Theo Müller drängt Merz zu Zusammenarbeit mit der AfD

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Symbolbild mit KI erstellt

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Molkereiunternehmer Theo Müller hat sich nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt erneut für eine politische Zusammenarbeit von Union und AfD ausgesprochen. Der 86-jährige Mehrheitsgesellschafter der Molkereigruppe schlug Bundeskanzler Friedrich Merz vor, die derzeitige Koalition mit der SPD zu beenden und stattdessen eine CDU-geführte Minderheitsregierung anzustreben. Damit rückt das Verhältnis von Theo Müller und der AfD erneut in den Mittelpunkt. Seine Forderung steht im deutlichen Gegensatz zum bisherigen Kurs von Merz und der CDU.

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Müller äußerte sich in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Welt am Sonntag. Danach solle Merz die SPD aus der Bundesregierung entlassen und mit wechselnden Mehrheiten regieren. Für eine solche Konstellation sieht Müller vor allem die AfD als möglichen Partner. Eine Zusammenarbeit von Union und AfD bezeichnete er als aus seiner Sicht ideale Lösung.

Anlass seiner Äußerungen ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September 2026. Die AfD wurde dort mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen mit großem Abstand stärkste Partei. Die CDU kam auf 17,2 Prozent. Für eine absolute Mehrheit im Landtag reichte das AfD-Ergebnis allerdings nicht. Von insgesamt 83 Sitzen entfallen nach dem vorläufigen Ergebnis 39 auf die AfD.

Müller gratulierte Weidel nach Wahlerfolg

Theo Müller erklärte in dem Interview auch, AfD-Chefin Alice Weidel nach der Wahl persönlich zum Ergebnis gratuliert zu haben. Müller und Weidel kennen sich seit mehreren Jahren. Der Unternehmer hatte bereits früher öffentlich erklärt, mit der Politikerin befreundet zu sein.

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Seine politischen Vorstellungen gehen über die Frage möglicher Mehrheiten hinaus. Müller sprach sich unter anderem für strengere Regeln in der Migrationspolitik, einen weitgehenden Abbau staatlicher Subventionen und eine grundsätzlich andere Energiepolitik aus. Zudem verlangte er ein Ende deutscher Unterstützung für die Ukraine und der Entwicklungshilfe. Die von ihm genannten Positionen sind politische Forderungen des Unternehmers und keine Beschlüsse der Bundesregierung.

Auch beim Thema Europäische Union setzt Müller allerdings Grenzen. Einen Austritt Deutschlands aus der EU oder aus dem Euro lehne er ab, erklärte er in dem Interview. Damit widerspricht er Positionen innerhalb der AfD, die in der Vergangenheit einen deutschen Austritt aus europäischen Strukturen zumindest als mögliche Option diskutiert haben.

Merz schließt Zusammenarbeit mit AfD weiterhin aus

Müllers Vorschlag trifft auf eine klare Gegenposition der CDU. Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine politische Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD wiederholt ausgeschlossen. Noch unmittelbar vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekräftigte der CDU-Vorsitzende, dass die Unterschiede zwischen Union und AfD aus seiner Sicht so grundlegend seien, dass eine Zusammenarbeit nicht infrage komme.

Die CDU verfügt zudem seit Jahren über einen Parteitagsbeschluss, der Koalitionen und vergleichbare Formen der Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt. Merz hat diese Linie während seiner Amtszeit mehrfach bestätigt.

Auch nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt änderte der Bundeskanzler diesen Kurs zunächst nicht. In der Generaldebatte des Bundestages am 9. September wandte er sich direkt an AfD-Chefin Weidel und verwies darauf, dass die Partei trotz ihres hohen Stimmenanteils die angestrebte absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt nicht erreicht habe.

Auf Bundesebene regieren CDU und CSU weiterhin gemeinsam mit der SPD. Müllers Vorschlag würde damit nicht lediglich eine veränderte Abstimmungspraxis bedeuten, sondern das Ende der bestehenden Regierungskoalition voraussetzen.

Politische Äußerungen sorgten schon zuvor für Streit

Das Verhältnis von Theo Müller und der AfD war bereits in den vergangenen Jahren Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Müller hatte 2023 bestätigt, sich wiederholt mit Alice Weidel getroffen zu haben. Später beschrieb er sie öffentlich als Freundin.

Anfang 2026 kam es deshalb auch zu einem Rechtsstreit mit der Kampagnenorganisation Campact. Sie hatte Müller in einer Kampagne als Unterstützer der AfD bezeichnet. Müller wollte diese Darstellung per einstweiliger Verfügung untersagen lassen. Sein Anwalt erklärte damals, der Unternehmer habe der Partei keine finanziellen Zuwendungen zukommen lassen und sei selbst seit vielen Jahren Mitglied der CSU.

Das Landgericht Hamburg wies den Antrag zurück. Nach der Entscheidung durfte Campact die beanstandete Formulierung als Meinungsäußerung weiter verwenden. Das Gericht stellte damit nicht fest, dass Müller die AfD finanziell unterstützt. Müller kündigte anschließend an, gegen die Entscheidung keine weiteren Rechtsmittel einzulegen.

Im März trat der Unternehmer erneut mit einer politischen Empfehlung hervor. Nach der damaligen Landtagswahl in Baden-Württemberg brachte er ebenfalls eine Zusammenarbeit von CDU und AfD ins Gespräch.

Theo Müller prägt einen internationalen Lebensmittelkonzern

Die politische Bedeutung seiner Aussagen ergibt sich auch aus Müllers wirtschaftlicher Stellung. Die nach ihm benannte Unternehmensgruppe Theo Müller ist ein international tätiges Familienunternehmen. Zu ihr gehören bekannte Lebensmittelmarken wie Müller, Weihenstephan, Sachsenmilch und Homann. Neben Molkereiprodukten ist die Gruppe auch in den Bereichen Feinkost, Verpackung und Logistik tätig.

Ausgangspunkt des Konzerns war die 1896 gegründete Molkerei Alois Müller im bayerischen Aretsried. Aus dem Familienbetrieb entstand über Jahrzehnte eine international tätige Unternehmensgruppe mit Aktivitäten unter anderem in Kontinentaleuropa sowie Großbritannien und Irland.

Theo Müller hat sich zugleich wiederholt selbst in politische Debatten eingeschaltet. Seine jüngsten Aussagen gehen dabei deutlich über allgemeine wirtschaftspolitische Kritik hinaus. Er fordert einen konkreten Wechsel der Regierungsstrategie in Berlin und eine Zusammenarbeit der Union mit einer Partei, mit der die CDU eine solche Kooperation bislang ausdrücklich ausschließt.

Damit liegt der zentrale Konflikt bei Theo Müller und der AfD nicht in der Frage persönlicher Kontakte zu einzelnen Politikern. Müller selbst macht nun erneut konkrete Vorschläge für eine politische Zusammenarbeit. Ob die Union ihren bisherigen Kurs ändert, entscheidet jedoch die Partei selbst. Friedrich Merz hat eine solche Kursänderung bislang ausdrücklich ausgeschlossen.

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