Tegut-Verkauf: Rewe und Penny teilen sich 38 Märkte

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Beim Verkauf der Tegut-Supermärkte steht jetzt fest, wie die Rewe-Gruppe ihr genehmigtes Filialpaket aufteilen will. Von den 38 Standorten sollen 36 künftig als Rewe-Supermärkte und zwei als Penny-Discounter betrieben werden. Das geht aus der am Montag, 19. Oktober 2026, verfügbaren Standortübersicht von Tegut hervor. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme bereits am 14. Oktober unter Auflagen freigegeben. Ursprünglich wollte Rewe 40 Märkte erwerben. Zwei Standorte in Hessen musste der Handelskonzern aus Wettbewerbsgründen aus seinen Plänen herausnehmen.

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Diese Tegut-Märkte werden zu Rewe und Penny

Die 38 zur Übernahme freigegebenen Supermärkte verteilen sich auf vier Bundesländer. 26 Standorte befinden sich in Hessen, zehn in Bayern sowie jeweils einer in Niedersachsen und Thüringen. Der Thüringer Markt liegt in Erfurt, der niedersächsische in Göttingen. Die meisten Filialen sollen künftig unter der Marke Rewe weitergeführt werden.

Für zwei Märkte ist dagegen die Umwandlung in einen Penny-Discounter vorgesehen. Betroffen sind der Tegut-Standort im Kasseler City Center an der Wilhelmshöher Allee und die Filiale an der Hauptstraße in Laufach im bayerischen Landkreis Aschaffenburg. Penny gehört ebenfalls zur Rewe-Gruppe. Konkrete Termine für die Übergabe und die Wiedereröffnung der einzelnen Standorte waren am 19. Oktober noch nicht bekannt.

Die Genehmigung des Bundeskartellamts umfasst allerdings nicht sämtliche ursprünglich vorgesehenen Filialen. Rewe hat sich verpflichtet, die Tegut-Märkte in Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern für vier Jahre weder zu erwerben noch entsprechende Anschlussmietverträge abzuschließen. Nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde hätte die vollständige Übernahme in drei regionalen Absatzmärkten zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs führen können. Betroffen waren die Marktgebiete Schlüchtern, Marburg-Ketzerbach und Marburg-City. Die Freigabeentscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

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Edeka übernimmt größten Teil des Tegut-Filialnetzes

Mit der Entscheidung für Rewe ist ein weiterer Abschnitt beim Verkauf der bisherigen Tegut-Gruppe geregelt. Den größten Anteil übernimmt Edeka. Das Bundeskartellamt hatte dem Handelsverbund am 28. September die Übernahme von 178 Filialen sowie weiteren Unternehmensteilen genehmigt. Auch Edeka musste Zugeständnisse machen und auf 24 ursprünglich vorgesehene Standorte für mindestens vier Jahre verzichten. Ein weiteres Paket mit 36 Märkten geht an die Smart-Store-Kette Tante Enso.

Insgesamt haben die drei Handelsunternehmen damit die kartellrechtliche Freigabe für 252 Tegut-Standorte erhalten. Zum Edeka-Paket gehören außerdem das Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei und das Geschäft mit den automatisierten Teo-Märkten. Von diesen personallosen Kleinflächenmärkten sollen 35 durch die Mannheimer Yobsti Nahversorgung GmbH weitergeführt werden. Edeka soll ihre Belieferung übernehmen.

Für 36 weitere Tegut-Supermärkte gab es Mitte Oktober nach Angaben der bisherigen Eigentümerin Migros Zürich noch keinen Käufer. Die Genossenschaft hat deshalb ein weiteres Bieterverfahren eingeleitet. Die betreffenden Geschäfte sollen bis zu einer möglichen Übernahme geöffnet bleiben. Welche Unternehmen sich dafür interessieren und wann weitere Vereinbarungen abgeschlossen werden könnten, war zunächst nicht bekannt.

Folgen für Beschäftigte und Kunden

Für die Mitarbeitenden der von Rewe vorgesehenen 38 Märkte gibt es eine konkrete Zusage des Handelskonzerns. Nach Angaben der Rewe-Gruppe sollen sämtliche Beschäftigten dieser Filialen im Zuge der Integration ein Beschäftigungsangebot erhalten. Die genauen vertraglichen Bedingungen wurden in der Mitteilung vom 14. Oktober nicht erläutert. Eine verbindliche Garantie für die dauerhafte Sicherung aller Arbeitsplätze ist damit nicht verbunden.

Auch für Kundinnen und Kunden soll sich der Betreiberwechsel möglichst geordnet vollziehen. Rewe kündigte an, bestehende Beziehungen zu regionalen Lieferanten sowie das Angebot regionaler Lebensmittel und Bio-Produkte fortführen zu wollen. Wie sich das Sortiment in den einzelnen Märkten tatsächlich verändert, hängt von der künftigen Vertriebslinie und der konkreten Umsetzung ab. Bei den beiden geplanten Penny-Standorten ist mit einem Wechsel vom bisherigen Supermarktkonzept zum Discountformat zu rechnen.

Deutlich schwieriger ist die Situation für die Beschäftigten der Tegut-Zentrale in Fulda. Die Schweizer Eigentümerin bestätigte bereits im August, dass die zentralen Dienste zum 31. März 2027 geschlossen werden sollen. Rund 470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von den angekündigten Entlassungen betroffen. Zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat wurde ein Interessenausgleich mit Sozialplan vereinbart. Die Beschäftigten der verkauften Filialen und weiterer veräußerter Geschäftsbereiche sind von dieser Schließungsentscheidung nicht unmittelbar betroffen.

Migros beendet Engagement im deutschen Lebensmittelhandel

Hinter dem Verkauf steht der vollständige Rückzug der Genossenschaft Migros Zürich aus dem deutschen Markt. Das Schweizer Unternehmen hatte diese Entscheidung am 11. März 2026 bekannt gegeben. Migros begründete den Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Tegut-Gruppe und der strategischen Konzentration auf das Geschäft in der Schweiz.

Nach Unternehmensangaben waren die operativen Verluste von Tegut durch Einsparungen zwar deutlich reduziert worden. Gleichzeitig hätten ein schwieriges Marktumfeld und rückläufige Umsätze die wirtschaftlichen Perspektiven weiter verschlechtert. Migros sah deshalb in der Veräußerung an mehrere Handelsunternehmen die aussichtsreichere Lösung. Über die vereinbarten Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Das Unternehmen ist vor allem in Hessen, Bayern und Thüringen vertreten und beschäftigt insgesamt knapp 7.500 Menschen. Mit der Aufteilung auf mehrere Käufer soll die eigenständige Handelsmarke Tegut verschwinden.

Der Rückzug verändert zugleich die Wettbewerbsverhältnisse im deutschen Lebensmittelhandel. Nach Feststellungen des Bundeskartellamts entfallen bereits mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze auf die vier führenden Handelsgruppen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Die Bonner Behörde sieht trotz dieser hohen Konzentration weiterhin Wettbewerb zwischen den großen Anbietern. Bei der Übernahme durch Rewe erwartet sie auf den bundesweiten Beschaffungsmärkten nur geringe zusätzliche Auswirkungen. Entscheidend für die Auflagen waren deshalb die Wettbewerbsverhältnisse an einzelnen Standorten.

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