Venom verliert mit Cronos eine prägende Figur des Extreme Metal

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Symbolfoto

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Conrad „Cronos“ Lant, Sänger, Bassist und Gründungsmitglied der britischen Metal-Band Venom, ist tot. Die Band gab den Tod des Musikers am Donnerstag, 1. Oktober 2026, über ihre offiziellen Social-Media-Kanäle bekannt. Lant wurde 63 Jahre alt. Zu den Umständen seines Todes machte Venom keine Angaben. Auch eine Todesursache wurde nicht genannt. Das Label BMG bestätigte den Tod ebenfalls und würdigte den Musiker als eine der zentralen Figuren in der Geschichte der Band.

In der Mitteilung von Venom hieß es über Lants jahrzehntelange Rolle in der Gruppe knapp: „His music will never die.“ Die Band erinnerte daran, dass seine Stimme, sein Bassspiel und seine musikalischen Vorstellungen über mehr als vier Jahrzehnte zu Venom gehört hätten. Lants Sohn Nathan dankte in derselben Mitteilung den Fans für die Unterstützung seines Vaters über dessen lange Karriere hinweg. Weitere private Angaben machte die Familie nicht.

Conrad Lant gehörte seit den Anfangsjahren zu Venom

Venom entstanden 1979 im nordostenglischen Newcastle upon Tyne. Conrad Lant gehörte zur frühen Besetzung und spielte zunächst Gitarre, wechselte anschließend zum Bass und übernahm ab 1980 zusätzlich den Gesang. Mit Gitarrist Jeffrey „Mantas“ Dunn und Schlagzeuger Antony „Abaddon“ Bray bildete er jene Dreierbesetzung, mit der Venom Anfang der 1980er-Jahre ihre einflussreichsten frühen Alben aufnahmen.

Das Debüt „Welcome to Hell“ erschien 1981, ein Jahr später folgte „Black Metal“. Danach entstanden unter anderem „At War with Satan“ von 1984 und „Possessed“ von 1985. Lant verließ Venom Ende der 1980er-Jahre und arbeitete anschließend mit seiner eigenen Band Cronos. 1995 kehrte er zu Venom zurück und blieb danach die konstante zentrale Figur der späteren Besetzungen. Damit gehörte er, unterbrochen von seiner mehrjährigen Auszeit, von den Anfängen 1979 bis zu seinem Tod zur Geschichte der Band.

„Black Metal“ gab einem ganzen Genre seinen Namen

Besondere Bedeutung erlangten Venom mit ihrem zweiten Studioalbum „Black Metal“. Das Album erschien am 1. November 1982 über das britische Label Neat Records. Die ursprüngliche britische LP enthält elf Stücke beziehungsweise zehn reguläre Songs und eine Vorschau auf „At War with Satan“, die am Ende der zweiten Seite angefügt war. Unterschiedliche spätere Ausgaben und Wiederveröffentlichungen weisen deshalb teilweise abweichende Trackzahlen auf.

Der Titel des Albums entwickelte sich zur Bezeichnung für das später eigenständig ausgeformte Genre Black Metal. Venoms Musik entsprach dabei noch nicht vollständig jenem Stil, der insbesondere in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren weiterentwickelt wurde. Die Kombination aus hohem Tempo, rauer Produktion, aggressivem Spiel und bewusst düsterer Inszenierung beeinflusste jedoch zahlreiche spätere Extreme-Metal-Bands. BMG nennt neben Metallica unter anderem Celtic Frost und Mayhem als Gruppen, auf deren Umfeld Venoms frühe Werke erheblichen Einfluss hatten. Auch der Guardian ordnet „Welcome to Hell“ und „Black Metal“ als wichtige Ausgangspunkte für nachfolgende Thrash- und Black-Metal-Strömungen ein.

Venom veröffentlichten 2026 noch ein neues Album

Cronos war bis zuletzt musikalisch mit Venom aktiv. Am 1. Mai 2026 erschien mit „Into Oblivion“ das 16. Studioalbum der Band. Es war das erste Venom-Album mit neuem Studiomaterial seit „Storm the Gates“ aus dem Jahr 2018. Zur Besetzung gehörten Cronos an Gesang und Bass, Stuart „Rage“ Dixon an der Gitarre und Danny „Danté“ Needham am Schlagzeug. Die Veröffentlichung umfasst 13 Titel und erschien über BMG beziehungsweise das zu BMG gehörende Repertoire von Noise Records.

Zu den Stücken gehören der Titelsong „Into Oblivion“, „Lay Down Your Soul“, „Nevermore“, „Man & Beast“, „Death the Leveller“, „As Above So Below“, „Kicked Outta Hell“, „Legend“, „Live Loud“, „Metal Bloody Metal“, „Dogs of War“, „Deathwitch“ und „Unholy Mother“. Das Album kam damit wenige Monate vor der Bekanntgabe von Lants Tod heraus.

Auch kommerziell erreichte die Platte noch mehrere Chartplatzierungen. In Deutschland kam „Into Oblivion“ laut den von hitparade.ch dokumentierten Chartdaten bis auf Platz 35. In Österreich wurde Platz 30 und in der Schweiz Platz 43 erreicht. Die britische Official Charts Company führt das Album zudem auf Platz drei der Rock & Metal Albums Chart, auf Platz 34 der Albums Sales Chart und auf Platz 33 der Physical Albums Chart. Die Platzierungen beziehen sich auf die jeweiligen spezialisierten Verkaufscharts und nicht auf die reguläre britische Album-Hauptwertung.

Ehemalige Venom-Mitglieder erinnern an Cronos

Nach Bekanntgabe seines Todes meldete sich auch der frühere Venom-Gitarrist Jeffrey „Mantas“ Dunn öffentlich zu Wort. Er erklärte, er spreche auch nach einem Gespräch mit dem früheren Schlagzeuger Abaddon, und erinnerte an die gemeinsame Anfangszeit des Trios. Trotz der wechselhaften Geschichte der Band hätten die drei gemeinsam etwas geschaffen, das die Entwicklung des Metal verändert habe. Dunn teilte zudem mit, dass er bereits vor der öffentlichen Bekanntgabe vom Tod Lants erfahren habe und die Wünsche der Familie respektiert worden seien.

Das Musikunternehmen BMG würdigte Cronos ebenfalls. Miles Hackett, Director Global Catalogue Recordings bei BMG, bezeichnete ihn in einer Mitteilung als „a true original“. Das Unternehmen verwaltet mehrere zentrale Venom-Veröffentlichungen und hatte auch am 2026 erschienenen Album „Into Oblivion“ mitgewirkt.

Eine Karriere zwischen Heavy Metal und neuen Extremformen

Venom gehörten Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre zur britischen Metal-Szene, gingen musikalisch und in ihrer Inszenierung jedoch deutlich über viele Vertreter der damaligen New Wave of British Heavy Metal hinaus. Das Trio verband Elemente des Heavy Metal mit größerer Geschwindigkeit, einem bewusst ungeschliffenen Klang und einer provokanten Bühnendarstellung. Diese Mischung wurde zu einem Bezugspunkt für Musiker, die später Thrash Metal, Death Metal und Black Metal weiterentwickelten.

Cronos stand dabei nicht nur als Sänger im Mittelpunkt. Sein Bassspiel, seine Stimme und sein Anteil an der visuellen und musikalischen Ausrichtung machten ihn über Jahrzehnte zum bekanntesten Gesicht von Venom. Dass die Band 2026 noch ein neues Studioalbum veröffentlichte, zeigt zugleich die außergewöhnlich lange Spanne seiner Arbeit mit Venom, von den ersten Aufnahmen der frühen 1980er-Jahre bis weit ins fünfte Jahrzehnt der Bandgeschichte.

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