Varta startet mit Haushaltsbatterien eigenständig neu und sichert Arbeitsplätze

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Batteriehersteller Varta stellt einen wichtigen Teil seines Geschäfts neu auf. Während vier Gesellschaften des Konzerns insolvent sind, wird die wirtschaftlich erfolgreiche Haushaltsbatteriesparte künftig unabhängig geführt. Rund 990 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Zudem sind Investitionen in die Produktion in Baden-Württemberg vorgesehen. Die Neuordnung wurde am Donnerstag, 8. Oktober 2026, bekannt gegeben.

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Varta Consumer Batteries wird eigenständiges Unternehmen

Die Haushaltsbatteriesparte des angeschlagenen Batterieherstellers Varta kann ihre Geschäfte künftig unabhängig von der insolventen Konzernmutter führen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat der Herauslösung nach Angaben des Unternehmens zugestimmt. Damit ist die wirtschaftliche Neuordnung der Varta Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA abgeschlossen.

Der Hersteller mit Sitz in Ellwangen will seine bisherige Geschäftstätigkeit unverändert fortsetzen. Produktion und Auslieferung sollen ohne Unterbrechungen laufen. Bestehende Liefervereinbarungen und Verträge bleiben gültig. Auch Garantieansprüche und weitere Verpflichtungen gegenüber Kunden sollen durch die Abspaltung nicht beeinträchtigt werden. Für Handelspartner und Verbraucher bedeutet die Neuordnung damit zunächst Kontinuität.

Rund 990 Arbeitsplätze bleiben bei Varta erhalten

Besonders wichtig ist die Entscheidung für die Beschäftigten. Bei Varta Consumer Batteries arbeiten derzeit rund 990 Menschen. Etwa 820 sind in Deutschland beschäftigt, weitere 170 an internationalen Standorten. Nach Unternehmensangaben ist im Zuge der Abspaltung kein Personalabbau vorgesehen.

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Der zentrale Produktionsstandort befindet sich in Dischingen im Landkreis Heidenheim. Dort werden Haushaltsbatterien im Dreischichtbetrieb hergestellt. Verwaltung und Logistik bleiben am Standort Ellwangen-Neunheim angesiedelt.

Darüber hinaus will das Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen. Geplant ist insbesondere der Aufbau eigener Verwaltungs- und Unternehmensstrukturen. Zusätzliche Beschäftigte werden unter anderem in den Bereichen Informationstechnologie, Finanzen, Controlling und Einkauf benötigt. Bislang wurden Teile dieser Aufgaben innerhalb der früheren Varta-Gruppe übernommen.

Neue Eigentümer und frisches Kapital für Batteriesparte

Mit der Eigenständigkeit verändern sich auch die Eigentumsverhältnisse. Die wichtigsten Finanzierer der bisherigen Varta-Gruppe sollen sämtliche Anteile an der Haushaltsbatteriesparte übernehmen. Zu den beteiligten Gläubigern gehören die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox.

Zugleich wurde die Batteriesparte nach Unternehmensangaben finanziell von der bisherigen Konzernstruktur getrennt. Frühere Verpflichtungen aus der gemeinsamen Konzernfinanzierung wurden aufgehoben. Dazu zählen auch Bürgschaften und Sicherheiten, die im Zusammenhang mit den bisherigen Finanzierungsvereinbarungen standen.

Für die weitere Entwicklung erhielt Varta Consumer Batteries mehrere Millionen Euro neues Kapital. Damit soll das Unternehmen seine Finanzierung unabhängig von den übrigen Varta-Gesellschaften gestalten können.

Investitionen in Dischingen bis Ende 2028 geplant

Neben dem Erhalt der Arbeitsplätze kündigt Varta Consumer Batteries Investitionen in sein Werk in Dischingen an. Bis Ende 2028 sollen insbesondere die technischen Anlagen modernisiert und Produktionsprozesse stärker automatisiert werden. Erste Maßnahmen wurden nach Unternehmensangaben bereits begonnen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verpackung der Batterien. Künftig soll verstärkt Karton anstelle von Kombinationen aus Kunststoff und Pappe eingesetzt werden. Dadurch will das Unternehmen den Kunststoffverbrauch weiter reduzieren.

Auch die Energieeffizienz der Fertigungsanlagen soll verbessert werden. Eine konkrete Investitionssumme nannte Varta zunächst nicht. Das Unternehmen verfolgt mit den Maßnahmen das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit seiner deutschen Produktion langfristig zu stärken.

Haushaltsbatterien bleiben wichtigstes Geschäftsfeld

Varta Consumer Batteries gehört nach eigenen Angaben in zahlreichen europäischen Ländern zu den führenden Anbietern von Haushaltsbatterien. Das Sortiment umfasst neben klassischen Batterien auch wiederaufladbare Akkus, Knopfzellen und Hörgerätebatterien. Hinzu kommen Powerbanks, Ladegeräte, Leuchten und weiteres Zubehör.

Die Batterien für private Haushalte werden weiterhin in Deutschland hergestellt. Nach Angaben des Unternehmens stammen die dafür benötigten Rohstoffe nahezu vollständig aus der Europäischen Union.

Für die kommenden Jahre plant Varta Consumer Batteries eine Ausweitung seines internationalen Geschäfts. Bis 2029 rechnet das Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent. Dabei handelt es sich um eine Prognose, deren Erfüllung von der weiteren Marktentwicklung abhängt.

Varta setzt auf Wachstum in Europa und Übersee

Der Schwerpunkt der geplanten Expansion liegt weiterhin auf Europa. Besonders in einzelnen Ländern außerhalb der Europäischen Union sowie in Teilen Südwesteuropas sieht das Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

Darüber hinaus sollen Märkte in Südamerika, Asien und Kanada stärker erschlossen werden. In Südostasien und Südamerika bestehen bereits erste Geschäftsbeziehungen, die künftig ausgebaut werden sollen.

Zusätzlich will Varta Consumer Batteries seine digitalen Vertriebskanäle erweitern. Der direkte Verkauf an Endkunden über das Internet soll langfristig einen größeren Beitrag zum Umsatz leisten.

Damit setzt das eigenständige Unternehmen sowohl auf seine bestehenden Handelsbeziehungen als auch auf neue internationale Vertriebswege. Ob die geplanten Wachstumsraten erreicht werden, hängt unter anderem von der Nachfrage und der Entwicklung der jeweiligen Märkte ab.

Insolvenzverfahren bei vier weiteren Varta-Gesellschaften

Die Eigenständigkeit der Haushaltsbatteriesparte steht im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise der bisherigen Varta-Gruppe. Im Juli 2026 hatte die Konzernmutter Varta AG beim Amtsgericht Stuttgart einen Insolvenzantrag gestellt. Auch weitere Gesellschaften waren von den finanziellen Schwierigkeiten betroffen.

Am 1. Oktober 2026 eröffnete das Amtsgericht Stuttgart Insolvenzverfahren über die Varta AG, die Varta Microbattery GmbH, die Varta Storage GmbH und die Varta Micro Production GmbH. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Tobias Wahl bestellt.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters sind bei diesen vier Gesellschaften rund 2.300 Menschen beschäftigt. Für die betroffenen Unternehmen läuft ein Verkaufsprozess, der möglichst eine langfristige Fortführung ermöglichen soll. Ein Abschluss wird in den kommenden Monaten angestrebt.

Die Haushaltsbatteriesparte war dagegen bereits vor der jetzigen Abspaltung rechtlich und operativ eigenständig organisiert. Sie gehört nicht zu den Gesellschaften, über deren Vermögen Insolvenzverfahren eröffnet wurden.

Beschäftigte erhalten Perspektive trotz Konzernkrise

Die Trennung von der bisherigen Varta-Gruppe schafft für die Beschäftigten der Haushaltsbatteriesparte eine neue wirtschaftliche Grundlage. Der Standort Dischingen bleibt als Produktionszentrum bestehen, während Ellwangen-Neunheim seine Funktionen in Verwaltung und Logistik behält.

Auch aus der Arbeitnehmervertretung kam Zustimmung zur Neuordnung. Der Betriebsrat begrüßte insbesondere den Erhalt der Stellen und die Möglichkeit, zusätzliche Beschäftigte aus anderen Varta-Gesellschaften zu übernehmen.

Gleichzeitig bleibt die Situation in den übrigen Unternehmensteilen angespannt. Dort hängt die weitere Entwicklung vom laufenden Insolvenzverfahren und dem angestrebten Verkauf ab.

Für Varta Consumer Batteries beginnt dagegen eine neue Unternehmensphase. Die finanzielle Trennung ist abgeschlossen, die Standorte sollen erhalten bleiben und Investitionen sind vorgesehen. Damit kann die Haushaltsbatteriesparte ihre weitere Entwicklung unabhängig von den Insolvenzverfahren der übrigen Varta-Gesellschaften vorantreiben.

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