
Die spanische Fluggesellschaft Volotea steht vor einem deutlichen Umbau. Das Unternehmen hat förmliche Verhandlungen mit seinen Gläubigern aufgenommen, will seine langfristigen Finanzverbindlichkeiten neu ordnen und die Zahl seiner Flugzeuge erheblich reduzieren. Auch Arbeitsplätze sollen wegfallen. Für Reisende in Deutschland bedeutet die Restrukturierung bislang jedoch nicht, dass gebuchte Volotea-Flüge automatisch gestrichen werden. Die Airline erklärt, ihren Flugbetrieb weiterhin normal durchzuführen.
Volotea hat in Spanien einen Prozess zur Aufnahme von Verhandlungen mit seinen Gläubigern eingeleitet. Damit soll eine Vereinbarung über die langfristige finanzielle Neuordnung der Fluggesellschaft erreicht werden. An den Gesprächen sind unter anderem Finanzinstitute sowie die spanische staatliche Beteiligungsgesellschaft SEPI beteiligt. Volotea strebt nach eigenen Angaben eine Einigung bis Dezember 2026 an.
Der derzeitige Verfahrensstand umfasst förmliche Restrukturierungsverhandlungen mit den Gläubigern. Ein bereits eröffnetes klassisches Insolvenzverfahren war zunächst nicht öffentlich registriert. Der operative Flugbetrieb wird nach Angaben von Volotea fortgesetzt, zugleich verkauft die Fluggesellschaft weiterhin Tickets.
Die Fluggesellschaft begründet den finanziellen Handlungsbedarf vor allem mit den stark gestiegenen Treibstoffkosten und der erheblichen Unsicherheit an den Energiemärkten. Volotea beziffert die zusätzliche Belastung durch höhere Treibstoffkosten seit März auf rund 150 Millionen Euro. Bereits Anfang September hatte das Unternehmen für 2026 einen erwarteten Nettoverlust von rund 33 Millionen Euro angegeben. Zugleich waren Zahlungsaufschübe über insgesamt 49,3 Millionen Euro vereinbart worden. Zusätzlich suchte Volotea nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten über 25 Millionen Euro.
Besonders deutlich fällt der geplante Einschnitt bei der Flotte aus. Volotea will die Zahl seiner Flugzeuge von derzeit 44 auf etwa 30 bis 35 reduzieren. Damit könnten neun bis 14 Maschinen aus dem Betrieb genommen werden. Künftig soll die Flotte überwiegend aus Airbus A320 bestehen.
Welche Standorte und Flugverbindungen von der kleineren Flotte betroffen sein werden, hat das Unternehmen bislang nicht im Detail bekannt gegeben. Bereits zuvor hatte Volotea nach eigenen Angaben die Wirtschaftlichkeit seiner Strecken verstärkt überprüft und einzelne Verbindungen gestrichen, wenn diese die internen Rentabilitätsanforderungen nicht erreichten.
Parallel zur Flottenverkleinerung plant Volotea einen Stellenabbau. Rund 50 Arbeitsplätze in bestimmten Bereichen der Büros in Barcelona sollen nach Angaben des Unternehmens betroffen sein. Insgesamt beschäftigt die Fluggesellschaft nach Unternehmensangaben etwa 2.300 Menschen.
Die Volotea Restrukturierung betrifft eine Fluggesellschaft, die auch Verbindungen von und nach Deutschland anbietet. Im aktuellen Angebot finden sich unter anderem Direktflüge zwischen Berlin und Florenz, Hamburg und Florenz sowie München und Straßburg.
Besonders neu ist die Verbindung am Flughafen Berlin Brandenburg. Dort nahm Volotea am 22. September 2026, also nur wenige Tage vor Bekanntwerden der jüngsten Restrukturierungsdetails, eine Direktverbindung nach Florenz auf. Die Strecke ist mit bis zu zwei Flügen pro Woche vorgesehen. Auch die Verbindung zwischen München und Straßburg steht Ende September weiterhin im Flugplan.
Eine pauschale Einstellung dieser deutschen Strecken ist bislang nicht angekündigt. Ebenso gibt es keine bestätigte Liste mit Deutschland-Verbindungen, die aufgrund der geplanten Flottenreduzierung gestrichen werden sollen. Reisende mit bereits gebuchten Flügen müssen deshalb derzeit nicht von einer automatischen Annullierung ausgehen. Maßgeblich bleiben die individuellen Flug- und Buchungsinformationen der Airline.
Volotea meldete für 2025 einen Umsatz von 818 Millionen Euro und einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 47,4 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte dieser Wert bei 33,5 Millionen Euro gelegen.
Anfang September wurden für das Jahr 2025 Nettoverluste von mehr als 60 Millionen Euro ausgewiesen. Zudem lag das Eigenkapital nach den veröffentlichten Finanzdaten im negativen Bereich. Belastungen aus Finanzierung, Flugzeugleasing und gestiegenen Betriebskosten erhöhen den Druck auf die Airline, ihre Kapitalstruktur und ihre Flottengröße anzupassen.
Volotea will parallel zu den Gläubigerverhandlungen zusätzlich neues Kapital einwerben. Zu den wichtigen Investoren der Fluggesellschaft gehören Aegean Airlines, der US-Fonds PAR Capital sowie Alaeo, das Beteiligungsvehikel des Managements. Die geplante Kapitalmaßnahme und die Neuordnung der Schulden sollen gemeinsam die finanzielle Basis des Unternehmens stärken.
Volotea erklärt, weiterhin regulär zu fliegen, neue Strecken anzubieten, Tickets zu verkaufen und künftige Flugprogramme zu planen. Konkrete Einschnitte für Berlin, Hamburg oder München waren bis zum 29. September 2026 nicht angekündigt. Mit der geplanten Verkleinerung der Flotte wird das Streckennetz angepasst werden müssen. Welche Verbindungen davon tatsächlich betroffen sein werden, war zunächst offen.






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