Uniper-Verkauf nimmt Fahrt auf: RWE und KKR im Bieterkreis

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der geplante Rückzug des Bundes aus dem Energiekonzern Uniper erreicht eine entscheidende Phase. RWE und KKR sollen gemeinsam ein unverbindliches Angebot für den Düsseldorfer Konzern eingereicht haben. Eine offizielle Bestätigung durch RWE, den Finanzinvestor KKR oder Uniper lag zunächst nicht vor. Auch Angaben zur Höhe des möglichen Angebots oder zur geplanten Aufteilung zwischen den beiden Interessenten waren zunächst nicht bekannt.

Nach dem Ende der Frist für unverbindliche Angebote befindet sich das Verkaufsverfahren damit in einer neuen Phase. Neben RWE und KKR sollen mehrere weitere Interessenten Angebote vorgelegt haben. Dazu zählen der norwegische Energiekonzern Equinor sowie ein Konsortium aus Brookfield Asset Management und dem Canada Pension Plan Investment Board. Auch die tschechische Energiegruppe EPH wurde bereits als Bieter genannt. Welche Interessenten in die nächsten Verfahrensschritte einbezogen werden, war zunächst offen.

Bund kann bis zu 74,12 Prozent von Uniper verkaufen

Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent der Aktien von Uniper. Die Beteiligung geht auf die staatliche Rettung des Konzerns während der europäischen Energiekrise 2022 zurück. Damals geriet Uniper nach dem Ausfall großer russischer Gaslieferungen unter erheblichen finanziellen Druck. Der Staat stellte Eigenkapital in Höhe von insgesamt 13,5 Milliarden Euro bereit und wurde nahezu alleiniger Eigentümer.

Nun soll Uniper wieder teilweise privatisiert werden. Vorgesehen ist, dass der Bund bis zu 74,12 Prozent der Aktien abgeben kann. Damit würde eine Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie beim Staat verbleiben. Diese Konstruktion würde dem Bund weiterhin eine Sperrminorität bei wichtigen Unternehmensentscheidungen ermöglichen.

Der Privatisierungsprozess läuft auf zwei Wegen. Neben einem direkten Verkauf an einen oder mehrere Investoren wird weiterhin ein Börsengang beziehungsweise die Platzierung von Aktien am Kapitalmarkt geprüft. Eine endgültige Entscheidung über den Weg des Bundes aus der Beteiligung ist noch nicht gefallen.

RWE hatte Übernahmeinteresse im August noch verneint

Besondere Aufmerksamkeit erhält das mögliche gemeinsame Gebot von RWE und KKR wegen früherer Aussagen des Essener Energiekonzerns. RWE-Chef Markus Krebber hatte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 13. August 2026 erklärt, dass sein Unternehmen kein Interesse und keine Absicht habe, Uniper zu erwerben. Zugleich hatte er darauf verwiesen, dass RWE größere Entwicklungen im deutschen Energiemarkt grundsätzlich prüfe.

Ein gemeinsames unverbindliches Angebot mit KKR würde deshalb noch keine Übernahmeentscheidung bedeuten. Solche Gebote dienen in Verkaufsverfahren zunächst dazu, Interesse und mögliche Rahmenbedingungen für eine Transaktion festzuhalten. Erst in späteren Phasen können detailliertere Prüfungen, konkrete Preisvorstellungen und bindende Angebote folgen.

Ob RWE bei einem möglichen Erwerb selbst eine größere strategische Beteiligung übernehmen oder gemeinsam mit KKR eine andere Struktur verfolgen würde, blieb zunächst offen. Gesicherte Angaben zu einer möglichen Finanzierung oder zur künftigen Eigentümerstruktur lagen nicht vor.

EU verlangt deutlichen Rückzug des Staates bis Ende 2028

Der Bund kann seine Beteiligung nicht unbegrenzt in der heutigen Größenordnung halten. Im Zusammenhang mit der staatlichen Stabilisierung hatte Deutschland gegenüber der Europäischen Kommission zugesagt, den Anteil an Uniper bis spätestens Ende 2028 auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Die Vorgabe war Teil der beihilferechtlichen Genehmigung der Rettungsmaßnahmen.

Damit besteht ein klarer zeitlicher Rahmen für die Privatisierung. Der Bund muss jedoch nicht zwingend das gesamte zum Verkauf stehende Paket in einer einzigen Transaktion veräußern. Möglich sind grundsätzlich verschiedene Schritte, etwa der Einstieg eines strategischen Investors und eine spätere Platzierung weiterer Aktien am Kapitalmarkt.

Uniper bleibt wichtiger Akteur im europäischen Energiemarkt

Uniper gehört zu den großen Gasimporteuren und Stromerzeugern Europas. Das Unternehmen betreibt Kraftwerke, handelt international mit Energie und ist unter anderem im Gasgeschäft aktiv. Dadurch hat die künftige Eigentümerstruktur nicht nur wirtschaftliche, sondern auch energiepolitische Bedeutung.

Der Verkaufsprozess trifft zugleich auf Widerstand innerhalb des Unternehmens. Arbeitnehmervertreter haben sich zuletzt für einen Börsengang ausgesprochen und vor einer möglichen Zerschlagung des Konzerns bei einem Verkauf an einen strategischen Investor gewarnt. Sie verfügen über die Hälfte der Sitze im Aufsichtsrat. Über die konkrete Form der Privatisierung entscheidet jedoch der Bund als Mehrheitsaktionär.

Für das weitere Verfahren ist nun entscheidend, welche Interessenten nach den unverbindlichen Angeboten Zugang zu den nächsten Prüfungsphasen erhalten. Ob RWE und KKR tatsächlich gemeinsam bis zu einem bindenden Angebot gehen, war am Dienstag noch nicht bestätigt. Ebenso offen blieb, ob der Bund am Ende einen direkten Verkauf bevorzugt oder einen größeren Teil von Uniper über den Kapitalmarkt privatisiert.

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