
Der Softwareanbieter TeamViewer hat seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Wegen verzögerter Vertragsabschlüsse mit Großkunden und wirtschaftlicher Unsicherheit in Europa erwartet das Unternehmen inzwischen einen Rückgang der Erlöse. Zuvor hatte TeamViewer noch mit stabilen oder steigenden Umsätzen gerechnet. Die Aktie geriet am Dienstag, 3. November 2026, im frühen Handel deutlich unter Druck und verzeichnete zeitweise zweistellige Kursverluste.
Nach den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen erwartet TeamViewer für das Gesamtjahr 2026 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent. Bislang hatte der Konzern eine Entwicklung zwischen null und drei Prozent Wachstum in Aussicht gestellt.
Als Vergleichsgröße dient ein für die Übernahme des Softwareunternehmens 1E angepasster Pro-forma-Umsatz von 767,5 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr 2025. Diese Berechnungsgrundlage berücksichtigt die übernommene Geschäftstätigkeit und unterscheidet sich vom regulär ausgewiesenen Vorjahresumsatz.
Die Prognoseänderung hängt insbesondere mit der Entwicklung im Großkundengeschäft zusammen. Nach Darstellung des Unternehmens werden größere Vertragsabschlüsse nicht so schnell realisiert wie ursprünglich erwartet. Zugleich belasten erneute wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa die Erwartungen an das vierte Quartal.
Damit fällt die Einschätzung für die letzten Monate des Geschäftsjahres vorsichtiger aus. Besonders größere Unternehmen benötigen für umfangreiche Softwareverträge häufig längere Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse. Verschieben sich solche Abschlüsse, kann sich das unmittelbar auf die Umsatzplanung auswirken.
Die Ankündigung führte am Dienstagmorgen zu einer deutlichen Reaktion an der Börse. Nach Kursdaten des Handelsplatzes Lang & Schwarz lag die TeamViewer-Aktie am 3. November um 8.11 Uhr bei 6,36 Euro. Gegenüber dem dort ausgewiesenen Vortagswert entsprach dies einem Minus von 11,42 Prozent.
Der Rückgang verdeutlicht die negative erste Marktreaktion auf die gesenkten Wachstumserwartungen. Der genannte Kurs bezieht sich auf den frühen Handel und stellt keinen Schlusskurs dar. Im weiteren Tagesverlauf können sich sowohl der Aktienpreis als auch die prozentuale Veränderung deutlich verschieben.
Für Anleger steht neben den aktuellen Geschäftszahlen insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie schnell TeamViewer die bestehenden Geschäftsmöglichkeiten in verbindliche Verträge umsetzen kann.
Die veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal zeigen, dass die Umsatzentwicklung bereits hinter dem Vorjahr zurückgeblieben ist.
TeamViewer erwirtschaftete zwischen Juli und September 2026 einen Umsatz von 184,5 Millionen Euro. Gegenüber dem vergleichbaren Pro-forma-Wert des Vorjahres entspricht dies einem Rückgang um 3,9 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Minus bei 2,2 Prozent.
Auch das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen entwickelte sich rückläufig. Das bereinigte EBITDA sank um zehn Prozent auf 78,9 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verringerte sich von 45,7 auf 42,8 Prozent.
Das Konzernergebnis stieg hingegen um 26 Prozent auf 36 Millionen Euro. Damit entwickelten sich der ausgewiesene Nettogewinn und das bereinigte operative Ergebnis unterschiedlich.
Trotz der gesenkten Prognose verzeichnet TeamViewer in einzelnen Geschäftsbereichen Wachstum.
Im Enterprise-Segment, das größere Firmenkunden umfasst, stieg der Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt um 5,5 Prozent auf 60,3 Millionen Euro. Im Geschäft mit kleineren Kunden sank der Umsatz dagegen währungsbereinigt um 5,4 Prozent auf 124,2 Millionen Euro.
Auch bei den jährlich wiederkehrenden Umsätzen, dem sogenannten Annual Recurring Revenue (ARR), zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen.
Der gesamte ARR belief sich zum Ende des Quartals auf 736,9 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen währungsbereinigten Rückgang um 0,6 Prozent.
Im Enterprise-Geschäft legte diese Kennzahl dagegen währungsbereinigt um 6,7 Prozent zu. Besonders große Kundenverträge mit einem jährlichen Umsatzvolumen von mehr als 200.000 Euro entwickelten sich positiv.
Allerdings bestehen weiterhin Schwierigkeiten bei der Bindung bestehender Geschäftskunden. Die währungsbereinigte Net Retention Rate im Enterprise-Segment sank von 97 auf 93 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt, wie sich die wiederkehrenden Umsätze mit bereits vorhandenen Kunden entwickeln.
TeamViewer ist international vor allem für Software zur Fernwartung und zum Fernzugriff auf Computer bekannt. Das Unternehmen entwickelt darüber hinaus Lösungen für die Verwaltung und automatisierte Betreuung von IT-Systemen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Plattform TeamViewer ONE, die verschiedene Funktionen für den IT-Betrieb zusammenführt. Dazu gehören die Verwaltung von Endgeräten, die Analyse technischer Probleme und die Unterstützung durch künstliche Intelligenz.
Nach Unternehmensangaben hat sich das Neugeschäft mit TeamViewer ONE und den Lösungen für die digitale Mitarbeitererfahrung, kurz DEX, im dritten Quartal währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr versechsfacht.
Für das weitere Wachstum soll außerdem die internationale Vertriebsorganisation ausgebaut werden. Insbesondere im europäischen Großkundengeschäft sowie auf dem amerikanischen Markt sieht TeamViewer zusätzliche Möglichkeiten. Ob sich daraus die erwarteten höheren wiederkehrenden Umsätze entwickeln, hängt unter anderem von erfolgreichen Vertragsabschlüssen und einer verbesserten Kundenbindung ab.
Während TeamViewer die Umsatzprognose reduziert hat, hält das Unternehmen an seinem Profitabilitätsziel fest.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern weiterhin eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 43 Prozent. In den ersten neun Monaten lag dieser Wert bei 43,7 Prozent.
Zugleich rechnet das Unternehmen damit, dass sich das Wachstum der jährlich wiederkehrenden Umsätze im Jahr 2027 beschleunigen könnte. Als Gründe nennt TeamViewer unter anderem den Ausbau des Vertriebs und eine stärkere Nachfrage im amerikanischen Großkundengeschäft.
Diese Erwartungen stehen allerdings unter dem Vorbehalt der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und erfolgreicher Kundenabschlüsse.
Für das laufende Jahr bleibt damit eine deutliche Abweichung von den ursprünglichen Wachstumszielen. Während TeamViewer seine operative Profitabilität nach eigener Prognose weitgehend halten will, dürfte der Konzern beim Umsatz hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben.
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