
Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat nach einem deutlich verbesserten Geschäftsjahr eine höhere Ergebnisprognose für 2026/27 vorgelegt. An der Börse wurde der Ausblick dennoch negativ aufgenommen. Die Verbio Gewinnprognose liegt zwar über dem Ergebnis des abgelaufenen Jahres, blieb nach Einschätzung eines Analysten aber hinter den bisherigen Markterwartungen zurück.
Verbio erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 einen Konzernumsatz von 1,8727 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 1,5798 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA, lag bei 193,9 Millionen Euro nach 14,2 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Unternehmen hatte zuletzt mit einem EBITDA zwischen 160 und 180 Millionen Euro gerechnet. Anfang August hatte Verbio bereits vorläufig rund 192 Millionen Euro gemeldet. Damit lag das endgültige Ergebnis auch über der zuletzt angehobenen Prognosespanne.
Der Jahresüberschuss lag bei 63,9 Millionen Euro. Im vorherigen Geschäftsjahr hatte Verbio noch einen Verlust von 137,9 Millionen Euro ausgewiesen. Der operative Cashflow erhöhte sich auf 164,6 Millionen Euro, der Free Cashflow lag bei 78 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung sank zum 30. Juni 2026 auf 91,5 Millionen Euro nach 164 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein Konzern-EBITDA zwischen 210 und 250 Millionen Euro. Damit würde das operative Ergebnis bei Erreichen der Prognose erneut steigen. Verbio begründet die Erwartung vor allem mit höheren Ergebnisbeiträgen aus dem Bereich Bioethanol und Biomethan, höheren Produktionsmengen in Nordamerika, einer wachsenden Biomethanproduktion und zusätzlichen Beiträgen aus dem Geschäft mit Treibhausgasminderungsquoten.
Die Prognose ist eine Unternehmensplanung und keine gesicherte künftige Entwicklung. Verbio weist selbst darauf hin, dass tatsächliche Ergebnisse unter anderem durch Marktpreise, regulatorische Veränderungen und die Entwicklung der Branche von den derzeitigen Annahmen abweichen können.
Trotz der deutlich verbesserten Geschäftszahlen geriet die Verbio-Aktie am Donnerstag, 24. September 2026, unter Druck. Gegen Mittag lag der Kurs bei rund 30 Euro und damit etwa 5,7 Prozent unter dem vorherigen Schlussniveau.
Am selben Tag lag die Aktie laut finanzen.net gegen 16:27 Uhr bei 29,90 Euro. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt einem Minus von 6,5 Prozent.
Als Belastungsfaktor galt vor allem die neue Prognosespanne. Jefferies-Analyst Constantin Hesse verwies darauf, dass der Mittelpunkt der von Verbio genannten EBITDA-Spanne rund sieben Prozent unter der damaligen durchschnittlichen Markterwartung gelegen habe. Dabei handelt es sich um eine Analysteneinschätzung und nicht um eine Prognose des Unternehmens selbst.
Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 4. Dezember 2026 außerdem eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Verbio auf eine Ausschüttung verzichtet. Über die Dividende entscheidet die Hauptversammlung.
Verbio produziert unter anderem Biodiesel, Bioethanol und Biomethan und ist in Europa, Nordamerika und Asien aktiv. Im Geschäftsjahr 2025/26 profitierte das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem von einer Erholung des Marktes für Treibhausgasminderungsquoten, höheren Verkaufspreisen sowie einer stärkeren Auslastung von Produktionsanlagen in Nordamerika.
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