
Der Tankrabatt ab Oktober ist endgültig auf den Weg gebracht. Ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel in Deutschland für drei Monate gesenkt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das entsprechende Gesetz bereits unterzeichnet. Die Steuerentlastung beträgt rechnerisch knapp 17 Cent je Liter. Ob die Kraftstoffpreise an den Tankstellen tatsächlich in diesem Umfang fallen, ist allerdings nicht vorgeschrieben.
Vom 1. Oktober bis einschließlich 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter. Weil auf den geringeren Steuerbetrag auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums insgesamt eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Auch entsprechend versteuerte Kraftstoffe wie HVO werden von der Regelung erfasst.
Für einen Tankvorgang mit 50 Litern entspräche die maximale rechnerische Entlastung damit etwa 8,50 Euro. Voraussetzung wäre allerdings, dass der Steuervorteil vollständig in den Verkaufspreisen ankommt.
Genau das ist nicht garantiert. Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass die Energiesteuer lediglich ein Bestandteil des Kraftstoffpreises ist. Es liegt bei den Kraftstoffanbietern, die niedrigere Steuerbelastung an ihre Kunden weiterzugeben. Eine gesetzliche Verpflichtung zur vollständigen Preissenkung besteht nicht.
Der Bundestag beschloss die Steuersenkung am Freitag, 25. September. In der namentlichen Abstimmung votierten 434 Abgeordnete dafür und 128 dagegen, Enthaltungen gab es nicht. CDU/CSU und SPD stimmten nahezu geschlossen für die Regelung. Auch 120 AfD-Abgeordnete votierten dafür. Die große Mehrheit der Abgeordneten von Grünen und Linken lehnte sie ab.
Anschließend passierte die Regelung auch den Bundesrat. Steinmeier unterzeichnete das Gesetz nach Angaben des Bundespräsidialamts noch am Freitag. Damit ist die entscheidende Voraussetzung für den geplanten Start am 1. Oktober erfüllt.
Die Senkung wurde kurzfristig in ein bereits laufendes Gesetzgebungsverfahren aufgenommen. Nach Angaben des Bundestags werden die Mindereinnahmen bei der Energiesteuer mit rund 2,485 Milliarden Euro veranschlagt. Hinzu kommen rechnerisch 293 Millionen Euro weniger Umsatzsteuer, wobei der Gesetzgeber durch zusätzliche Konsumausgaben an anderer Stelle wieder höhere Umsatzsteuereinnahmen erwartet.
Hintergrund der Maßnahme sind die seit Monaten hohen Kraftstoffpreise. Das Bundesfinanzministerium verweist insbesondere auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges und die dadurch gestiegenen Kraftstoffkosten. Die Regierung will vor allem Haushalte und Unternehmen entlasten, die stark auf Fahrzeuge angewiesen sind.
Wie hoch das Preisniveau zuletzt lag, zeigen Daten des ADAC. Am 22. September kostete Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,267 Euro je Liter. Diesel lag sogar bei 2,428 Euro. Gegenüber der Vorwoche war Benzin um 3,3 Cent günstiger geworden, während Diesel um 0,6 Cent zulegte.
Der neue Tankrabatt ist bereits die zweite befristete Energiesteuersenkung in diesem Jahr. Vom 1. Mai bis zum 30. Juni galt ebenfalls eine Reduzierung um 14,04 Cent je Liter. Nach ihrem Ende stiegen die bundesweiten Durchschnittspreise Anfang Juli deutlich. Der ADAC registrierte innerhalb einer Woche einen Anstieg um 10,1 Cent bei Super E10 und 9,4 Cent bei Diesel.
Eine stärkere Senkung der Dieselsteuer ist nicht ohne Weiteres möglich. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums wird die Energiesteuer bei Diesel mit der jetzigen Reduzierung bereits so weit abgesenkt, wie es die europäischen Mindeststeuersätze erlauben. Die Bundesregierung hat sich entschieden, Benzin um denselben Betrag zu entlasten.
Damit unterscheidet sich das Modell auch vom bundesweiten Tankrabatt des Jahres 2022. Damals wurde die Energiesteuer auf Benzin stärker reduziert als auf Diesel. Die aktuelle Regelung behandelt beide Kraftstoffarten bei der nominalen Steuersenkung gleich.
Politisch bleibt die Entlastung umstritten. Vertreter der Koalition begründen die befristete Maßnahme mit der unmittelbaren Belastung durch hohe Kraftstoffpreise. Grüne und Linke kritisierten dagegen unter anderem die fehlende Zielgenauigkeit einer allgemeinen Steuersenkung. Auch die Frage, wie viel davon tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt, spielt in der Debatte eine Rolle.
Parallel diskutiert die Koalition über weitere Eingriffe in den Kraftstoffmarkt. Für Anfang 2027 ist ein Instrument zur Begrenzung von Preisanstiegen im Gespräch. Ein solcher Spritpreisdeckel ist jedoch nicht Bestandteil des nun beschlossenen Tankrabatts, und seine konkrete Ausgestaltung steht noch nicht fest.
Ab Donnerstag zeigt sich deshalb zunächst, in welchem Umfang die Steuersenkung tatsächlich an den Zapfsäulen ankommt. Sicher ist lediglich die Reduzierung der Energiesteuer. Der konkrete Tankstellenpreis bleibt weiterhin von Einkaufskosten, Rohölpreisen, Wechselkursen und dem Wettbewerb zwischen den Anbietern abhängig.






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