
US-Präsident Donald Trump hat den Aufbau einer neuen staatlichen Ausbildungsstätte für den amerikanischen Raumfahrtsektor angestoßen. Mit einer am Freitag, 28. August 2026, unterzeichneten Verfügung wurde eine Präsidentenkommission geschaffen, die die Gründung einer United States Space Academy vorbereiten soll. Die geplante U.S. Space Academy soll technische Hochschulausbildung, Führungsausbildung und eine Verpflichtung zum öffentlichen Dienst miteinander verbinden.
Die Einrichtung ist allerdings noch nicht in der Form gegründet, dass bereits ein Campus, Studiengänge oder ein Aufnahmeverfahren feststehen. Die Kommission muss zunächst ein umfassendes Konzept erarbeiten. Dafür setzt die Verfügung eine Frist von 120 Tagen. Rechnerisch läuft diese Frist bis zum 26. Dezember 2026.
Den Vorsitz der Presidential Commission on the United States Space Academy übernimmt der NASA-Administrator. NASA-Administrator Jared Isaacman steht damit an der Spitze des Gremiums. Der stellvertretende NASA-Administrator fungiert als geschäftsführender Direktor. Zu den weiteren Mitgliedern gehören unter anderem Vertreter des Weißen Hauses, des Haushaltsamtes OMB sowie der für die Luftwaffe zuständige Minister.
Der Auftrag ist detailliert festgelegt. Die Kommission soll Vorschläge zur organisatorischen und rechtlichen Struktur der Akademie machen und dabei ausdrücklich prüfen, ob sie innerhalb der NASA angesiedelt werden kann. Auch Zuständigkeiten verschiedener Bundesbehörden und Fragen der akademischen Akkreditierung gehören zum Arbeitsprogramm.
Daneben soll das Gremium mögliche Studiengänge und Ausbildungsprogramme entwickeln. Dazu zählen technische Hochschulprogramme ebenso wie praktische Ausbildung und Führungstraining.
Ein weiterer Punkt betrifft mögliche Dienstpflichten nach dem Abschluss. Die Kommission soll festlegen, unter welchen Bedingungen Absolventen anschließend in den US-Streitkräften oder im zivilen Bundesdienst tätig werden könnten. Damit unterscheidet sich das geplante Modell von einer gewöhnlichen technischen Universität.
Auch über einen dauerhaften Campus ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Verfügung verlangt lediglich, dass die Kommission ein Verfahren zur Auswahl eines geeigneten Standorts entwickelt. Die Standortfrage soll dabei zur später festgelegten Organisationsform der Akademie passen.
Unklar blieb zunächst ebenfalls, wann die ersten Studierenden aufgenommen werden könnten und wie groß die Einrichtung werden soll. Festgelegt sind bislang weder eine Zahl von Studienplätzen noch konkrete Studienabschlüsse oder ein Eröffnungstermin.
Zu den noch zu prüfenden Zulassungsvoraussetzungen gehören laut Verfügung die Staatsangehörigkeit, mögliche Sicherheitsfreigaben sowie die Frage, ob Bewerber bereits Beschäftigte des Bundes oder Angehörige des Militärs sein müssen.
Die Kommission soll außerdem untersuchen, welche Vorarbeiten schon auf Grundlage bestehender Gesetze begonnen werden könnten. Genannt werden Pilotprogramme und Kooperationen. Gleichzeitig muss sie feststellen, für welche Bestandteile des Vorhabens neue Gesetze erforderlich wären.
Nach Vorlage des Berichts entscheidet der Präsident über die Empfehlungen. Anschließend soll der NASA-Administrator gemeinsam mit den beteiligten Behörden die gebilligten Maßnahmen umsetzen. Voraussetzung sind jedoch jeweils die geltenden Gesetze und verfügbare Haushaltsmittel. Falls gesetzgeberische Schritte notwendig sind, wäre damit auch der Kongress beteiligt.
Die geplante Einrichtung orientiert sich in einzelnen Punkten am Prinzip der traditionsreichen amerikanischen Service Academies, wäre nach den bislang veröffentlichten Plänen aber nicht einfach eine weitere klassische Militärakademie.
Zu den fünf etablierten staatlichen Service Academies gehören die United States Military Academy in West Point, die United States Naval Academy in Annapolis, die United States Air Force Academy in Colorado Springs, die United States Coast Guard Academy in New London und die United States Merchant Marine Academy in Kings Point.
Diese Hochschulen sind jeweils eng auf militärische beziehungsweise staatliche Laufbahnen ausgerichtet. Die Space Academy soll dagegen nach dem gegenwärtigen Konzept Personal für mehrere Bereiche des amerikanischen Raumfahrtsektors ausbilden. In der Verfügung werden unter anderem Astronauten, Wissenschaftler, Ingenieure, Fachkräfte für Raumfahrtoperationen, Staatsbedienstete und militärisches Personal als relevante Berufsgruppen genannt.
Damit verbindet die geplante Institution zivile Raumfahrt, staatliche Forschung und nationale Sicherheit. Das Weiße Haus bezeichnet sie als eine von der NASA geführte Bundesakademie. Ob genau dieses Organisationsmodell am Ende umgesetzt wird, ist jedoch Teil der noch laufenden Prüfung.
Die Gründung einer eigenen Space Academy bedeutet nicht, dass die United States Space Force bislang über keinen akademisch ausgebildeten Offiziersnachwuchs verfügt. Die 2019 gegründete Teilstreitkraft erhält bereits Absolventen der United States Air Force Academy in Colorado Springs.
Von der Abschlussklasse 2026 wurden nach Angaben der Air Force Academy mehr als 90 Absolventen als Offiziere in die Space Force übernommen. Daneben bietet die Space Force spezielle Programme an, mit denen angehende Offiziere auf Aufgaben im Weltraumbereich vorbereitet werden.
Die Space Force wurde am 20. Dezember 2019 durch das Verteidigungsgesetz für das Haushaltsjahr 2020 geschaffen. Sie ist die sechste Teilstreitkraft der USA und organisatorisch innerhalb des Department of the Air Force angesiedelt. Ihre Aufgaben umfassen unter anderem das Organisieren, Ausbilden und Ausrüsten militärischer Kräfte für Operationen im Weltraum.
Eine eigenständige Space-Force-Militärakademie existierte bislang nicht. Genau deshalb wäre die geplante neue Bundesakademie institutionell ein neuer Ansatz. Gleichzeitig soll sie nach der derzeitigen Planung nicht ausschließlich Soldaten für die Space Force hervorbringen.
Die starke Stellung der NASA unterscheidet das Konzept zusätzlich von den bestehenden Militärakademien. Die Raumfahrtbehörde führt die Kommission, ihr Administrator soll später auch an der Umsetzung genehmigter Empfehlungen beteiligt sein.
Das entspricht der ausdrücklich breiten Zielsetzung der Verfügung. Die Regierung will nicht nur militärischen Nachwuchs ausbilden, sondern Fachkräfte für zivile Raumfahrt, Wissenschaft, technische Entwicklung und öffentliche Aufgaben gewinnen.
Die Unterzeichnung erfolgte am NASA Johnson Space Center in Houston. Dort nahm Trump am selben Tag auch an einer Veranstaltung mit Astronauten der Artemis-II-Mission teil.
Ob die United States Space Academy letztlich innerhalb der NASA angesiedelt wird, welche Abschlüsse sie vergeben wird und wo ihr Campus entsteht, ist damit noch nicht entschieden. Die nächsten konkreten Festlegungen sollen aus dem Bericht der Präsidentenkommission hervorgehen. Erst danach können die erforderlichen administrativen und gegebenenfalls gesetzlichen Schritte für den tatsächlichen Aufbau der Akademie folgen.
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