
Der Nutzfahrzeughersteller Traton hat im dritten Quartal 2026 mehr Lastwagen und Busse verkauft und seinen Umsatz sowie das bereinigte operative Ergebnis gesteigert. Besonders die Erholung des nordamerikanischen Marktes unterstützte die Geschäfte der Volkswagen-Tochter. Auch der Auftragseingang entwickelte sich gegenüber dem Vorjahr positiv. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern am Mittwoch, 28. Oktober 2026.
Die Traton Quartalszahlen zeigen eine deutliche Belebung des Geschäfts zwischen Juli und September. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 71.203 Fahrzeuge. Der Absatz erhöhte sich um zehn Prozent auf 78.907 Einheiten.
Der Quartalsumsatz legte um neun Prozent auf rund 11,3 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 16 Prozent auf 772 Millionen Euro, nach 668 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die bereinigte operative Umsatzrendite lag bei 6,8 Prozent gegenüber 6,4 Prozent ein Jahr zuvor.
Allerdings gingen im dritten Quartal weniger neue Bestellungen ein, als Fahrzeuge ausgeliefert wurden.
Von Januar bis September 2026 sammelte Traton insgesamt 253.147 Fahrzeugbestellungen ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 202.111. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 25 Prozent.
Der Absatz wuchs im selben Zeitraum um drei Prozent auf 230.436 Fahrzeuge. Der Konzernumsatz lag bei 33,32 Milliarden Euro, nach 32,32 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entsprach ebenfalls einem Plus von drei Prozent.
Beim bereinigten operativen Ergebnis verzeichnete die Gruppe einen Anstieg um 13 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Rendite verbesserte sich von 6,3 auf 6,9 Prozent.
Damit entwickelte sich die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen in den ersten neun Monaten deutlich stärker als der bereits realisierte Umsatz.
Ein wichtiger Wachstumstreiber war das Geschäft in den Vereinigten Staaten. Bei der US-Marke International Motors stieg der Fahrzeugabsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent.
Auch Scania und Volkswagen Truck & Bus verkauften im dritten Quartal mehr Fahrzeuge. MAN verzeichnete dagegen einen leichten Absatzrückgang von einem Prozent.
In Brasilien unterstützte das staatliche Kreditprogramm Move Brasil die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen. Der Konzern stellte allerdings fest, dass die positiven Auswirkungen des Programms auf den Auftragseingang zuletzt nachließen.
In Europa entwickelte sich die Nachfrage uneinheitlich. Während der Lkw-Auftragseingang in Deutschland im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent zulegte, blieb er in der gesamten europäischen Vergleichsregion weitgehend stabil.
Neben der operativen Geschäftsentwicklung wurde das Ergebnis durch die teilweise Veräußerung und anschließende Neubewertung der Beteiligung am chinesischen Nutzfahrzeughersteller Sinotruk beeinflusst.
Aus Anteilsverkäufen entstand ein Gewinn von 368 Millionen Euro. Hinzu kam ein Bewertungsgewinn von rund 1,3 Milliarden Euro. Beide Effekte wurden im Finanzergebnis erfasst.
Das Konzernergebnis nach Steuern stieg in den ersten neun Monaten auf 2,61 Milliarden Euro, nach 1,04 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Dieser starke Anstieg ist deshalb nicht allein auf das laufende Fahrzeuggeschäft zurückzuführen.
Das nicht bereinigte operative Ergebnis blieb dagegen mit rund 1,73 Milliarden Euro nahezu unverändert. Im laufenden Jahr belasteten unter anderem zusätzliche Zollkosten sowie Sonderaufwendungen das Geschäft.
Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seiner bisherigen Prognose fest. Traton erwartet bei Absatz und Umsatz jeweils eine Entwicklung zwischen null und sieben Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die bereinigte operative Umsatzrendite soll nach Unternehmensplanung zwischen 6,3 und 7,3 Prozent liegen.
Für das Industriegeschäft Traton Operations erwartet das Management einen Netto-Cashflow zwischen 900 Millionen und 1,7 Milliarden Euro.
Die Prognose steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt geopolitischer Entwicklungen. Insbesondere die amerikanische Zollpolitik und mögliche wirtschaftliche Auswirkungen des Krieges im Iran gelten aus Sicht des Unternehmens als Unsicherheitsfaktoren.
Traton gehört mit den Marken Scania, MAN, International und Volkswagen Truck & Bus zu den weltweit großen Herstellern von Nutzfahrzeugen. Die Entwicklung des Konzerns hängt wesentlich von der Investitionsbereitschaft der Transportbranche in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien ab.
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