
Der FC St. Pauli setzt auf Kontinuität im Tor. Der Fußball-Zweitligist hat den Vertrag mit Ben Voll verlängert. Das bestätigte der Hamburger Verein am Dienstag, 27. Oktober 2026. Der 25-Jährige hatte erst zu Beginn der laufenden Saison die Rolle des Stammtorwarts übernommen. Über die Dauer des neuen Vertrags machte St. Pauli keine Angaben.
Die Vertragsverlängerung von Ben Voll ist ein weiterer Schritt in der personellen Neuaufstellung des Bundesliga-Absteigers. Nach dem Abschied des langjährigen Stammtorhüters Nikola Vasilj hatte sich Voll im Sommer als neue Nummer eins etabliert. In seinen bisherigen neun Zweitligaspielen blieb er dreimal ohne Gegentor.
St. Paulis Geschäftsleiter Sport Andreas Bornemann begründete die Vertragsverlängerung mit der Entwicklung des Torhüters. Voll habe durch seine sportlichen Leistungen, seine Einstellung und seine tägliche Arbeit an Bedeutung für die Mannschaft gewonnen.
Bornemann bezeichnete die Zusammenarbeit als von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Der Verein sei außerdem überzeugt, dass der Schlussmann sein Leistungsvermögen noch weiter steigern könne.
Auch Voll äußerte sich positiv über seine Zukunft in Hamburg. Er fühle sich beim FC St. Pauli wohl und habe bereits seit seiner Verpflichtung großes Vertrauen erfahren. Das sportliche Umfeld biete ihm gute Möglichkeiten, sich als Torhüter und persönlich weiterzuentwickeln. Deshalb freue er sich auf die weitere Zusammenarbeit.
Ein konkretes Vertragsende wurde nicht bekannt gegeben. Damit steht zwar fest, dass der Verein über die bisherige Vereinbarung hinaus mit Voll plant. Wie lange der neue Kontrakt läuft, blieb zunächst offen.
Die Entwicklung des 25-Jährigen ist eng mit den personellen Veränderungen beim FC St. Pauli verbunden. Als Voll im Sommer 2024 von Viktoria Köln nach Hamburg wechselte, hatte sich der Verein gerade den Aufstieg in die Bundesliga gesichert.
In seinen ersten beiden Spielzeiten war die Torwartposition weitgehend vergeben. Nikola Vasilj, Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina, galt als feste Größe zwischen den Pfosten. Voll musste sich zunächst mit der Rolle des Ersatzkeepers begnügen.
Nach dem Bundesliga-Abstieg im Frühjahr 2026 verließ Vasilj den Verein und wechselte nach Saudi-Arabien. Dadurch entstand eine neue Situation im Hamburger Tor. Unter dem neuen Trainer Marcel Rapp übernahm Voll zum Beginn der Zweitligasaison 2026/27 den Stammplatz.
Bereits beim ersten Saisonspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am 9. August überzeugte der Torhüter. Beim 1:1 verhinderte er mit mehreren Paraden weitere Gegentreffer. Trainer Rapp lobte anschließend seine Zuverlässigkeit und verwies darauf, dass Voll seine Leistungen aus dem Training auch im Spiel abrufe.
Die Einsatzstatistik verdeutlicht den Unterschied zwischen Volls früherer Rolle und seiner aktuellen Bedeutung für St. Pauli. In der Saison 2025/26 kam er in der Bundesliga nicht zum Einsatz. Im DFB-Pokal absolvierte er dagegen zwei Partien.
Eine besondere Rolle spielte er am 28. Oktober 2025 beim Pokalspiel gegen die TSG Hoffenheim. St. Pauli setzte sich nach einem Elfmeterschießen durch, bei dem Voll zwei Strafstöße parierte. Bereits in der Saison 2024/25 hatte der Torhüter seine ersten beiden Bundesligaeinsätze für die Hamburger absolviert.
In der laufenden Spielzeit 2026/27 stand Voll an allen neun bisherigen Spieltagen der 2. Bundesliga im Tor. Gegen den VfL Wolfsburg gewann St. Pauli mit 1:0, gegen den Karlsruher SC mit 2:0. Beide Begegnungen beendete der Torwart ohne Gegentor.
Sein drittes Spiel ohne Gegentreffer folgte am 23. Oktober beim 0:0 gegen den SV Darmstadt 98. Insgesamt kassierte St. Pauli in den ersten neun Ligaspielen neun Tore. Hinzu kommt für Voll ein Einsatz im DFB-Pokal. Dort schieden die Hamburger am 23. August nach einer 0:2-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen bereits in der ersten Runde aus.
Damit kommt Voll seit seinem Wechsel nach Hamburg auf insgesamt 14 Pflichtspiele für die erste Mannschaft. Seine aktuelle Rolle unterscheidet sich deutlich von den beiden vorherigen Spielzeiten, in denen er nur vereinzelt eingesetzt wurde.
Voll wurde am 9. Dezember 2000 in Bergisch Gladbach geboren. Der 1,95 Meter große Torhüter durchlief während seiner Ausbildung mehrere Nachwuchsstationen.
Zwischen 2015 und 2018 spielte er für Viktoria Köln. Anschließend wechselte er in die U19 von Alemannia Aachen. Im Jahr 2019 führte sein Weg zu Hansa Rostock, wo er weitere Erfahrungen im Profifußball sammelte, ohne in der ersten Mannschaft zu einem Ligaeinsatz zu kommen.
2022 kehrte er zu Viktoria Köln zurück und entwickelte sich dort zum Stammtorwart. In den Spielzeiten 2022/23 und 2023/24 bestritt er insgesamt 68 Begegnungen in der 3. Liga.
Seine Leistungen machten ihn für den FC St. Pauli interessant. Im Juni 2024 bestätigten beide Vereine den Wechsel nach Hamburg. Über die Ablösesumme vereinbarten sie Stillschweigen.
Die Entscheidung zugunsten von Voll fällt in einer Torwartgruppe, die der FC St. Pauli während des Sommers 2026 neu zusammengestellt hat.
Neben dem bisherigen Ersatzkeeper Simon Spari verpflichteten die Hamburger im August den bulgarischen Nationaltorwart Dimitar Mitov. Der damals 29-Jährige kam vom schottischen Erstligisten FC Aberdeen.
Mitov bringt Erfahrung aus dem britischen Profifußball und internationale Einsätze mit. Trainer Marcel Rapp hatte bei dessen Verpflichtung insbesondere die Fähigkeiten auf der Linie, die Beweglichkeit und die Ruhe des Torhüters hervorgehoben.
Die Verpflichtung von Mitov änderte zunächst nichts an Volls Position als Stammkeeper. Der 25-Jährige blieb auch nach dem Transfer des bulgarischen Nationalspielers die erste Wahl.
Mit der Vertragsverlängerung setzt St. Pauli nun ein weiteres Zeichen für die Zusammenarbeit mit Voll. Gleichzeitig verfügt der Verein mit Mitov und Spari über zusätzliche Optionen auf der Torwartposition.
Sportlich befindet sich der FC St. Pauli nach dem Abstieg aus der Bundesliga in einer Phase der Neuorientierung. Trainer Marcel Rapp übernahm die Mannschaft im Sommer 2026 von Alexander Blessin.
Nach neun Spieltagen liegt St. Pauli mit zwölf Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Die Bilanz umfasst zwei Siege, sechs Unentschieden und eine Niederlage. Das Torverhältnis beträgt 11:9.
Besonders auffällig sind die vielen Punkteteilungen. Auch beim jüngsten 0:0 in Darmstadt gelang es den Hamburgern nicht, auswärts den ersten Saisonsieg einzufahren. Die Defensive erwies sich jedoch erneut als stabil.
Der Rückstand auf Tabellenführer Hertha BSC beträgt bereits 13 Punkte. Auf den zweiten Tabellenplatz, den derzeit der 1. FC Nürnberg mit 18 Punkten belegt, fehlen sechs Zähler.
Damit bleibt die sportliche Ausgangslage für den Bundesliga-Absteiger anspruchsvoll. Während die Mannschaft nur selten verliert, reichen die bisherigen Ergebnisse noch nicht für einen Platz in der Spitzengruppe.
Die weitere Zusammenarbeit mit Voll gibt dem FC St. Pauli auf einer zentralen Position personelle Kontinuität. Der Torhüter kennt den Verein seit 2024 und hat sowohl die Bundesliga als auch den anschließenden Abstieg und die Rückkehr in die zweite Liga erlebt.
Seine Entwicklung vom Ersatzmann zum Stammtorwart ist dabei auch ein Beispiel für die veränderte Kaderstruktur. Nach mehreren Abgängen im Sommer erhielten Spieler, die zuvor weniger im Mittelpunkt standen, zusätzliche Verantwortung.
Voll gehört inzwischen auch dem Mannschaftsrat an. Gemeinsam mit weiteren erfahrenen Spielern übernimmt er damit über seine sportliche Aufgabe hinaus eine Rolle innerhalb des Teams.
Mit der Verlängerung hat St. Pauli die Zusammenarbeit mit seinem aktuellen Stammtorwart vertraglich fortgesetzt. Die genaue Laufzeit und weitere finanzielle Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.
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