Werner Herzog kehrt mit „Bucking Fastard“ in den Wettbewerb zurück

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Werner Herzog ist mit einem neuen Spielfilm im Hauptwettbewerb der Filmfestspiele von Venedig vertreten. „Bucking Fastard“ feierte am Donnerstag, 3. September 2026, seine Weltpremiere auf dem Lido. Zwei Tage vor seinem 84. Geburtstag tritt der deutsche Regisseur damit erneut bei einem der wichtigsten internationalen Filmfestivals an.

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Der 109 Minuten lange englischsprachige Film ist eine Produktion aus Irland und den USA. In den Hauptrollen spielen Kate Mara, Rooney Mara, Orlando Bloom und Domhnall Gleeson. „Bucking Fastard“ gehört zu den 21 Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen, der am 12. September vergeben wird.

Rooney und Kate Mara erstmals gemeinsam vor der Kamera

Im Zentrum stehen Jean und Joan Holbrooke, zwei Schwestern, deren Verbindung ungewöhnlich eng ist. Sie sprechen gleichzeitig, teilen dieselben Träume und verlieben sich in denselben Mann. Kate und Rooney Mara, die auch im wirklichen Leben Schwestern sind, stehen mit dem Film erstmals gemeinsam vor der Kamera.

Für die synchron gesprochenen Dialoge waren zunächst zwei Wochen Proben vorgesehen. Herzog beendete die Vorbereitung jedoch bereits nach fünf Tagen, weil die Abstimmung der beiden Schauspielerinnen aus seiner Sicht funktionierte. Rooney Mara erklärte bei der Vorstellung in Venedig, die gemeinsame Kindheit und die langjährige Vertrautheit hätten die Arbeit erleichtert.

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Neben den Mara-Schwestern ist Orlando Bloom als Mann zu sehen, für den sich beide Figuren interessieren. Domhnall Gleeson gehört ebenfalls zur Hauptbesetzung. Die Kamera führte Herzogs langjähriger Mitarbeiter Peter Zeitlinger, die Musik stammt von Ernst Reijseger.

Eine Filmidee, die Jahrzehnte liegen blieb

Ausgangspunkt für das Projekt war eine Begegnung Herzogs mit den britischen Zwillingen Greta und Freda Chaplin vor rund 45 Jahren. Die beiden wurden in Großbritannien in den 1980er Jahren durch ihre außergewöhnlich enge Verbindung bekannt und sprachen unter anderem gleichzeitig.

Herzog machte aus dieser Beobachtung jedoch keine direkte Verfilmung ihres Lebens. Bei der Präsentation in Venedig bezeichnete er die Geschichte von Jean und Joan Holbrooke als erfunden. Die ursprüngliche Idee habe lange brachgelegen. Nachdem die Besetzung mit Rooney und Kate Mara ins Gespräch gekommen sei, schrieb Herzog das Drehbuch nach eigenen Angaben innerhalb von fünf Tagen.

„Bucking Fastard“ ist zugleich Herzogs erster fiktionaler Spielfilm seit „Family Romance, LLC“ aus dem Jahr 2019. In den vergangenen Jahren hatte er vor allem Dokumentarfilme realisiert.

Nach dem Cannes-Verzicht folgt der Wettbewerb in Venedig

Die Festivalpremiere hat auch deshalb eine besondere Vorgeschichte. Herzog hatte „Bucking Fastard“ im Frühjahr nicht beim Filmfestival in Cannes gezeigt. Sein langjähriger Manager David Gersh bestätigte damals, dass Herzog eine Einladung ausgeschlagen hatte, weil der Film nicht für den Hauptwettbewerb vorgesehen war.

In Venedig erhielt „Bucking Fastard“ nun einen Platz in der offiziellen Konkurrenz. Damit kann der Film dort auch um den Goldenen Löwen und die weiteren Wettbewerbspreise antreten.

Erst der Ehrenlöwe, jetzt wieder ein neuer Film

Für Herzog ist die Rückkehr nach Venedig zugleich eine Fortsetzung seines Auftritts im vergangenen Jahr. 2025 zeichnete ihn die Biennale mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk aus. Damals stellte er außerdem den Dokumentarfilm „Ghost Elephants“ außer Konkurrenz vor.

Schon bei der Bekanntgabe der Ehrung hatte Herzog ausdrücklich erklärt, nicht an Ruhestand zu denken. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits in Irland an „Bucking Fastard“.

Der am 5. September 1942 in München geborene Filmemacher wird am Samstag 84 Jahre alt. Zu seinen international bekanntesten Arbeiten gehören „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu: Phantom der Nacht“, „Fitzcarraldo“ und der Dokumentarfilm „Grizzly Man“.

Weitere Auszeichnung für Werner Herzog steht bevor

Nach Venedig folgt für Herzog bereits der nächste große Festivaltermin. Am 18. September soll er bei der Eröffnung des Filmfestivals von San Sebastián den Donostia Award erhalten. Es ist die höchste Ehrenauszeichnung des Festivals für ein filmisches Lebenswerk. Im Anschluss an die Eröffnungsgala soll dort ebenfalls „Bucking Fastard“ gezeigt werden.

Herzog widmete seinen neuen Film zudem dem verstorbenen Regisseur David Lynch. Bei der Vorstellung in Venedig sagte er, beide hätten trotz ihrer sehr unterschiedlichen Arbeiten ein tiefes Verständnis für das Werk des jeweils anderen gehabt.

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