
Die Deutsche Bank bleibt mit deutlichem Abstand das größte Kreditinstitut Deutschlands. Im neuen Ranking der größten Banken in Deutschland 2026 wird für das Frankfurter Institut zum Ende des Geschäftsjahres 2025 eine Bilanzsumme von rund 1.435 Milliarden Euro ausgewiesen. Dahinter folgen die DZ Bank mit rund 661 Milliarden Euro und die Commerzbank mit etwa 590 Milliarden Euro. Damit bleibt die Reihenfolge an der Spitze gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Insgesamt war 2025 für viele große deutsche Banken ein profitables Jahr. Nach der am Donnerstag veröffentlichten Top-50-Auswertung stiegen die Bilanzsummen der erfassten Institute gegenüber 2024 im Durchschnitt um 1,8 Prozent. Im Vorjahresranking hatte das Wachstum noch 4,1 Prozent betragen. Von den 50 Instituten vergrößerten 34 ihre Bilanz, 15 meldeten einen Rückgang. Für ein Institut lag bei Abschluss der Auswertung lediglich der Vorjahreswert vor.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Ergebnisse. Die veröffentlichte Auswertung weist für den Jahresüberschuss der Top-50-Banken 2025 gegenüber 2024 ein Plus von 23,8 Prozent aus. Die öffentlich zugängliche Darstellung erläutert allerdings nicht näher, ob dieser Prozentwert aus einer aggregierten Summe der Jahresüberschüsse oder mit einer anderen Gewichtungsmethode berechnet wurde. Der Wert sollte deshalb als Kennzahl des Rankings verstanden werden und nicht als Gewinnwachstum jedes einzelnen Instituts.
Auch bei wichtigen Ertragskomponenten ging es nach oben. Der Zinsüberschuss der 50 Institute nahm laut Ranking 2025 im Vorjahresvergleich durchschnittlich um 2,5 Prozent zu. Der Provisionsüberschuss stieg durchschnittlich um 5,6 Prozent. Das Eigenkapital erhöhte sich demnach um 3,7 Prozent, die Zahl der Beschäftigten um 3,9 Prozent.
Wie unterschiedlich sich einzelne Geschäftsmodelle entwickeln können, zeigt die DZ Bank. Der Konzern meldete für 2025 einen Zinsüberschuss von 3,839 Milliarden Euro nach 4,670 Milliarden Euro im Jahr 2024. Gleichzeitig wuchs der Provisionsüberschuss von 3,191 auf 3,370 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis stieg von 2,390 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 2,880 Milliarden Euro 2025.
Auch die Deutsche Bank profitierte 2025 von höheren Ergebnissen und geringeren Belastungen. Ihr Zinsüberschuss stieg nach den veröffentlichten Konzernzahlen von rund 15,16 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 15,67 Milliarden Euro 2025. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle sank von 1,83 Milliarden Euro auf rund 1,71 Milliarden Euro.
Den stärksten prozentualen Bilanzzuwachs innerhalb der Top 50 verzeichnete 2025 nach dem Ranking die BBBank. Ihre Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber 2024 um 15,3 Prozent. Der Geschäftsbericht der Bank bestätigt den deutlichen Anstieg: Die Bilanzsumme wuchs von 19,356 Milliarden Euro Ende 2024 auf 22,320 Milliarden Euro Ende 2025. Gleichzeitig legte der Jahresüberschuss von 16 Millionen auf 21 Millionen Euro zu.
Auf die BBBank folgen in der Ranking-Auswertung die Volkswagen Bank mit einem Bilanzwachstum von 11,8 Prozent und die Berliner Volksbank mit 11,5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2024.
Deutlich in die andere Richtung entwickelten sich zwei auf bestimmte Finanzierungsbereiche spezialisierte Häuser. Bei der Hamburg Commercial Bank sank die Bilanzsumme laut Ranking 2025 gegenüber dem Vorjahr um 14,9 Prozent. Das Institut hatte sich unter anderem aus Teilen des internationalen Immobiliengeschäfts, der Flugzeugfinanzierung und Bereichen des strukturierten Finanzierungsgeschäfts zurückgezogen. Bei der Deutschen Pfandbriefbank ging die Bilanzsumme um 9,7 Prozent zurück. Die Bank hatte ihren Rückzug aus dem US-Gewerbeimmobilienmarkt vorangetrieben.
Die Entwicklung zeigt zugleich, wie stark das veränderte Zinsumfeld die deutschen Banken weiterhin beeinflusst. Nach den Jahren extrem niedriger und zeitweise negativer Leitzinsen konnten Banken wieder höhere Margen im Einlagen- und Kreditgeschäft erzielen. Allerdings wirkt sich die Zinsentwicklung nicht bei allen Instituten gleich aus. Geschäftsmodell, Refinanzierung, Laufzeiten von Krediten und Einlagen sowie die Zusammensetzung der Kundengelder bestimmen wesentlich, wie stark ein Institut von höheren Marktzinsen profitiert.
Neben dem Zinsgeschäft gewinnt das Provisionsgeschäft an Bedeutung. Dass der Provisionsüberschuss der Top 50 laut Ranking 2025 mit durchschnittlich 5,6 Prozent stärker zunahm als der Zinsüberschuss, verweist unter anderem auf höhere Erträge aus Wertpapier-, Anlage- und Vorsorgegeschäften.
Ein weiterer entscheidender Faktor bleibt die Risikovorsorge. Banken müssen Rückstellungen bilden, wenn sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kreditnehmer ihre Verpflichtungen nicht vollständig erfüllen können. Die Entwicklung ist derzeit je nach Institut sehr unterschiedlich. Bei der Deutschen Bank sank die Kreditrisikovorsorge 2025 beispielsweise um sieben Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Die Bank verwies zugleich weiterhin auf Belastungen bei Gewerbeimmobilien.
Bei der DZ Bank sank die Risikovorsorge von 845 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 653 Millionen Euro 2025. Damit trug auch eine geringere Belastung aus Kreditrisiken zur Ergebnisentwicklung des Konzerns bei.
Während die größten Institute ihre Stellung weitgehend behaupten, setzt sich die Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt fort. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank gab es Ende 2025 noch 1.329 Kreditinstitute in Deutschland. Das waren 39 weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt registrierte die Bundesbank 2025 insgesamt 34 Fusionen.
Besonders ausgeprägt war die Entwicklung bei den Genossenschaftsbanken. Dort entfielen 27 Fusionen auf das Jahr 2025. Die Zahl der genossenschaftlichen Institute sank um 3,7 Prozent auf 647. Im Sparkassensektor verringerte sich die Zahl durch fünf Zusammenschlüsse auf 344 Institute. Die sechs Landesbanken blieben davon unberührt.
Damit verändert sich die Bankenlandschaft vor allem unterhalb der größten Institute. Viele Fusionen betreffen kleinere Volksbanken, Raiffeisenbanken und Sparkassen, die sich zusammenschließen, um Kosten, Regulierung, IT-Investitionen und den zunehmenden digitalen Wettbewerb auf eine größere Basis zu verteilen.
Auch das Filialnetz wird kleiner. Die Bundesbank zählte Ende 2025 noch 16.799 inländische Zweigstellen, 1.071 weniger als Ende 2024. Das entsprach einem Rückgang von sechs Prozent. Als Ursachen nennt die Bundesbank unter anderem Digitalisierung, Kostendruck und verändertes Kundenverhalten.
Das aktuelle Top-50-Ranking wurde am 27. August 2026 veröffentlicht. Zentrales Größenkriterium ist die Bilanzsumme der Institute für das Geschäftsjahr 2025.
Die wesentlichen Spitzenwerte stimmen mit veröffentlichten Unternehmenszahlen überein. Die DZ Bank weist für Ende 2025 eine Konzernbilanzsumme von 661,425 Milliarden Euro aus. Die Commerzbank nennt für das Geschäftsjahr 2025 eine Bilanzsumme von 590 Milliarden Euro. Auch unabhängige Übersichten führen Deutsche Bank, DZ Bank und Commerzbank in dieser Reihenfolge an.
Der Abstand an der Spitze bleibt dabei außergewöhnlich groß. Die Bilanzsumme der Deutschen Bank ist mehr als doppelt so hoch wie jene der zweitplatzierten DZ Bank. Hinter den drei größten Häusern bleibt der deutsche Bankenmarkt dagegen stark fragmentiert. Landesbanken, Förderbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Direktbanken und Spezialfinanzierer bilden weiterhin eine Struktur, die sich deutlich von stärker konzentrierten Bankenmärkten anderer europäischer Länder unterscheidet.
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