Zwei Verpuffungen in Recyclingbetrieb verletzen drei Arbeiter

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bei einem Arbeitsunfall in Pfullendorf im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen sind drei Beschäftigte eines Recyclingbetriebs verletzt worden. Ein 54 Jahre alter Arbeiter erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Zwei weitere Mitarbeiter wurden leichter verletzt. Der Unfall ereignete sich am Dienstagmorgen, 1. September 2026, in einem Gewerbegebiet an der Mengener Straße.

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Erste Verpuffung kurz nach 7 Uhr

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ravensburg kam es kurz nach 7 Uhr zu einer ersten Verpuffung im Turm einer Absaug- und Filteranlage. Die Anlage befand sich außerhalb der eigentlichen Werkshalle. Infolge der Verpuffung entzündete sich Recyclingmaterial im Inneren des Turms.

Drei Mitarbeiter des Unternehmens begannen daraufhin mit Löschmaßnahmen. Dafür nutzten sie nach Angaben der Polizei Löschmittel, die auf dem Betriebsgelände bereitgehalten wurden. Während dieses Löschversuchs kam es zu einer zweiten Verpuffung. Dabei entstand auch eine Stichflamme.

Der 54 Jahre alte Beschäftigte wurde dabei schwer im Gesicht verletzt. Nach der medizinischen Erstversorgung brachte ihn ein Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik. Nach Angaben der Polizei bestand keine Lebensgefahr.

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Weiterer Mitarbeiter konnte Krankenhaus wieder verlassen

Bei einem 61 Jahre alten Mitarbeiter waren die Verletzungen zunächst ebenfalls als schwerer eingeschätzt worden. Ein Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus. Dort stellte sich nach Angaben der Polizei heraus, dass sein Zustand weniger schwerwiegend war als zunächst angenommen. Er konnte die Klinik noch im weiteren Verlauf verlassen.

Der dritte beteiligte Mitarbeiter erlitt leichte Verletzungen an den Händen. Auch er musste nicht dauerhaft stationär behandelt werden. Damit bestätigte sich die zunächst verbreitete Darstellung von zwei Schwerverletzten nicht in dieser Form. Nach dem später mitgeteilten Stand der Polizei wurde ein Beschäftigter schwer und zwei weitere leichter verletzt.

Die Feuerwehr wurde nach Angaben aus Pfullendorf am Morgen alarmiert und löschte den Brand schließlich vollständig. Weitere Verletzte wurden nicht gemeldet.

Polizei vermutet technischen Defekt

Die Ermittlungen zur Ursache des Arbeitsunfalls dauern an. Nach der bisherigen Einschätzung des Polizeipostens Pfullendorf dürfte ein technischer Defekt an der Anlage die Verpuffung ausgelöst haben. Genauere Angaben dazu, welches Bauteil betroffen gewesen sein könnte oder wodurch der Defekt entstanden sein soll, lagen zunächst nicht vor.

Eine abschließende Ursache ist damit bislang nicht festgestellt. Hinweise auf ein vorsätzliches Geschehen wurden von den Ermittlungsbehörden nicht genannt.

Der Sachschaden wird von der Polizei derzeit auf einen niedrigen sechsstelligen Eurobetrag geschätzt. Angaben dazu, wie stark der Betrieb durch den Unfall beeinträchtigt wurde oder wann die betroffene Anlage wieder eingesetzt werden kann, lagen zunächst nicht vor.

Warum Absaug- und Filteranlagen besonders überwacht werden

Absaug- und Filtersysteme spielen in zahlreichen Industriebetrieben eine wichtige Rolle. Sie entfernen unter anderem Partikel und Stäube aus Produktionsbereichen. Abhängig von den verarbeiteten Stoffen können bei bestimmten Konzentrationen zugleich Brand- und Explosionsgefahren entstehen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist allgemein darauf hin, dass bei entsprechenden betrieblichen Gefährdungen sowohl gefährliche Konzentrationen brennbarer Stoffe als auch mögliche Zündquellen berücksichtigt werden müssen. Einrichtungen zum Erfassen und Abscheiden von Stäuben müssen zudem regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden. Für Absauganlagen nennt die Behörde bei entsprechenden Einsatzbereichen jährliche Prüfintervalle.

Diese allgemeinen Anforderungen lassen jedoch keine Rückschlüsse darauf zu, ob bei dem Betrieb in Pfullendorf technische oder organisatorische Vorschriften verletzt wurden. Dafür gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Gegenstand der Ermittlungen ist zunächst die konkrete Ursache der beiden Verpuffungen.

Ermittlungen zum Arbeitsunfall in Pfullendorf dauern an

Der Vorfall ereignete sich in einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet der Stadt Pfullendorf, die im Landkreis Sigmaringen im Süden Baden-Württembergs liegt. Der Schwerpunkt der weiteren Ermittlungen liegt auf der technischen Ursache der ersten Verpuffung.

Offiziell bestätigt war am Mittwoch, 2. September, dass insgesamt drei Beschäftigte verletzt wurden und einer von ihnen schwere Verletzungen erlitt. Der zunächst ebenfalls als schwerer verletzt eingestufte 61-Jährige konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Weitere Angaben zum Gesundheitszustand des 54-Jährigen oder zum weiteren Betrieb der Anlage lagen zunächst nicht vor.

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