Vor den US-Zwischenwahlen droht Trump der Verlust der Mehrheit im Kongress

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Symbolbild mit KI erstellt

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Washington. Am Dienstag, 3. November 2026, entscheiden die Wählerinnen und Wähler in den USA über die politische Machtverteilung für die kommenden zwei Jahre. Bei den US-Zwischenwahlen 2026 werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 Mandate im Senat vergeben. Hinzu kommen zahlreiche Gouverneurswahlen. Für Präsident Donald Trump geht es dabei um die Frage, ob seine Republikaner weiterhin beide Kammern des Kongresses kontrollieren können. Die jüngsten Umfragen sehen die oppositionellen Demokraten im Vorteil. Besonders im Repräsentantenhaus zeichnet sich ein möglicher Mehrheitswechsel ab.

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Republikaner verteidigen ihre knappe Mehrheit im Kongress

Die Republikaner kontrollieren bislang beide Kammern des US-Kongresses. Im Repräsentantenhaus verfügen sie nach Angaben des zuständigen Parlamentsbüros über 218 Sitze, die Demokraten über 214. Ein weiterer Abgeordneter ist parteilos, zwei Sitze sind unbesetzt. Der parteilose Abgeordnete stimmt sich organisatorisch mit den Republikanern ab. Für eine Mehrheit im vollständig besetzten Repräsentantenhaus sind 218 Mandate erforderlich. Bereits vergleichsweise wenige Wahlkreiswechsel könnten deshalb über die künftigen Mehrheitsverhältnisse entscheiden.

Im Senat ist die Ausgangslage für die Republikaner günstiger. Sie stellen 53 der 100 Senatoren. Auf die Demokraten entfallen 45 Sitze, zwei unabhängige Senatoren gehören ihrer Fraktion an. Für einen Machtwechsel müssten die Demokraten unter diesen Voraussetzungen insgesamt vier Sitze hinzugewinnen.

Die Wahl umfasst 33 reguläre Senatssitze und zwei zusätzliche Nachwahlen in Florida und Ohio. Dort werden Mandate neu besetzt, die ursprünglich Marco Rubio und dem heutigen Vizepräsidenten JD Vance gehörten. Außerdem stehen nach Angaben der National Governors Association 39 Gouverneurswahlen an, darunter Abstimmungen in 36 Bundesstaaten und drei US-Territorien. Die Gouverneure beeinflussen unter anderem die Politik in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und öffentliche Sicherheit.

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Umfragen sehen Demokraten vor der Wahl deutlich im Vorteil

Einen Tag vor der Abstimmung sprechen die landesweiten Umfragen für die Demokraten. Im Durchschnitt der von RealClearPolling ausgewerteten Erhebungen vom 9. bis 30. Oktober erreichen sie 51,8 Prozent, die Republikaner 43,3 Prozent. Der Vorsprung liegt damit bei 8,5 Prozentpunkten. Auch eine Reuters/Ipsos-Befragung vom 22. bis 26. Oktober ergab unter wahrscheinlichen Wählern eine demokratische Führung von 53 zu 44 Prozent.

Diese Werte bedeuten allerdings nicht, dass die Demokraten automatisch beide Kammern gewinnen. Die Zusammensetzung des Kongresses wird durch einzelne Wahlkreise und Bundesstaaten bestimmt. Besonders im Senat können vergleichsweise wenige umkämpfte Rennen den Ausschlag geben.

Die unabhängige Wahlbeobachtungsorganisation Cook Political Report führte in ihrer Bewertung vom 30. Oktober noch 18 Wahlkreise für das Repräsentantenhaus als völlig offen. In zahlreichen weiteren Wahlkreisen sah sie Vorteile für demokratische Kandidaten. Damit erscheint eine neue Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus möglich.

In mehreren Bundesstaaten entscheidet sich das Rennen um den Senat

Deutlich komplizierter ist die Ausgangslage im Senat. Besonders umkämpft sind nach der Einstufung des Cook Political Report sieben Rennen, darunter die Wahlen in Maine, Michigan, Ohio, Texas, Kansas, Iowa und Alaska. In diesen Bundesstaaten wird mit einem engen Ausgang gerechnet. Die Demokraten müssen gleichzeitig eigene Mandate verteidigen, etwa in Michigan und Georgia.

Die bundesweite Stimmung zugunsten der Demokraten reicht deshalb allein nicht für eine Senatsmehrheit. Entscheidend ist, ob sie genügend bislang republikanisch gehaltene Sitze gewinnen und Verluste bei ihren eigenen Mandaten vermeiden können.

Für Trump stehen wichtige Teile seiner politischen Agenda auf dem Spiel

Ein Machtwechsel im Kongress hätte erhebliche Folgen für die verbleibenden zwei Jahre von Trumps zweiter Amtszeit. Bislang können die Republikaner Gesetzesvorhaben in beiden Kammern aus eigener Kraft voranbringen, sofern ihre Abgeordneten und Senatoren geschlossen stimmen und die erforderlichen Mehrheiten erreichen.

Sollten die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen, könnten sie neue Gesetzesvorhaben der Regierung blockieren und stärkeren Einfluss auf Haushaltsentscheidungen ausüben. Außerdem hätten sie die Möglichkeit, parlamentarische Untersuchungsausschüsse und Anhörungen zu politischen Entscheidungen der Regierung einzuleiten.

Bei einem zusätzlichen Machtwechsel im Senat würde es für Trump schwieriger, seine Personalentscheidungen und weitere politische Vorhaben durchzusetzen. Allerdings behielte der Präsident sein Vetorecht gegen Gesetze. Für die Überstimmung eines solchen Vetos wären in beiden Kammern Zweidrittelmehrheiten erforderlich.

Besonders umstritten bleiben die Handelspolitik, staatliche Ausgaben und die weitere Entwicklung des Bundeshaushalts. Auch unter veränderten Mehrheitsverhältnissen könnte Trump bestimmte Entscheidungen weiterhin im Rahmen seiner gesetzlichen Befugnisse selbst treffen. Ein demokratischer Wahlsieg würde deshalb nicht automatisch zur Rücknahme seiner Zollpolitik führen.

Steigende Lebenshaltungskosten prägen die Wahlentscheidung

Zu den zentralen Themen der US-Zwischenwahlen zählen Inflation, Energiepreise, Wohnkosten und die wirtschaftliche Lage. In der Reuters/Ipsos-Umfrage von Ende Oktober erklärten 73 Prozent der Befragten, dass sich ihre Lebenshaltungskosten in die falsche Richtung entwickelten.

Auch die Zufriedenheit mit Trump ist gering. In derselben Erhebung erreichte der Präsident eine Zustimmungsquote von 32 Prozent. Die Ergebnisse verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck, unter dem die Republikaner in den Wahlkampf gehen.

Die Wahl ist damit auch eine politische Bewertung der bisherigen Regierungsarbeit. Trump selbst steht allerdings nicht auf dem Stimmzettel. Seine Amtszeit als Präsident wird durch die Abstimmung nicht unmittelbar verändert.

Finanzmärkte richten den Blick auf Haushalt, Zölle und Unternehmen

Für die internationalen Finanzmärkte könnte vor allem entscheidend sein, ob die künftigen Mehrheitsverhältnisse neue politische Vorhaben ermöglichen oder zu einer Blockade zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress führen.

Sollten die Republikaner beide Kammern behalten, wäre eine Fortsetzung der bisherigen Steuer- und Wirtschaftspolitik leichter durchzusetzen. Weitere Steuersenkungen oder höhere Verteidigungsausgaben könnten allerdings die bereits angespannte Haushaltslage der USA zusätzlich belasten.

Bei einer demokratischen Mehrheit in mindestens einer Kammer wären dagegen schwierigere Verhandlungen über staatliche Ausgaben und die Schuldenobergrenze möglich. Auch Unternehmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Energie könnten stärker in den Fokus parlamentarischer Kontrollen geraten. Andere Branchen, etwa erneuerbare Energien oder der Wohnungsbau, könnten von veränderten politischen Prioritäten profitieren.

Ob Aktienkurse, US-Staatsanleihen oder der Dollar nach der Wahl steigen oder fallen, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Neben dem Wahlergebnis spielen die Erwartungen der Anleger, die Zinsentwicklung und die allgemeine Konjunktur eine wesentliche Rolle. Eine veränderte Mehrheit im Kongress bedeutet deshalb nicht zwangsläufig eine bestimmte Reaktion an den Börsen.

Erste Ergebnisse werden in Deutschland in der Nacht zum Mittwoch erwartet

Die Abstimmung am Dienstag findet in mehreren US-Zeitzonen statt. Aus deutscher Sicht dürften erste wichtige Ergebnisse in der Nacht zum Mittwoch, 4. November, vorliegen. Wegen unterschiedlicher Schließzeiten der Wahllokale und der Auszählung in den einzelnen Bundesstaaten müssen nicht alle Rennen gleichzeitig entschieden sein.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den umkämpften Senatswahlen und den knappen Wahlkreisen für das Repräsentantenhaus. Sobald sich dort Mehrheiten abzeichnen, wird erkennbar, unter welchen politischen Bedingungen Trump bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit regieren kann.

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