Fahrradmarke Sparta geht nach Accell-Insolvenz an Tenways

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Symbolbild: Evan Wise

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Die traditionsreiche niederländische Fahrradmarke Sparta bekommt einen neuen Eigentümer. Der E-Bike-Anbieter Tenways übernimmt Sparta aus der Insolvenzmasse des Fahrradkonzerns Accell. Die Insolvenzverwalter gaben den Verkauf am 15. Oktober 2026 bekannt. Einen Tag später bestätigte Tenways die entsprechende Vereinbarung. Damit erhält die mehr als 100 Jahre alte Marke eine neue Perspektive. Welche Fahrräder künftig unter dem Namen Sparta angeboten werden und wo sie produziert werden sollen, ist allerdings noch nicht entschieden.

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Tenways übernimmt Markenrechte und technische Unterlagen

Die Vereinbarung umfasst die Markenrechte von Sparta, damit verbundenes geistiges Eigentum sowie Produktionsunterlagen für ausgewählte Fahrradmodelle. Damit erhält Tenways die rechtlichen und technischen Grundlagen, um die Marke weiterzuentwickeln und bestehende Modellkonzepte aufzugreifen. Eine vollständige Übernahme des bisherigen Geschäftsbetriebs ist mit der Vereinbarung jedoch nicht bestätigt. Angaben zum Kaufpreis machten die Beteiligten nicht.

Tenways erklärte am 16. Oktober, die lange Geschichte von Sparta respektieren und die eigenständige Identität der Marke bewahren zu wollen. Konkrete Pläne für neue Modelle, Produktionsstandorte oder den künftigen Vertrieb veröffentlichte das Unternehmen nicht. Unklar blieb zunächst auch, ob bisherige Beschäftigte übernommen werden und welche Aufgaben Tenways künftig bei Ersatzteilen, Kundenservice und bestehenden Herstellergarantien übernimmt.

Accell-Insolvenz führt zum Verkauf bekannter Fahrradmarken

Hintergrund ist die wirtschaftliche Krise der Accell Group, die über Jahre zu den bedeutenden Fahrradherstellern Europas gehörte. Am 5. August 2026 erhielten die niederländischen Konzerngesellschaften zunächst Zahlungsaufschub. Am 11. August wurden sie für insolvent erklärt. Der Konzern hatte zuvor mit Lieferproblemen während der Corona-Pandemie, einer anschließend nachlassenden Nachfrage und hohen Lagerbeständen zu kämpfen. Mehrere Restrukturierungsmaßnahmen konnten die Insolvenz nicht verhindern.

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Im Zuge der Abwicklung werden verschiedene Marken und Vermögenswerte getrennt verkauft. Bereits am 9. Oktober wurde bekannt, dass der Investor Dutech aus Singapur unter anderem Batavus, Koga und Babboe übernimmt. Zu diesem Geschäft gehören auch die ungarischen Aktivitäten von Accell einschließlich der dortigen Fahrradproduktion. Für Sparta organisierten die Insolvenzverwalter dagegen ein eigenes Verkaufsverfahren. Noch im Juni 2026 hatte Accell angekündigt, die Marke schrittweise in Batavus zu integrieren. Mit dem eigenständigen Verkauf an Tenways wird diese frühere Planung nicht umgesetzt. Die Verwertung weiterer Konzernbestandteile läuft weiterhin.

Traditionsmarke Sparta trifft auf jungen E-Bike-Anbieter

Sparta wurde 1917 im niederländischen Apeldoorn gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer bekannten Fahrradmarke. Neben klassischen Fahrrädern gehörten zeitweise auch motorisierte Zweiräder zum Geschäft. Bereits 2003 brachte Sparta mit der Ion-Baureihe elektrische Fahrräder auf den Markt. Der neue Eigentümer Tenways ist dagegen ein vergleichsweise junges Unternehmen. Die 2021 in China gegründete Marke hat ihren europäischen Hauptsitz in Amsterdam und bietet vor allem elektrische Stadt-, Pendler- und Trekkingräder an.

Die Übernahme erfolgt in einer Phase, in der sich die europäische Fahrradbranche nach dem starken Wachstum während der Corona-Pandemie neu ausrichtet. In den Niederlanden wurden 2025 nach Zahlen der Branchenverbände RAI Vereniging und BOVAG rund 796.000 neue Fahrräder verkauft. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Elektrofahrräder machten allerdings weiterhin 49 Prozent der verkauften Fahrräder und 73 Prozent des Branchenumsatzes aus. Auch in Deutschland blieb das Geschäft mit E-Bikes bedeutend. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands wurden 2025 insgesamt 3,8 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft, 3,9 Prozent weniger als 2024. Der Anteil elektrisch unterstützter Räder lag bei 52,7 Prozent.

Für Tenways bedeutet der Erwerb von Sparta eine Erweiterung des eigenen Markenportfolios um einen traditionsreichen Namen. Für Sparta ist der Fortbestand der Markenrechte damit abgesichert. Ob daraus auch eine langfristige Fortführung der bisherigen Produktion, des Sortiments und der Beschäftigung entsteht, war zum Zeitpunkt der Übernahmeankündigung noch offen.

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