Umbau des Kaders. Einen Transfer haben die Bremer bereits abgeschlossen: Der 23 Jahre alte Youri Regeer kommt auf Leihbasis von Ajax Amsterdam. Gleichzeitig arbeitet der Bundesligist an zwei weiteren Verstärkungen für die Außenverteidigung. Arthur von Bayer Leverkusen und Moussa Ndiaye vom RSC Anderlecht sollen ebenfalls nach Bremen wechseln. Beide Geschäfte waren am Dienstagmorgen allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Damit konzentriert sich die Transferoffensive von Werder Bremen vor allem auf zwei Problemzonen: die personell angespannte Defensive und das Mittelfeld nach dem langfristigen Ausfall von Jens Stage.

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Youri Regeer kommt auf Leihbasis von Ajax

Bei dem bereits feststehenden Neuzugang handelt es sich um Youri Regeer. Erste konkrete Meldungen über den bevorstehenden Wechsel hatte am Sonntag das niederländische Algemeen Dagblad veröffentlicht, anschließend bestätigte auch Bild die fortgeschrittenen Verhandlungen. Am Montagabend machte Werder den Transfer offiziell. Auch Ajax bestätigte die Vereinbarung.

Regeer wird für die Saison 2026/27 von Ajax ausgeliehen. Nach Angaben des niederländischen Clubs besitzt Werder anschließend eine Kaufoption. Ajax nennt deren Höhe nicht. Bild und DeichStube verorten die Option bei rund fünf Millionen Euro. Diese Summe ist von den beteiligten Vereinen nicht offiziell bestätigt. Regeers Vertrag bei Ajax läuft noch bis zum 30. Juni 2029.

Der Niederländer wurde am 18. August 2003 geboren und ist damit 23 Jahre alt. Seine Hauptposition liegt im zentralen und defensiven Mittelfeld, er kann jedoch auch auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden. Regeer wurde unter anderem bei ADO Den Haag und Ajax ausgebildet. 2023 wechselte er zum FC Twente, Anfang 2025 kehrte er nach Amsterdam zurück. Für die Ajax-Profis absolvierte er bislang insgesamt 57 Pflichtspiele. In der vergangenen Saison kam er auf mehr als 30 Einsätze für Ajax in Liga und Europapokal.

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Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder, hob bei der Vorstellung besonders die Vielseitigkeit des Neuzugangs hervor. Regeer sei ein sehr variabler Spieler mit Stärken in der Defensive. Trainer Daniel Thioune erklärte, Regeer agiere vor allem im zentralen Mittelfeld und verfüge über eine gute Spielübersicht.

Die Verpflichtung steht unmittelbar mit der aktuellen Personalsituation in Verbindung. Jens Stage hat sich im Abschlusstraining vor dem Bundesliga-Auftakt eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Werder rechnet nicht damit, dass der 29-Jährige 2026 noch einmal zum Einsatz kommt. Thioune bezeichnete Stage als absoluten Leistungsträger der Mannschaft. Regeer gibt dem Trainer damit kurzfristig eine zusätzliche erfahrene Option für das Zentrum.

Arthur soll von Bayer Leverkusen ausgeliehen werden

Auch auf der rechten Abwehrseite zeichnet sich eine Verstärkung ab. Sky berichtete am Montag exklusiv, dass Werder unmittelbar vor einer Leihe des Brasilianers Arthur von Bayer Leverkusen stehe. Demnach sind die wesentlichen Details zwischen den Clubs geklärt. Für Dienstag sei der Medizincheck vorgesehen. Eine offizielle Bestätigung von Werder lag am frühen Dienstagmorgen noch nicht vor.

Nach den bisherigen Angaben soll Arthur für eine Saison ausgeliehen werden. Eine Kaufoption ist nicht vorgesehen. Angaben über eine mögliche Leihgebühr wurden nicht veröffentlicht. Das passt dazu, dass Bayer langfristig mit dem Außenverteidiger plant: Leverkusen verlängerte Arthurs Vertrag erst im Mai bis 2031.

Arthur Augusto de Matos Soares wurde am 17. März 2003 in Belo Horizonte geboren und ist 23 Jahre alt. Der brasilianische Nationalspieler kam 2023 von América Mineiro nach Leverkusen. Er wird vor allem als rechter Außenverteidiger eingesetzt, kann aufgrund seiner Ausbildung und Spielweise aber mehrere Rollen auf der Außenbahn übernehmen.

In der Saison 2025/26 absolvierte Arthur nach Angaben von Bayer Leverkusen 31 Pflichtspiele. 20 davon entfielen auf die Bundesliga, acht auf die Champions League und drei auf den DFB-Pokal. Er stand 18-mal in der Startelf, erzielte zwei Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. Insgesamt kam er auf 1.712 Einsatzminuten.

Für Werder würde Arthur vor allem die rechte Defensivseite verstärken. Dort war die Personaldecke zum Saisonstart dünn. Beim 1:4 in Freiburg begann der junge Mick Schmetgens erstmals in der Bundesliga von Beginn an. Felix Agu befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Rehabilitation. Auch die längerfristige Kaderplanung auf den Außenbahnen war deshalb vor dem Transferschluss noch nicht abgeschlossen.

Moussa Ndiaye bleibt trotz Arthur ein Werder-Kandidat

Die mögliche Verpflichtung Arthurs bedeutet offenbar nicht das Ende der Bemühungen um Moussa Ndiaye. Die DeichStube hatte am 28. August zuerst über das konkrete Werder-Interesse an dem Verteidiger des RSC Anderlecht berichtet. Sky meldete anschließend eine mündliche Einigung zwischen dem Spieler und Werder sowie laufende Verhandlungen zwischen den Clubs.

Nach Informationen der DeichStube wurde auch am Montagabend weiter an dem Geschäft gearbeitet. Geplant sei eine einjährige Leihe mit Kaufoption. Eine Ablösesumme oder die Höhe dieser Option war nicht verlässlich bekannt. Frühere Forderungen Anderlechts im Zusammenhang mit einem möglichen Wechsel zu Schalke lagen Medienberichten zufolge bei mehreren Millionen Euro. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, zu welchen Konditionen Werder mit Anderlecht verhandelt.

Eine offizielle Transferbestätigung von Werder Bremen lag am Dienstagmorgen zunächst nicht vor. Am Sonntag hatte Thioune erklärt, der Vorgang sei noch nicht so weit fortgeschritten wie die Gespräche über Regeer. Nach den jüngsten Berichten sollte auch Ndiaye am Dienstag einen Medizincheck absolvieren.

Ndiaye wurde am 18. Juni 2002 in Dakar geboren und ist 24 Jahre alt. Der Senegalese ist Linksfuß und wird überwiegend als linker Verteidiger eingesetzt. Vor Anderlecht spielte er unter anderem in der Nachwuchsstruktur des FC Barcelona. In der Rückrunde der vergangenen Saison war er an Schalke 04 ausgeliehen und gewann mit den Gelsenkirchenern die Meisterschaft der 2. Bundesliga.

Das DFB-Datencenter weist für Ndiaye in der Zweitliga-Rückrunde 14 Einsätze für Schalke aus. Zuvor hatte er für Anderlecht in der Saison 2025/26 bereits 17 Ligaspiele sowie Partien in der europäischen Qualifikation bestritten. Damit käme ein Spieler nach Bremen, der sowohl den belgischen als auch den deutschen Profifußball aus jüngster Erfahrung kennt.

Werder will beide Außenverteidigerpositionen absichern

Arthur und Ndiaye würden unterschiedliche Seiten der Bremer Abwehr verstärken. Nach Informationen der DeichStube soll Arthur vor allem für die rechte Seite kommen, während Ndiaye als Konkurrenz und Alternative auf der linken Außenbahn vorgesehen ist. Ein Entweder-oder zwischen beiden Transfers besteht demnach nicht.

Der Bedarf ist auch durch den bisherigen Kaderumbau entstanden. Werder hat im Sommer zahlreiche Positionen verändert. Zu den bestätigten Zugängen zählen unter anderem Niclas Füllkrug, Eren Dinkçi, Ludovit Reis, Cedric Itten, Alexander Schlager und Dariusz Stalmach. Gleichzeitig verließen oder verlassen zahlreiche Spieler den Kader, darunter Mio Backhaus, Romano Schmid sowie mehrere Profis, die in der vergangenen Saison nur ausgeliehen waren.

Auch unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode sind weitere Abgänge möglich. Werder bestätigte am Montag, dass Samuel Mbangula und Julian Malatini nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, weil sie Gespräche mit anderen Vereinen führen. Ein Abschluss dieser Transfers war damit zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt.

Der 1:4-Auftakt beim SC Freiburg hat zudem gezeigt, dass der neu zusammengestellte Kader noch nicht eingespielt ist. Werder setzte dort bereits sechs Sommerneuzugänge ein. Thioune sagte anschließend über die Mannschaft, es sei erkennbar, dass man im Prozess sei. Mit Regeer ist ein weiterer Baustein bereits hinzugekommen. Arthur und Ndiaye könnten bis zum Ende der Transferfrist zwei weitere folgen.

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