Trump will ukrainische Angriffe auf Russlands Raffinerien stoppen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj öffentlich aufgefordert, Angriffe auf russische Anlagen zur Herstellung und Versorgung mit Dieselkraftstoff einzustellen. Trump begründete seinen Vorstoß mit der angespannten Lage am internationalen Kraftstoffmarkt. Die ukrainischen Angriffe würden die Dieselversorgung verknappen und damit auch andere Länder treffen. Die Forderung fällt in eine Phase, in der ukrainische Drohnen russische Raffinerien und Energieanlagen mit hoher Intensität angreifen und zugleich schwere Störungen im Nahen Osten die weltweite Versorgung mit Ölprodukten belasten.

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Trump fordert Selenskyj zum Kurswechsel auf

Trump äußerte sich am Sonntag während seines Aufenthalts beim Irish Open im irischen Doonbeg. Er sagte, Selenskyj müsse aufhören, russische Dieselversorgung auszuschalten. Nach Trumps Darstellung gebe es genügend andere Ziele, die Ukraine solle jedoch keine Anlagen angreifen, deren Ausfall die Versorgung mit Dieselkraftstoff beeinträchtige. Der US-Präsident erklärte zudem, darüber bereits mit Selenskyj gesprochen zu haben.

Besonders weit ging Trump bei der Ursache der aktuellen Knappheit. Er führte die Probleme am Dieselmarkt auf die Entwicklungen zwischen Russland und der Ukraine zurück und stellte zugleich in Abrede, dass der Nahe Osten dafür verantwortlich sei. Für diese Gewichtung liefern aktuelle Daten der Internationalen Energieagentur allerdings keine Grundlage. Die Energieagentur sieht vielmehr mehrere gleichzeitig wirkende Angebotsprobleme, darunter massive Einschränkungen der Exporte aus der Golfregion und Ausfälle im russischen Raffineriesystem.

Kiew betrachtet Raffinerien als militärisch relevante Ziele

Eine unmittelbare öffentliche Antwort Selenskyjs auf Trumps Aufforderung lag zunächst nicht vor. Die bisherige ukrainische Position ist jedoch eindeutig. Kiew betrachtet russische Raffinerien, Treibstofflager, Terminals und andere Teile der Energieinfrastruktur als militärisch relevante Ziele. Die ukrainische Führung argumentiert, diese Anlagen versorgten die russischen Streitkräfte mit Treibstoff und trügen zugleich über Energieexporte zur Finanzierung des Krieges bei.

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Die Ukraine hat ihre weitreichenden Angriffe auf russische Energieanlagen 2026 deutlich ausgeweitet. Das ukrainische Verteidigungsministerium bezeichnet die Einsätze als Teil einer systematischen Kampagne gegen das militärische und wirtschaftliche Potenzial Russlands. Am Sonntag meldete die Ukraine erneut einen Angriff auf eine große Raffinerie in Slawjansk am Kuban in der Region Krasnodar. Russische Behörden bestätigten einen Angriff auf einen Betrieb in der Stadt, einen Brand sowie Schäden an einer Ölleitung, bestätigten die ukrainischen Angaben über die konkret getroffenen Anlagenteile jedoch nicht vollständig.

Aus Moskau zunächst keine direkte Antwort auf Trump

Auch der Kreml reagierte zunächst nicht mit einer eigenen Stellungnahme auf Trumps konkrete Forderung nach einem Ende der ukrainischen Raffinerieangriffe. Russische Behörden werfen der Ukraine seit Monaten Angriffe auf Energieanlagen und andere Ziele tief im russischen Staatsgebiet vor. Nach russischen Angaben haben die Attacken wiederholt Brände, Produktionsausfälle und Schäden verursacht. Angaben beider Kriegsparteien zu einzelnen Angriffen, Schäden und abgeschossenen Drohnen lassen sich während des laufenden Krieges häufig nicht unabhängig überprüfen.

Dass die russische Kraftstoffversorgung unter Druck geraten ist, ist dagegen unabhängig dokumentiert. Die Angriffe auf Raffinerien haben die Verarbeitung von Rohöl beeinträchtigt und zu Engpässen auf dem russischen Binnenmarkt beigetragen. Russland hat deshalb unter anderem seine Ausfuhren von Kraftstoffen eingeschränkt. Ein russischer Regierungsentwurf, über den Reuters Anfang September berichtete, sieht zudem eine deutlich niedrigere Ölproduktion für 2026 und veränderte Erwartungen für die Kraftstoffexporte vor.

Warum Angriffe auf Raffinerien international spürbar werden

Für den Weltmarkt ist entscheidend, dass eine Raffinerie etwas anderes ist als ein Ölfeld. Wird eine Förderanlage getroffen, kann weniger Rohöl zur Verfügung stehen. Fällt dagegen Raffineriekapazität aus, kann weiterhin Rohöl vorhanden sein, aber weniger Benzin, Diesel, Kerosin oder andere verarbeitete Produkte erreichen den Markt. Gerade bei Diesel kann das schnell Auswirkungen auf Transport, Landwirtschaft, Industrie und Schifffahrt haben.

Die Angriffe auf russische Raffinerien treffen einen Markt, der bereits außergewöhnlich angespannt ist. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur lagen die Nettoexporte von Diesel und Gasöl aus den Golfstaaten im August nur noch bei rund 390.000 Barrel pro Tag und damit bei etwas mehr als einem Viertel des Niveaus vor den jüngsten kriegsbedingten Störungen. Gleichzeitig haben Ausfälle russischer Raffinerien und stark gesunkene russische Produktexporte das Angebot zusätzlich reduziert.

Zusammengenommen lagen die Nettoexporte von Diesel und Gasöl aus Russland und den Golfstaaten im August nach Berechnungen der IEA rund 1,6 Millionen Barrel pro Tag unter dem Niveau vom Februar. Vor den aktuellen Ausfällen standen beide Regionen zusammen für fast 45 Prozent des weltweiten seewärtigen Handels mit diesen Kraftstoffen. Damit haben die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien zwar eine nachweisbare internationale Bedeutung, sie sind aber nicht die einzige Ursache der außergewöhnlich angespannten Versorgungslage.

Trumps Darstellung greift bei der Ursache zu kurz

Die IEA verweist insbesondere auf die weiterhin stark eingeschränkten Öl- und Produktexporte aus der Golfregion. Probleme an der Straße von Hormus, weitere Angriffe im Nahen Osten und Störungen wichtiger Transportwege haben die verfügbaren Mengen deutlich reduziert. Zusätzlich treffen die Ausfälle in Russland nun auf einen Markt, dem alternative Raffineriekapazitäten nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Auch in den USA ist die Entwicklung inzwischen deutlich zu spüren. Nach Daten des Preisbeobachters GasBuddy, auf die Reuters verweist, stieg der landesweite durchschnittliche Dieselpreis in der vergangenen Woche erstmals über sechs Dollar je Gallone. Die Entwicklung erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die US-Regierung, weil Diesel unter anderem für Lastwagen, Landwirtschaft, Bahnverkehr und Teile der Schifffahrt benötigt wird.

Forderung berührt einen zentralen Teil der ukrainischen Strategie

Trumps Vorstoß geht deshalb über eine energiepolitische Forderung hinaus. Ein Verzicht auf Angriffe gegen russische Raffinerien würde einen wichtigen Bestandteil der ukrainischen Strategie für weitreichende Angriffe betreffen. Kiew versucht mit diesen Operationen, Russlands Versorgung mit Treibstoff zu erschweren, Exporterlöse zu reduzieren und wirtschaftliche Kosten weit hinter der Front zu erzeugen.

Zugleich greift Russland weiterhin ukrainische Energie-, Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur an. Erst in der Nacht zum Sonntag setzte Moskau nach ukrainischen Angaben Hunderte Drohnen gegen Ziele in der Ukraine ein. Damit kommt Trumps Forderung in einer Phase, in der beide Kriegsparteien verstärkt versuchen, nicht nur militärische Kräfte an der Front, sondern auch wirtschaftlich und logistisch bedeutende Infrastruktur des Gegners zu treffen. Ob Selenskyj auf den amerikanischen Vorstoß eingeht und ob Washington daraus eine konkrete Bedingung für seine weitere Ukrainepolitik macht, war zunächst nicht bekannt.

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