Tatort heute: Dagmar Manzels letzter Fall aus Franken

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Wer Tatort Trotzdem heute am Sonntagabend einschaltet, sieht nicht einfach eine ältere Folge der ARD-Krimireihe. Der Film, der am 23. August 2026 um 20.15 Uhr im Ersten wiederholt wird, markiert einen Einschnitt für den Tatort aus Franken: Dagmar Manzel verabschiedet sich darin nach zehn Fällen als Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn. An ihrer Seite ermitteln noch einmal Felix Voss, gespielt von Fabian Hinrichs, und Wanda Goldwasser, dargestellt von Eli Wasserscheid. Der 2024 erstmals ausgestrahlte Krimi verbindet einen verzweigten Fall um zwei Familien mit dem Abschied einer der prägenden Figuren des fränkischen Ermittlerteams.

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Tatort Trotzdem ist der zehnte Fall aus Franken

Trotzdem ist der zehnte Tatort aus Franken und zugleich die 1275. Folge der gesamten Tatort-Reihe. Verantwortlicher ARD-Sender ist der Bayerische Rundfunk. Produziert wurde der Film von der Hager Moss Film GmbH im Auftrag des BR. Die Erstausstrahlung erfolgte am 6. Oktober 2024 um 20.15 Uhr im Ersten. Dagmar Manzel hatte bereits vor der Premiere angekündigt, die Rolle der Paula Ringelhahn auf eigenen Wunsch abzugeben. Für Fabian Hinrichs als Felix Voss bedeutete der Film dagegen keinen Abschied vom Franken-Tatort.

Die eigentliche Filmlänge wird mit rund 88 Minuten angegeben. Im Fernsehprogramm am 23. August ist für Trotzdem der Zeitraum von 20.15 bis 21.45 Uhr vorgesehen. Damit besetzt der Krimi den klassischen Sonntagabendplatz des Tatorts direkt nach der Tagesschau. Eine weitere Ausstrahlung im Ersten ist in der Nacht zum Dienstag, 25. August 2026, ab 0.10 Uhr vorgesehen.

Darum geht es in Trotzdem

Ausgangspunkt der Handlung ist der Tod des 25 Jahre alten Lenni Kranz. Er sitzt im Gefängnis, nachdem er wegen des gewaltsamen Todes einer jungen Frau verurteilt worden ist. Menschen in seinem Umfeld halten ihn jedoch für unschuldig. Dazu gehören seine Schwestern Maria und Lisa. Selbst Dr. Kaiser, der Chef der Nürnberger Polizei, hat Zweifel daran, ob der Fall tatsächlich richtig aufgeklärt wurde. Als Lenni im Gefängnis stirbt, geraten seine Schwestern in tiefe Verzweiflung.

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Kurz darauf folgt ein weiterer Todesfall, der eine zweite Familie trifft. Im Zentrum stehen Karl und Katja Dellmann und ihre Angehörigen. Aus den beiden Familiengeschichten entwickelt sich eine Kette von Ereignissen, in der Trauer, Schuldzuweisungen und der Wunsch nach Vergeltung immer stärker ineinandergreifen. Ringelhahn, Voss und Goldwasser versuchen, die Zusammenhänge aufzuklären und eine weitere Eskalation zu verhindern. Der Krimi setzt dabei weniger auf eine klassische Suche nach einem unbekannten Täter als auf die Frage, wie frühere Entscheidungen und gegenseitige Anschuldigungen eine Spirale der Gewalt auslösen können.

Der Film arbeitet deshalb über weite Strecken stärker als Familiendrama denn als konventioneller Ermittlerkrimi. Zuschauer erfahren vergleichsweise früh viel über die beteiligten Personen und ihre Konflikte. Die Spannung entsteht vor allem daraus, wie sich die beiden Familien aufeinander zubewegen und ob die Polizei die Entwicklung noch stoppen kann. Gleichzeitig erhält der Abschied von Paula Ringelhahn einen eigenen Handlungsstrang, der erst im Verlauf des Films vollständig sichtbar wird.

Dagmar Manzel, Fabian Hinrichs und ein großer Gastcast

Dagmar Manzel spielt Paula Ringelhahn, Fabian Hinrichs ihren Kollegen Felix Voss und Eli Wasserscheid die Ermittlerin Wanda Goldwasser. Stefan Merki ist erneut als Dr. Kaiser zu sehen. Zum Episodenensemble gehören außerdem Fritz Karl als Karl Dellmann und Ursina Lardi als Katja Dellmann. Justus Johanssen spielt Stephan Dellmann, Ben Münchow Ben Dellmann und Julius Gruner Tim Dellmann.

Die zweite zentrale Familie bilden Maria und Lisa Kranz. Anne Haug verkörpert Maria Kranz, Mercedes Müller spielt Lisa Kranz. Neil Körger ist als Lenni Kranz zu sehen. Weitere Rollen übernehmen Florian Karlheim als Maik, Gerhard Liebmann als Hans Drescher, Maja Beckmann als Anja und Lisa Sophie Kusz als Esmeralda Schmuck. Gerade Fritz Karl, Mercedes Müller und die übrigen Episodendarsteller erhielten in mehreren Kritiken besondere Aufmerksamkeit, weil der Fall stark von seinen Familienfiguren und weniger allein vom Ermittlerteam getragen wird.

Max Färberböck schrieb und inszenierte den Film mit

Das Drehbuch stammt von Max Färberböck und Stefan Betz. Färberböck führte gemeinsam mit Danny Rosness Regie. Die Kamera verantwortete Christoph Krauss, die Musik schrieb Richard Ruzicka. Produzentinnen waren Kirsten Hager und Diana Chylla, die Redaktion beim Bayerischen Rundfunk lag bei Claudia Luzius.

Färberböck ist eng mit dem Franken-Tatort verbunden. Bereits der erste Nürnberger Fall mit Ringelhahn und Voss aus dem Jahr 2015 entstand unter seiner maßgeblichen Beteiligung. Trotzdem führt diese Verbindung beim Abschied von Dagmar Manzel noch einmal zusammen. Visuell setzt der Film auf eine deutlich stilisierte Bildgestaltung und einen starken Musikeinsatz. Diese Inszenierung gehörte später zu den Punkten, an denen sich auch die Kritiken unterschieden.

Gedreht wurde in Nürnberg, Erlangen und Umgebung

Die Dreharbeiten begannen am 29. August 2023 und endeten Ende September. Als Drehorte nennen die Produktionsangaben Nürnberg, Erlangen und die Umgebung. Damit bleibt der Film deutlich in Franken verankert, auch wenn einzelne Schauplätze stärker stilisiert erscheinen als in einem klassischen Regionalkrimi. In Erlangen wurde unter anderem am sogenannten Glaspalast gedreht.

Die Produktion hatte sich zuvor verzögert. Gedreht wurde schließlich vom 29. August bis 28. September 2023. Trotz des Produktionsjahres 2023 kam der Film erst gut ein Jahr später regulär ins Fernsehen. Vor der Fernsehpremiere wurde er bereits im Juni 2024 im Rahmen einer BR-Jubiläumsveranstaltung in Nürnberg gezeigt.

Fast acht Millionen sahen die Premiere

Bei seiner Erstausstrahlung am 6. Oktober 2024 erreichte Trotzdem nach den zunächst veröffentlichten Daten der AGF Videoforschung durchschnittlich 7,98 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 29,0 Prozent. Damit war der Franken-Tatort an diesem Abend klar das meistgesehene Programm zur Hauptsendezeit und zugleich ein erfolgreicher Abschied für Dagmar Manzel.

In einer späteren Unternehmensveröffentlichung von Constantin Film, zu deren Produktionsumfeld Hager Moss gehört, wurde für den Film eine Reichweite von rund 8,3 Millionen genannt. Die Abweichung dürfte auf unterschiedliche Auswertungsstände beziehungsweise nachträglich konsolidierte Reichweitendaten zurückgehen. Für die unmittelbar nach der Erstausstrahlung verbreitete TV-Quote sind 7,98 Millionen Zuschauer und 29,0 Prozent Marktanteil die maßgeblichen Werte.

Kritiken fielen deutlich unterschiedlich aus

Die Aufnahme durch Fernsehkritiker war keineswegs einheitlich. Tittelbach.tv bewertete den Film sehr positiv und hob insbesondere die Inszenierung, das Schauspiel sowie die emotionale Beziehung zwischen Ringelhahn und Voss hervor. Der Krimi wurde dort als ungewöhnlich filmisch und als starker Abschluss für Dagmar Manzel eingeordnet. Auch die Besetzung der beiden miteinander verknüpften Familien erhielt Anerkennung.

Andere Kritiken urteilten deutlich härter. Die taz beschrieb den Film trotz seiner dramatischen Anlage als zu farblos und sah darin keinen angemessenen Abschluss für Dagmar Manzel. Eine aktuelle Besprechung der Südwest Presse zur Wiederholung bewertet den Krimi ebenfalls zurückhaltend und vergibt zwei von vier Punkten. Kritisiert werden dort vor allem die starke Theatralik und einzelne kitschig wirkende Momente.

Die Zeit wiederum hob stärker die Machart hervor. Dort wurde insbesondere die Inszenierung von Rache und Gewalt sowie die bewusst künstliche, kontrollierte Gestaltung positiv wahrgenommen. Der Film gehört damit zu jenen Tatort-Folgen, bei denen weniger über handwerkliche Schwächen als über den gewählten Stil gestritten wurde. Wer nüchterne Polizeiarbeit erwartet, bekommt einen ungewöhnlichen Franken-Tatort. Wer das Figuren- und Familiendrama in den Mittelpunkt stellt, dürfte eher Zugang zu der Geschichte finden.

Tatort Trotzdem auch in der ARD Mediathek

Die ARD Mediathek führt Trotzdem am 23. August 2026 für 20.15 Uhr im Programm. Damit lässt sich die Ausstrahlung auch über den Livestream des Ersten verfolgen. Der Bayerische Rundfunk verweist für den Franken-Tatort zudem ausdrücklich auf die Möglichkeit, den Film nach der Ausstrahlung in der ARD Mediathek anzusehen.

Eine konkrete Abruffrist für diese Wiederholung war in den aktuell auffindbaren Programmdaten zunächst nicht angegeben. Die Dauer, für die einzelne Filme in der ARD Mediathek verfügbar bleiben, hängt von den jeweiligen Rechte- und Verweildauerregelungen ab. Wer den Tatort am Sonntagabend verpasst, kann deshalb nach der TV-Ausstrahlung direkt in der Mediathek prüfen, bis zu welchem Datum die Folge angeboten wird.

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