
Berlin. Nach dem Brand in einem Technikraum des U-Bahnhofs Wittenbergplatz entspannt sich die Lage im Berliner U-Bahnnetz langsam. Seit Freitag, 18. September 2026, um 10 Uhr fährt die Linie U3 wieder auf ihrer gesamten Strecke. Für Fahrgäste der U1 und U2 bestehen dagegen weiterhin erhebliche Einschränkungen. Der Bahnhof Wittenbergplatz bleibt zudem zunächst geschlossen.
Das Feuer war bereits in der Nacht zum Donnerstag während der Betriebspause ausgebrochen. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe entstand der Brand in einem Schaltraum des Bahnhofs Wittenbergplatz. Ursache war demnach ein technischer Defekt. Die BVG schließt Fremdverschulden aus. Fahrgäste befanden sich während des Brandes nicht im betroffenen Bereich. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Feuerwehr und Polizei brachten die Situation nach dem Ausbruch des Feuers schnell unter Kontrolle.
Die Folgen des technischen Defekts waren dennoch erheblich. Am Donnerstagmorgen musste der U-Bahnhof Wittenbergplatz vollständig geschlossen werden. Betroffen waren gleich drei wichtige Linien der Berliner U-Bahn.
Die U1 stellte ihren Betrieb zunächst komplett ein. Bei der U2 war der Verkehr zwischen Potsdamer Platz und Zoologischer Garten unterbrochen. Auf der U3 konnten zunächst zwischen Fehrbelliner Platz und Möckernbrücke keine Züge verkehren. Für diesen Abschnitt richtete die BVG einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Im Laufe des Donnerstags konnte das Angebot schrittweise erweitert werden. Die U3 fuhr schließlich wieder bis Spichernstraße. Dort konnten Fahrgäste auf die U9 ausweichen. Auch auf der östlichen Seite des betroffenen Bereichs wurden Verbindungen bis zum Gleisdreieck ermöglicht. Parallel arbeiteten technische Teams der BVG an den beschädigten Kabeln und Anlagen.
Die Störung traf damit eine zentrale Ost-West-Verbindung durch die Berliner Innenstadt und wirkte sich auch auf den Berufsverkehr aus. Die BVG empfahl Fahrgästen unter anderem, zwischen Alexanderplatz und Zoologischer Garten auf die S-Bahn auszuweichen. Als weitere Alternative wurde die U7 genannt. Auch reguläre Buslinien rund um Wittenbergplatz und Potsdamer Platz konnten genutzt werden.
Am Freitagmorgen gelang die erste größere Rückkehr zum regulären Betrieb. Seit 10 Uhr fährt die U3 nach Angaben der BVG wieder auf ihrer gesamten Strecke. Die dafür notwendigen Arbeiten an Kabeln und technischen Anlagen wurden in der Nacht abgeschlossen. Unmittelbar nach der Wiederaufnahme könne es allerdings noch zu einzelnen Unregelmäßigkeiten kommen.
Eine wichtige Einschränkung bleibt bestehen: Der Bahnhof Wittenbergplatz ist weiterhin geschlossen. Die Züge der U3 fahren durch die Station, halten dort aber zunächst nicht. Hintergrund sind noch laufende Reinigungsarbeiten. Fahrgäste, die zum Wittenbergplatz wollen, sollen nach Empfehlung der BVG am Nollendorfplatz aussteigen und von dort Busverbindungen nutzen.
Damit steht zumindest eine der drei betroffenen Linien wieder weitgehend zur Verfügung. Außerdem können Reisende die noch bestehende Unterbrechung auf der U2 über U3 und U9 umgehen. Ein Umstieg ist dafür am Bahnhof Spichernstraße möglich.
Bei U1 und U2 zeichnet sich dagegen noch keine schnelle vollständige Normalisierung ab. Die BVG hatte am Donnerstag zunächst damit gerechnet, dass die U2 im Laufe der folgenden Woche wieder regulär fahren könnte und die U1 wenige Tage später folgen würde. Diese Prognose wurde am Freitagvormittag jedoch nicht bestätigt.
Nach dem aktuellen Stand haben Untersuchungen im betroffenen Technikbereich ergeben, dass die erforderlichen Maßnahmen an U1 und U2 voraussichtlich umfangreicher ausfallen als zunächst angenommen. Bevor die eigentlichen Reparaturen beginnen können, muss der Bereich zunächst gereinigt werden. Erst anschließend will die BVG einen verlässlichen Zeitplan für die Wiederaufnahme nennen.
Damit bleibt insbesondere auf der U2 eine empfindliche Lücke im Netz bestehen. Die Linie verbindet zahlreiche zentrale Bahnhöfe und Stadtteile vom Westen Berlins über die Innenstadt bis in den Osten. Auch die U1 ist eine wichtige Verbindung zwischen der City-West und Kreuzberg.
Zum Auslöser des Brandes äußerte sich die BVG eindeutig. Das Feuer entstand nach Angaben des Unternehmens aufgrund eines technischen Defekts im Technikbereich des Bahnhofs. Fremdverschulden sei ausgeschlossen. Bereits am frühen Donnerstagmorgen hatte die Polizei einen technischen Defekt als wahrscheinliche Ursache genannt.
In frühen Berichten war von einem Brand an einem Sicherungskasten die Rede. Die BVG beschreibt den betroffenen Bereich inzwischen allgemeiner als Schaltraum beziehungsweise Technikraum. Angaben zu einem größeren Feuer außerhalb dieses technischen Bereichs gibt es nicht. Die Feuerwehr konnte den Brand nach den vorliegenden Angaben schnell löschen.
Wie groß der materielle Schaden an der technischen Infrastruktur insgesamt ist, wurde zunächst nicht beziffert. Dass die Reparaturen an U1 und U2 umfangreicher als zunächst angenommen ausfallen könnten, deutet allerdings darauf hin, dass nicht nur kurzfristige Arbeiten erforderlich sind.
Für Fahrgäste bedeutet der aktuelle Stand deshalb eine zweigeteilte Lage: Auf der U3 ist der durchgehende Verkehr wieder möglich, wenn auch zunächst ohne Halt am Wittenbergplatz. Auf U1 und U2 bleiben dagegen Einschränkungen bestehen. Wann beide Linien wieder vollständig nach regulärem Fahrplan verkehren können, war am Freitagvormittag noch offen.
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