Uniper schließt Großvertrag für nachhaltigen Flugkraftstoff

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Der Energiekonzern Uniper hat sich langfristig große Mengen synthetischen Flugkraftstoffs aus Dänemark gesichert. Das Unternehmen will künftig jährlich 40.000 Tonnen E-Kerosin von Arcadia eFuels beziehen. Der Vertrag läuft über mehr als zehn Jahre. Produziert werden soll der Kraftstoff im Projekt Endor im dänischen Vordingborg.

Lieferungen sollen Anfang der 2030er beginnen

Nach Angaben von Uniper ist die Abnahmevereinbarung rechtlich bindend. Die tatsächlichen Lieferungen stehen jedoch unter vereinbarten Voraussetzungen. Dazu gehört insbesondere, dass die geplante Produktionsanlage ihren kommerziellen Betrieb aufnimmt. Der derzeitige Zeitplan sieht den Beginn der Lieferungen Anfang der 2030er-Jahre vor.

Die vereinbarte Jahresmenge von 40.000 Tonnen entspricht nach Berechnungen der Unternehmen ungefähr dem Treibstoffbedarf von 1.000 Flügen einer Boeing 787-9 auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi. Uniper bezeichnet die Vereinbarung als einen der größeren bislang angekündigten Abnahmeverträge für synthetischen nachhaltigen Flugkraftstoff.

Projekt Endor entsteht im dänischen Vordingborg

Arcadia eFuels entwickelt die Anlage im Hafen von Vordingborg. Das Projekt ist auf eine Produktion von rund 80.000 Tonnen synthetischen Kraftstoffen pro Jahr ausgelegt. Als Rohstoffe sollen erneuerbarer Strom, Wasser und abgeschiedenes Kohlendioxid dienen. E-Kerosin soll dabei das wichtigste Produkt sein.

Das Projekt hat bereits mehrere Entwicklungsschritte durchlaufen. 2024 wurde die technische Front-End-Planung abgeschlossen. 2025 erhielt Arcadia nach eigenen Angaben die Umweltgenehmigung für die Anlage. Im März 2026 unterzeichnete das Unternehmen zudem eine Fördervereinbarung mit der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-Innovationsfonds.

E-Kerosin soll fossiles Flugbenzin teilweise ersetzen

E-Kerosin gehört zu den synthetischen nachhaltigen Flugkraftstoffen. Für die Herstellung wird zunächst mit erneuerbarem Strom Wasserstoff erzeugt. Dieser kann anschließend mit Kohlendioxid zu flüssigen Kohlenwasserstoffen weiterverarbeitet werden, die sich zu Flugkraftstoff aufbereiten lassen.

Uniper und Arcadia zufolge kann der Kraftstoff über seinen gesamten Lebenszyklus bis zu 98 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen als konventioneller fossiler Flugkraftstoff. Die tatsächlich erreichbare Einsparung hängt unter anderem von der eingesetzten Energie, der Herkunft des Kohlendioxids und der gesamten Produktionskette ab.

EU verschärft Vorgaben für nachhaltige Flugkraftstoffe

Der Vertrag fällt in eine Phase, in der die Europäische Union den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe schrittweise ausweitet. Nach der ReFuelEU-Aviation-Verordnung müssen Flugkraftstoffanbieter seit 2025 einen Mindestanteil von zwei Prozent nachhaltigem Flugkraftstoff an den erfassten EU-Flughäfen bereitstellen.

Ab 2030 steigt dieser Anteil auf mindestens sechs Prozent. Für synthetische Flugkraftstoffe gelten zusätzliche Vorgaben. Für die Jahre 2030 und 2031 ist im Durchschnitt ein Anteil von 1,2 Prozent vorgesehen, wobei jährlich mindestens 0,7 Prozent erreicht werden müssen. Ab 2035 steigt der vorgeschriebene Anteil synthetischer Flugkraftstoffe auf mindestens fünf Prozent.

Langfristige Verträge sollen neue Anlagen absichern

Der Markt für synthetische Flugkraftstoffe befindet sich noch im Aufbau. Viele geplante Anlagen stehen vor hohen Investitionskosten und benötigen langfristige Abnehmer, bevor endgültige Investitionsentscheidungen getroffen und Produktionskapazitäten aufgebaut werden können.

Mit dem Vertrag sichert sich Uniper frühzeitig Zugang zu einem Kraftstoff, für den die regulatorisch vorgeschriebene Nachfrage in Europa in den kommenden Jahren steigen soll. Gleichzeitig erhält Arcadia für einen erheblichen Teil der geplanten Produktion eine langfristige Absatzperspektive. Wann die Anlage in Vordingborg tatsächlich die kommerzielle Produktion aufnehmen wird, hängt von der weiteren Projektentwicklung und den vereinbarten Voraussetzungen für den Lieferbeginn ab.

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