
Das Weiße Haus hat unter US-Präsident Donald Trump einen eigenen 24-Stunden-Videokanal gestartet. „Trump TV: The Essentials Station“ ging am 21. September 2026 online und ist über die Website des Weißen Hauses, dessen offizielle App und YouTube erreichbar. Offiziell wird der Stream als Möglichkeit präsentiert, wichtige Momente der Präsidentschaft an einem Ort zu zeigen. Einen klassischen Nachrichtensender mit Moderatoren, laufenden Nachrichten und eigener Redaktion stellt das Angebot bislang jedoch nicht dar.
Der Start fällt in eine Phase eines verschärften Konflikts zwischen Trump und Teilen der US-Presse. Kurz zuvor hatte der Präsident CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus entzogen. Die betroffenen Medien klagten dagegen. Andere große US-Fernsehsender setzten daraufhin zeitweise ihre gemeinsame Pool-Berichterstattung aus. Ein Bundesrichter ordnete später zunächst an, den drei Medien den Zugang wieder zu ermöglichen. Die Regierung kam dieser Anordnung am 24. September nach. Das Gerichtsverfahren läuft weiter.
Auf der Internetseite des Weißen Hauses wird Trump TV als eigener Kanal neben dem regulären Livestream geführt. Dort trägt der normale White-House-Livestream die Bezeichnung „CH 45“, während Trump TV als „CH 47“ erscheint. Die Zahlen spielen auf Trumps Amtszeiten als 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten an.
Nach Angaben von Axios startete der durchgehend laufende Stream am Montagabend, dem 21. September. Zu sehen sind sowohl aktuelle Auftritte von Trump und anderen Regierungsmitgliedern als auch aufgezeichnete Veranstaltungen aus der Vergangenheit. Das Weiße Haus verbreitet das Programm zusätzlich über seinen offiziellen YouTube-Auftritt und seine App.
Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses beschrieb den Zweck gegenüber Axios als Wiederholung von Auftritten Trumps, die aus Sicht der Regierung von etablierten Medien nicht angemessen dargestellt würden. Dabei handelt es sich um die Position des Weißen Hauses.
Der Begriff „24/7“ bedeutet nicht, dass Trump TV rund um die Uhr aktuelle Nachrichten oder Livebilder sendet. Bereits kurz nach dem Start bestand ein erheblicher Teil des Programms aus Wiederholungen.
Axios beobachtete beispielsweise am 22. September, dass Trump TV eine frühere Rede vom National Prayer Breakfast zeigte, während Trump zeitgleich vor der UN-Generalversammlung sprach. Daneben liefen unter anderem frühere Reden, öffentliche Auftritte und Veranstaltungen der Regierung. Der Sender verfügte zu diesem Zeitpunkt weder über Nachrichtensprecher noch über einen Nachrichtenticker oder die für klassische Nachrichtensender üblichen Einblendungen.
Auch BILD beschrieb bei einem Test des Angebots zahlreiche ältere Aufzeichnungen. Dazu gehörten nach Darstellung der Zeitung Trumps Amtseinführung im Januar 2025 sowie frühere Reden und andere Veranstaltungen. Zugleich waren im Programm auch aktuellere Termine aus der UN-Woche zu sehen. Die Beobachtung, dass Trump TV überwiegend ein Gemisch aus Wiederholungen und ausgewählten Live-Terminen zeigt, deckt sich damit mit der Beschreibung anderer US-Medien.
Damit ist Trump TV bislang eher ein durchgehender offizieller Video-Stream der Präsidentschaft als ein eigenständiges Nachrichtennetzwerk.
Anders als Trumps kommerzielles Streamingangebot Truth+ gehört Trump TV zum offiziellen Kommunikationsangebot des Weißen Hauses. Der Stream läuft auf staatlichen Plattformen und dem offiziellen YouTube-Auftritt der US-Regierung. Truth+ wird dagegen von Trump Media betrieben und ist ein separates kommerzielles Angebot.
Wie viele Beschäftigte ausschließlich für Trump TV arbeiten, wer den täglichen Programmplan festlegt und welches Budget dem Angebot zugeordnet wird, hat das Weiße Haus bislang nicht detailliert veröffentlicht. Axios berichtete ebenfalls, dass unter anderem Personalstruktur und Programmverantwortung zunächst offenblieben. Ein eigener Finanzierungsplan für Trump TV ist nicht bekannt.
Davon zu unterscheiden sind separat geschaltete Fernsehspots der US-Regierung. Die Regierung ließ Ende September Werbespots mit Trump im kommerziellen Fernsehen ausstrahlen, die ausdrücklich als von der US-Regierung bezahlt gekennzeichnet waren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wurden für einen dieser Spots mindestens 443.000 Dollar ausgegeben. Diese Kampagne ist nicht mit dem laufenden Trump-TV-Stream gleichzusetzen.
Kritik am neuen Kanal kommt unter anderem von demokratischen Politikern. Der demokratische Senator Mark Kelly aus Arizona und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bezeichneten Trump TV öffentlich als staatlich kontrolliertes Fernsehen. Das Weiße Haus wies diese Einordnung zurück. Ein Regierungsvertreter erklärte gegenüber NPR sinngemäß, die Argumentation sei nicht schlüssig und verglich sie mit den eigenen Kommunikationskanälen demokratischer Politiker.
Auch Vertreter von Organisationen für Pressefreiheit äußerten Bedenken. Jodie Ginsberg, Geschäftsführerin des Committee to Protect Journalists, warnte in einem Interview mit PBS vor einer Situation, in der ausschließlich von der Regierung bereitgestelltes Material die öffentliche Wahrnehmung präge. Sie stellte ihre Kritik ausdrücklich in den Zusammenhang mit dem Ausschluss unabhängiger Medien aus dem Weißen Haus.
Diese Kritik richtet sich damit nicht allein gegen die Existenz eines offiziellen Regierungskanals. US-Regierungen verbreiten seit Langem eigene Reden, Livestreams und Videos. Im Mittelpunkt der aktuellen Auseinandersetzung steht vielmehr die Kombination aus einem von der Regierung kontrollierten Stream und den gleichzeitig verhängten Zugangsbeschränkungen gegen einzelne Nachrichtenorganisationen.
Trump hatte CNN, MS NOW und Politico am 18. September vom Weißen Haus ausgeschlossen und ihnen unter anderem vorgeworfen, falsche Berichte zu verbreiten. Die drei Unternehmen bestritten die Vorwürfe und klagten gegen die Entscheidung. Sie beriefen sich dabei auf die im ersten Verfassungszusatz geschützte Pressefreiheit sowie auf Verfahrensrechte.
Bundesrichter Timothy Kelly ordnete am 24. September vorläufig an, die Zugangssperre aufzuheben. Die Regierung stellte anschließend die Zugangsberechtigungen wieder her. Damit konnten auch die großen Fernsehsender ihre Pool-Berichterstattung wieder aufnehmen. Über die grundlegenden rechtlichen Fragen des Verfahrens ist damit noch nicht abschließend entschieden.
Der Streit macht zugleich deutlich, warum die unabhängige Pool-Berichterstattung in Washington eine besondere Rolle spielt. ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC wechseln sich normalerweise mit der Fernsehbegleitung des Präsidenten ab und stellen ihre Aufnahmen anschließend zahlreichen anderen Medien zur Verfügung. Das Material des Weißen Hauses ist davon unabhängig und wird von der Regierung selbst produziert.
Eine Woche nach dem Start ist Trump TV damit vor allem ein zusätzlicher direkter Kommunikationskanal des Weißen Hauses. Live-Auftritte können Bestandteil des Programms sein, bilden aber nicht durchgehend dessen Inhalt. Ältere Reden, Zeremonien und andere Aufzeichnungen füllen einen erheblichen Teil des 24-Stunden-Programms.
Nicht öffentlich erläutert sind bislang ein eigenes Budget, eine konkrete Personalstärke oder eine redaktionelle Organisationsstruktur. Belegt ist dagegen, dass das Weiße Haus den Stream selbst betreibt und ihn über seine offiziellen digitalen Kanäle verbreitet.






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