Trump will Europa für frühere US-Hilfe an die Ukraine zahlen lassen

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Symbolbild mit KI erstellt

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US-Präsident Donald Trump will europäische Staaten nachträglich an den Kosten früherer amerikanischer Militärhilfe für die Ukraine beteiligen. Trump erklärte am Donnerstag, 3. September 2026, die USA würden Geld für Waffen und Munition zurückfordern, die während der Regierung seines Vorgängers Joe Biden für die Ukraine bereitgestellt worden waren. Welche europäischen Staaten zahlen sollen und um welche Summe es geht, ließ Trump offen.

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Trump nennt weder Summe noch betroffene Staaten

Trump erhob die Forderung in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Darin warf er der früheren Biden-Regierung vor, der Ukraine und der NATO Hilfen im Umfang von Hunderten Milliarden Dollar ohne Gegenleistung zur Verfügung gestellt zu haben. Europa hätte diese Kosten nach seiner Darstellung übernommen, wenn Washington dies verlangt hätte. Nun wolle seine Regierung das Geld nachträglich einfordern.

Eine konkrete Rechnung legte Trump nicht vor. Er nannte weder einzelne Staaten noch einen Verteilungsschlüssel oder einen Zeitpunkt für mögliche Zahlungen. Auch unterschied er in seinem Beitrag nicht zwischen Militärhilfe für die Ukraine, Ausgaben für amerikanische Streitkräfte in Europa, der Wiederbeschaffung abgegebener US-Waffen und anderen Bestandteilen der amerikanischen Reaktion auf den russischen Angriffskrieg.

Damit ist zunächst nur die politische Forderung des Präsidenten konkret belegt. Wie daraus Zahlungsforderungen an einzelne europäische Regierungen entstehen sollen, blieb offen.

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US-Gesamtausgaben sind nicht mit Ukraine-Waffenhilfe gleichzusetzen

Die von Trump angesprochene Größenordnung von Hunderten Milliarden Dollar lässt sich nicht vollständig als kostenlos an die Ukraine übergebene Militärhilfe einordnen.

Nach Angaben der amerikanischen Aufsicht für die Operation Atlantic Resolve hatte der US-Kongress seit Februar 2022 bis Ende März 2026 rund 195 Milliarden Dollar für die Ukraine-Reaktion und damit verbundene Maßnahmen bewilligt oder anderweitig verfügbar gemacht. In dieser Summe stecken neben Hilfen für die Ukraine unter anderem Ausgaben für US-Militäraktivitäten in Europa sowie Mittel zur Wiederauffüllung amerikanischer Waffenbestände.

Der Wert der direkt für die Ukraine zugesagten amerikanischen Verteidigungsgüter und militärischen Dienstleistungen lag nach derselben US-Quelle bis Ende März 2026 bei rund 67,8 Milliarden Dollar. Verbündete und Partner der USA hatten demnach ihrerseits rund 130 Milliarden Dollar an Sicherheitshilfe zugesagt.

Hinzu kommen wirtschaftliche und humanitäre Hilfen. Ein Teil der amerikanischen Finanzunterstützung wurde zudem ausdrücklich als Kredit vergeben. So stellte Washington Ende 2024 im Rahmen eines G7-Programms 20 Milliarden Dollar bereit. Dieser Kredit soll aus Erträgen eingefrorener russischer Staatsvermögen zurückgezahlt werden.

Europa finanziert US-Waffen bereits über die NATO

Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus hat sich das Finanzierungsmodell für neue amerikanische Waffenlieferungen an die Ukraine deutlich verändert.

Im Juli 2025 starteten die USA und die NATO die sogenannte Prioritised Ukraine Requirements List, kurz PURL. Dabei identifiziert die NATO besonders dringend benötigte Waffen und Munition, die von den Vereinigten Staaten geliefert werden können. Andere NATO-Staaten und Partner finanzieren die Pakete.

Bis zum Sommer 2026 waren nach NATO-Angaben mehr als sechs Milliarden Dollar für amerikanisches Militärgerät über dieses Verfahren finanziert worden. Mehr als zwei Drittel der NATO-Staaten sowie Australien und Neuseeland hatten sich beteiligt. Auch Deutschland finanzierte bereits ein Paket im Wert von rund 500 Millionen Dollar.

Das Weiße Haus hebt dieses Modell ausdrücklich als Teil von Trumps Strategie hervor, die finanziellen Lasten stärker auf europäische Verbündete zu verlagern und gleichzeitig Waffen aus amerikanischer Produktion zu liefern.

Europäische Unterstützung liegt ebenfalls im dreistelligen Milliardenbereich

Auch Europa hat seit Beginn der russischen Großinvasion erhebliche eigene Mittel für die Ukraine aufgebracht. Die EU und ihre Mitgliedstaaten bezifferten ihre finanzielle, militärische, humanitäre und Flüchtlingshilfe bis Mitte Juni 2026 auf mehr als 226 Milliarden Dollar. Diese Zahl umfasst unterschiedliche Unterstützungsformen und ist deshalb nicht unmittelbar mit den amerikanischen Militärausgaben vergleichbar.

Zusätzlich beschloss die EU für 2026 und 2027 ein Unterstützungsdarlehen von 90 Milliarden Euro. Davon sind nach Angaben des Europäischen Rates rund 60 Milliarden Euro für militärische Unterstützung vorgesehen. Die Rückzahlung des Darlehens ist grundsätzlich an künftige russische Reparationszahlungen gekoppelt.

Forderung fällt in Debatte über amerikanische Munitionsbestände

Trump verband seine Forderung an Europa mit der Diskussion über die Belastung amerikanischer Munitionsbestände durch den Krieg mit Iran. Er wies Darstellungen zurück, wonach die Vorräte der Vereinigten Staaten stark erschöpft seien, und erklärte, die Produktion werde ausgeweitet.

Gleichzeitig sagte Trump, Munition werde derzeit vorrangig für die Vereinigten Staaten zurückgehalten und nicht an andere Länder verkauft. Verkäufe an Verbündete sollten nach seinen Angaben bald wieder beginnen. Einen formellen Zeitplan für diese Lieferungen nannte er nicht.

Damit erweitert Trump seinen seit Jahren verfolgten Kurs einer stärkeren finanziellen Beteiligung europäischer Verbündeter um eine neue Forderung. Während Europa neue amerikanische Waffen für die Ukraine über PURL bereits mitfinanziert, zielt seine jüngste Erklärung ausdrücklich auch auf Kosten aus der Zeit vor Einführung dieses Modells.

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