
Die Verbraucher in Deutschland blicken wieder zuversichtlicher auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ihre Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen, nimmt allerdings weiter ab. Das Konsumklima November 2026 bleibt deshalb auf einem niedrigen Niveau. Nach der am Mittwoch, 28. Oktober, veröffentlichten Erhebung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) und der GfK sinkt der entsprechende Indikator leicht auf minus 30,8 Punkte.
Im Oktober lag der Wert bei minus 30,6 Punkten. Der erneute Rückgang um 0,2 Punkte fällt damit vergleichsweise gering aus. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Stimmung jedoch deutlich verschlechtert. Im November 2025 lag der Indikator noch bei minus 22,5 Punkten.
Die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage entwickelt sich günstiger als die persönliche Konsumstimmung. Zum sechsten Mal hintereinander verbesserten sich im Oktober die Konjunkturerwartungen der Verbraucher.
Der entsprechende Indikator stieg von minus 3,4 auf plus 2,1 Punkte. Damit überschritt er erstmals seit Beginn des Irankriegs wieder die Nulllinie. Die Befragten beurteilen die wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands für die kommenden zwölf Monate somit optimistischer als zuvor.
Die Entwicklung steht im Einklang mit der zuletzt verbesserten Stimmung unter deutschen Unternehmen. Das Münchner Ifo-Institut hatte am Montag einen Anstieg seines Geschäftsklimaindex von 89,9 auf 90,2 Punkte für Oktober gemeldet. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen verbesserten sich, während ihre Einschätzung der aktuellen Geschäftslage etwas schlechter ausfiel.
Die wachsende Zuversicht hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht bislang nicht mit einer entsprechenden Verbesserung der persönlichen Einkommensaussichten einher.
Nach dem deutlichen Rückgang im September sank der Indikator für die Einkommenserwartungen im Oktober um weitere 0,7 Punkte auf minus 15,7 Punkte. Die Haushalte rechnen damit weiterhin eher mit einer ungünstigen Entwicklung ihrer finanziellen Situation.
Eine wichtige Rolle spielt die gestiegene Inflation. Nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Teuerungsrate im September bei 3,3 Prozent. Im August hatte sie noch bei 2,9 Prozent gelegen.
Besonders stark verteuerten sich Energieprodukte. Ihre Preise lagen im September um 14,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Kraftstoffen war der Anstieg mit 37,1 Prozent noch deutlich höher.
Ein gemischtes Bild zeigt sich auch beim Sparverhalten. Nachdem die Sparneigung im September deutlich gestiegen war, ging sie im Oktober wieder zurück. Der entsprechende Indikator sank um 4,3 Punkte auf 17,2 Punkte.
Damit bleibt die Bereitschaft zum Sparen im längerfristigen Vergleich hoch. Gleichzeitig führt der Rückgang nicht automatisch dazu, dass die Verbraucher mehr Geld ausgeben möchten.
Die Anschaffungsneigung verschlechterte sich erneut leicht. Der Indikator lag bei rund minus 11,9 Punkten, nachdem er im September bei minus 10,8 Punkten gelegen hatte.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Verbraucher trotz positiverer Konjunkturerwartungen bei größeren Ausgaben zurückhaltend bleiben. Auch die gestiegenen Preiserwartungen könnten nach Einschätzung des NIM dazu beitragen, dass die Kaufbereitschaft nicht zunimmt.
Für die deutsche Wirtschaft ist die schwache Verbraucherstimmung von Bedeutung. Private Konsumausgaben umfassen neben Einkäufen im Einzelhandel auch Dienstleistungen und zahlreiche weitere Ausgaben der Haushalte. Eine anhaltend niedrige Kaufbereitschaft kann deshalb die gesamtwirtschaftliche Entwicklung belasten.
Der Konsumklimaindex gilt als Frühindikator für die Entwicklung des privaten Verbrauchs. Er basiert auf monatlich rund 2.000 Interviews, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt werden. Die Befragten bewerten unter anderem ihre Einkommensaussichten sowie ihre Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen oder zu sparen.
Die Ergebnisse beschreiben Erwartungen und Einschätzungen, nicht die tatsächliche Entwicklung der Konsumausgaben. Ob aus den verbesserten Konjunkturerwartungen in den kommenden Monaten auch eine stärkere Nachfrage entsteht, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Für November deutet das aktuelle Konsumklima zunächst auf eine weiterhin verhaltene Verbraucherstimmung hin.
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