Trainerbeben in der 3. Liga: Drei bekannte Namen übernehmen

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In der 3. Liga haben gleich drei Vereine früh in der Saison 2026/27 auf der Trainerposition reagiert. Beim FC Hansa Rostock übernimmt André Breitenreiter, der SV Wehen Wiesbaden setzt auf Jochen Seitz und der FC Ingolstadt 04 hat Achim Beierlorzer verpflichtet. Damit gehen drei Klubs mit neuen Cheftrainern in die nächste Phase der Saison. Die Ausgangslagen unterscheiden sich allerdings deutlich: Rostock liegt nach sieben Partien auf Rang sechs, Ingolstadt auf Platz 14 und Wehen Wiesbaden auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Gemeinsam ist den drei neuen Trainern umfangreiche Erfahrung im deutschen Profifußball. Breitenreiter und Beierlorzer haben bereits selbst Mannschaften in der Bundesliga trainiert. Seitz kommt als Cheftrainer aus der Regionalliga, absolvierte während seiner aktiven Karriere aber 162 Bundesligaspiele. Für alle drei Vereine geht es nun darum, nach den frühen personellen Entscheidungen sportliche Stabilität zu schaffen.

André Breitenreiter übernimmt beim FC Hansa Rostock

Der FC Hansa Rostock trennte sich am 15. September von Cheftrainer Daniel Brinkmann und dessen Assistenten Dirk Flock. Brinkmann war seit November 2024 im Amt gewesen und hatte Hansa in 80 Pflichtspielen betreut. Nach Angaben des Vereins stand hinter der Entscheidung eine gemeinsame sportliche Analyse von Aufsichtsrat, Vorstand und sportlicher Leitung.

Direktor Profifußball Amir Shapourzadeh erklärte, dass nicht nur Ergebnisse betrachtet worden seien. Auch die sportliche Ausrichtung und die Leistungen der Mannschaft seien in die Bewertung eingeflossen. Die Entwicklung habe zuletzt nicht mehr den Erwartungen und den sportlichen Zielen des Klubs entsprochen. Über konkrete interne Differenzen machte Hansa keine Angaben.

Am 21. September präsentierte Rostock André Breitenreiter als Nachfolger. Eine Vertragslaufzeit veröffentlichte der Verein nicht. Breitenreiter begann seine Trainerlaufbahn beim TSV Havelse und führte den SC Paderborn 2014 erstmals in dessen Geschichte in die Bundesliga. Anschließend trainierte er den FC Schalke 04. Mit Hannover 96 gelang ihm 2017 ebenfalls der Aufstieg in die Bundesliga. Später arbeitete er bei der TSG Hoffenheim, beim FC Zürich, beim englischen Huddersfield Town und erneut bei Hannover 96. Mit Zürich gewann er 2022 die Schweizer Meisterschaft.

Hansa begründete die Verpflichtung insbesondere mit Breitenreiters Erfahrung, seiner Führung und der aus Vereinssicht passenden Fußballphilosophie. Damit setzt der Klub nicht auf einen grundlegenden Neuaufbau des Kaders, sondern zunächst auf einen neuen sportlichen Impuls mit der vorhandenen Mannschaft. Personelle Umbauten des Profikaders wurden im Zusammenhang mit seiner Verpflichtung nicht angekündigt. Neu zum Trainerstab kam Co-Trainer Timo Struckmeier.

Sportlich befindet sich Rostock trotz des Trainerwechsels in Reichweite der Spitzengruppe. Nach sieben Ligaspielen stehen zwölf Punkte und Tabellenplatz sechs zu Buche. Auf Tabellenführer MSV Duisburg fehlen sechs Punkte, auf Rang drei zwei Zähler. Breitenreiters erstes Pflichtspiel als Hansa-Trainer ist zunächst für den 3. Oktober im Landespokal beim SV Gützkow angesetzt.

Jochen Seitz soll Wehen Wiesbaden stabilisieren

Deutlich angespannter ist die Situation beim SV Wehen Wiesbaden. Der Verein stellte Cheftrainer Daniel Scherning und Co-Trainer Andreas Zimmermann am 14. September frei. Geschäftsführer Sport Uwe Stöver verwies dabei ausdrücklich auf eine Entwicklung, die bereits zum Ende der vergangenen Saison nachgelassen habe. Hinzu kamen lediglich zwei Punkte aus den ersten fünf Ligaspielen der neuen Saison. Der Verein kam deshalb zu dem Schluss, dass die Mannschaft einen neuen Impuls benötige.

Scherning hatte das Team zuvor aus einer schwierigen sportlichen Lage geführt. Nach Vereinsangaben gewann der SVWW neun seiner ersten 14 Ligaspiele unter ihm. Außerdem holte die Mannschaft 2026 den Hessenpokal und qualifizierte sich damit für den DFB-Pokal. Dennoch entschied sich der Klub nach dem schwachen Saisonstart für eine Veränderung.

Seit dem 23. September ist Jochen Seitz Cheftrainer. Der 49-Jährige erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027, ergänzt um eine Verlängerungsoption. Gemeinsam mit ihm wechselte Co-Trainer Nico Wegmann nach Wiesbaden. Frank Steinmetz und Giuliano Modica bleiben ebenfalls im Trainerstab.

Seitz arbeitete zuvor unter anderem beim FC Bayern Alzenau, bei Viktoria Aschaffenburg und beim 1. FC Lokomotive Leipzig. Mit Leipzig wurde er in den Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 jeweils Meister der Regionalliga Nordost, verpasste jedoch den Sprung in die 3. Liga. Seine Bundesliga-Erfahrung stammt vor allem aus seiner Zeit als Spieler. Für Vereine wie den Hamburger SV, die SpVgg Unterhaching, den VfB Stuttgart, Schalke 04, den 1. FC Kaiserslautern und die TSG Hoffenheim kam er auf 162 Bundesligaeinsätze.

Bei der Verpflichtung machte der SVWW zugleich deutlich, dass er grundsätzlich von der Qualität des bestehenden Kaders überzeugt ist. Stöver nannte hohe Intensität gegen den Ball, Tempo im eigenen Spiel sowie mehr Struktur und Klarheit als zentrale Ansatzpunkte. Damit ist die Trainerentscheidung auch eine Einordnung der bisherigen Kaderplanung: Der Verein erklärte nicht das vorhandene Personal zum Kernproblem, sondern setzt darauf, dessen Qualität unter einem neuen Trainer besser zur Geltung zu bringen.

Der Druck ist dennoch erheblich. Nach sieben Begegnungen steht Wehen Wiesbaden mit fünf Punkten und 5:13 Toren auf Tabellenplatz 19. Seitz soll am 2. Oktober zunächst in einem Testspiel gegen den Karlsruher SC an der Seitenlinie stehen. Sein erstes Drittligaspiel als SVWW-Trainer führt ihn am 11. Oktober ausgerechnet zum ebenfalls neu besetzten FC Ingolstadt 04.

FC Ingolstadt ersetzt Sabrina Wittmann durch Achim Beierlorzer

Beim FC Ingolstadt fiel die Entscheidung wenige Tage später. Am 24. September entband der Verein Sabrina Wittmann von ihren Aufgaben als Cheftrainerin. Wittmann hatte die Profimannschaft im Mai 2024 zunächst interimistisch übernommen und war anschließend dauerhaft zur Cheftrainerin berufen worden. Erst im März 2026 hatte der Klub ihre Zusammenarbeit verlängert. Eine konkrete Laufzeit war damals öffentlich nicht genannt worden.

Geschäftsführer Sport und Kommunikation Harald Gärtner begründete den Wechsel mit einer Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse zu Beginn der laufenden Drittligasaison. Der Verein halte deshalb eine Neuausrichtung und neue Impulse für erforderlich. Weitergehende Gründe nannte der FC Ingolstadt nicht.

Einen Tag später gab der Klub die Verpflichtung von Achim Beierlorzer bekannt. Angaben zur Vertragsdauer machte Ingolstadt in der Mitteilung nicht. Beierlorzer verfügt über Erfahrung aus mehreren Ebenen des Profifußballs. Er trainierte den SSV Jahn Regensburg und führte den Verein 2017 in die 2. Bundesliga. Danach arbeitete er als Cheftrainer beim 1. FC Köln und beim 1. FSV Mainz 05. Bei RB Leipzig war er unter anderem Co-Trainer und kurzzeitig Interimstrainer. Von 2023 bis Oktober 2025 war er zudem Geschäftsführer Sport bei Jahn Regensburg.

Ingolstadt erklärte, Beierlorzers Vorstellung von aktivem Fußball mit hoher Intensität passe zur gewünschten sportlichen Ausrichtung. Damit ähnelt die Argumentation der beiden anderen Vereine: Auch beim FCI wurde die Verpflichtung zunächst als Veränderung auf der Trainerposition und nicht als Ankündigung eines personellen Umbaus des Kaders präsentiert. Mit Beierlorzer kam zusätzlich Markus Feldhoff als Co-Trainer nach Ingolstadt.

Die Schanzer stehen nach sieben Spielen bei acht Punkten und belegen Rang 14. Zuletzt unterlag Ingolstadt Viktoria Köln mit 0:3. Beierlorzer soll am 29. September erstmals das Training leiten. Ein Test gegen den 1. FC Nürnberg ist für den 2. Oktober vorgesehen. Das erste Ligaspiel unter dem neuen Trainer steigt anschließend am 11. Oktober gegen Wehen Wiesbaden. Damit treffen am achten Spieltag zwei Mannschaften direkt aufeinander, die ihre Trainer noch vor Ende September ausgetauscht haben.

Drei Wechsel, drei unterschiedliche Ausgangslagen

Die Personalentscheidungen zeigen, wie früh mehrere Drittligisten in dieser Saison auf sportliche Entwicklungen reagieren. Dabei darf der Tabellenstand allein nicht über die unterschiedlichen Situationen hinwegtäuschen. Rostock befindet sich als Sechster weiterhin im oberen Drittel und hat lediglich zwei Punkte Rückstand auf Platz drei. Ingolstadt steht im unteren Mittelfeld, während Wehen Wiesbaden unmittelbar vor der Abstiegszone beziehungsweise derzeit auf einem Abstiegsplatz liegt.

Auch die Profile der neuen Trainer unterscheiden sich. Breitenreiter bringt umfangreiche Erfahrung als Bundesligatrainer und zwei Aufstiege ins Oberhaus mit. Beierlorzer kennt Bundesliga, 2. Bundesliga und Vereinsführung aus unterschiedlichen Funktionen. Seitz übernimmt erstmals als Cheftrainer einen Drittligisten, verfügt aber über langjährige Trainererfahrung in der Regionalliga und aus seiner aktiven Laufbahn über mehr als 160 Bundesligaeinsätze.

Für alle drei Klubs beginnt damit unmittelbar vor dem achten Spieltag eine neue sportliche Phase. Besonders bemerkenswert ist das direkte Duell zwischen Ingolstadt und Wehen Wiesbaden am 11. Oktober. Dann stehen sich Beierlorzer und Seitz bei ihren ersten Ligapartien für ihre neuen Vereine unmittelbar gegenüber.

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