Insolvenz bei Violas’: Was jetzt aus den Gewürzläden wird

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Symbolbild: Evan Wise

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Die Hamburger Gewürz- und Feinkostmarke Violas’ befindet sich im regulären Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Hamburg hat das Verfahren über das Vermögen der VIOLAS’ GmbH zum 1. Oktober 2026 eröffnet. Für die Kunden bedeutet Violas’ Insolvenz zunächst jedoch nicht das Aus der bundesweiten Geschäfte. Die Läden werden überwiegend von selbstständigen Franchisepartnern geführt und sollen weiter beliefert werden. Für die Zentrale mit rund 25 Beschäftigten wird unterdessen nach einer Sanierungslösung mit einem Investor gesucht. Ob diese gelingt, ist noch offen.

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Amtsgericht Hamburg eröffnet reguläres Insolvenzverfahren

Nach dem Beschluss des Amtsgerichts Hamburg wurde das Insolvenzverfahren am 1. Oktober um 10 Uhr eröffnet. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 67h IN 287/26. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm. Bereits am 3. August hatte das Gericht eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Damit befand sich die Gesellschaft seit rund zwei Monaten in einem vorläufigen Verfahren, bevor nun das reguläre Insolvenzverfahren folgte. Gegenstand der VIOLAS’ GmbH sind nach den Gerichtsangaben unter anderem die Produktion von und der Handel mit Gewürzen und Feinkost.

Gläubiger haben bis Anfang November Zeit

Mit der Verfahrenseröffnung gelten nun konkrete Fristen für die Gläubiger. Forderungen gegen die VIOLAS’ GmbH müssen bis zum 2. November 2026 beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Für den 2. Dezember um 10 Uhr hat das Amtsgericht Hamburg zudem eine Gläubigerversammlung im Ziviljustizgebäude angesetzt. Dort soll der Insolvenzverwalter über den Stand des Verfahrens berichten. Das Gericht nennt als mögliche Entscheidungen über den weiteren Fortgang unter anderem eine Fortführung, einen Insolvenzplan oder eine Stilllegung. Welche Variante bei Violas’ verfolgt wird, ist damit noch nicht abschließend entschieden.

Rund 25 Beschäftigte arbeiten für die insolvente Gesellschaft

Besonders unmittelbar betrifft das Verfahren die Beschäftigten der VIOLAS’ GmbH. Nach Angaben des Insolvenzverwalters beschäftigt die insolvente Gesellschaft rund 25 Mitarbeiter. Deren Gehälter würden nach dem Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums wieder durch das Unternehmen gezahlt. Nach Angaben des Verwalters sei derzeit genügend Liquidität vorhanden, um den Geschäftsbetrieb zunächst fortzuführen. Eine langfristige Beschäftigungsgarantie ergibt sich daraus allerdings nicht. Sie hängt wesentlich davon ab, welche Sanierungslösung im weiteren Insolvenzverfahren gefunden werden kann.

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Franchise-Läden sind nicht automatisch insolvent

Für die bundesweiten Violas’-Geschäfte ist die Lage anders. Das Unternehmen arbeitet mit selbstständigen Franchisepartnern zusammen. Auf seiner eigenen Internetseite wirbt Violas’ ausdrücklich damit, Partnern den Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Store zu ermöglichen. Das Insolvenzverfahren über die zentrale VIOLAS’ GmbH bedeutet deshalb nicht automatisch, dass auch die einzelnen Franchiseunternehmen insolvent sind. Nach Angaben aus dem Umfeld des Insolvenzverfahrens sollen die Geschäfte weiterhin mit Waren beliefert werden und ihren Betrieb fortsetzen. Eine bundesweite Schließung der rund 25 unter der Marke betriebenen Geschäfte wurde nicht angekündigt.

Violas’ ist in zahlreichen deutschen Städten vertreten

Die Marke ist über Hamburg hinaus an zahlreichen Standorten präsent. Die aktuelle Unternehmensseite führt unter anderem Geschäfte in Berlin, Dortmund, Essen, Flensburg, Köln, Lübeck, Lüneburg, Oldenburg, Paderborn, Ravensburg und Regensburg auf. Hinzu kommen mehrere Hamburger Standorte sowie weitere Franchisegeschäfte und Shop-in-Shop-Angebote. Im Mittelpunkt des Geschäfts stehen Gewürze, Gewürzmischungen, Öle, Essige, Feinkost und Geschenkartikel. Die VIOLAS’ GmbH betreibt außerdem weiterhin ihren Onlineshop. Die Internetseite war am Dienstag weiterhin erreichbar und enthielt reguläre Bestellmöglichkeiten sowie die Übersicht der bestehenden Standorte.

Höhere Kosten und schwacher Konsum belasteten das Geschäft

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren bereits im Sommer bekannt geworden. Geschäftsführerin und Gründerin Viola Fuchs hatte im August als Belastungen unter anderem gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal genannt. Gleichzeitig habe eine zurückhaltende Konsumstimmung das Geschäft belastet. Anfang August folgte die vorläufige Insolvenzverwaltung. Mit der Eröffnung des regulären Verfahrens zum 1. Oktober ist nun die nächste Stufe erreicht. Die Ursachen entsprechen damit Problemen, mit denen zahlreiche spezialisierte Einzelhändler konfrontiert sind: steigende Betriebskosten treffen auf Verbraucher, die bei nicht zwingend notwendigen Anschaffungen und höherpreisigen Lebensmitteln zurückhaltender einkaufen.

Insolvenzverwalter sucht weiter nach einem Investor

Das derzeitige Ziel ist die Sanierung des Geschäftsbetriebs über eine Investorenlösung. Insolvenzverwalter Böhm erklärte in einer Mitteilung, dass Gespräche mit Interessenten intensiv fortgesetzt würden. Ein Abschluss oder ein konkreter Investor war zunächst nicht bekannt. Auch Angaben zu einem möglichen Kaufpreis oder dazu, welche Teile der Gesellschaft ein Investor übernehmen könnte, lagen zunächst nicht vor. Die kommenden Wochen dürften deshalb vor allem von der Suche nach einer tragfähigen Finanzierung geprägt sein. Spätestens beim gerichtlichen Berichts- und Prüfungstermin am 2. Dezember können die Gläubiger über den weiteren Fortgang des Verfahrens beraten.

Für Kunden bleibt Violas’ damit zunächst erreichbar. Die Franchisegeschäfte sollen ihren Betrieb fortsetzen, während die insolvente Zentrale saniert werden soll. Ob die Marke langfristig in ihrer bisherigen Struktur bestehen bleibt und ob alle Arbeitsplätze in der VIOLAS’ GmbH erhalten werden können, war am Dienstag noch nicht entschieden.

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