Wärmepumpen führen den Heizungsmarkt nach starkem Halbjahr an

Erbschaftsteuer vor dem Umbruch? Was sich für Erben ändern könnte
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

Teilen:

Wärmepumpen gewinnen auf dem deutschen Heizungsmarkt deutlich an Bedeutung. Im ersten Halbjahr 2026 lag ihr Absatz erstmals klar über dem der gasbasierten Wärmeerzeuger. Zugleich gelten seit Juli veränderte staatliche Förderbedingungen und neue gesetzliche Regeln für den Heizungstausch. Damit treffen bei Wärmepumpen in Deutschland derzeit eine Markterholung und ein veränderter politischer Rahmen aufeinander.

Anzeige

Wärmepumpen kommen auf mehr als die Hälfte des Absatzes

Der Gesamtabsatz von Wärmeerzeugern in Deutschland lag von Januar bis Juni 2026 nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie, kurz BDH, bei 352.000 Geräten. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 lag das Plus bei 19 Prozent. Der Absatz von Heizungs-Wärmepumpen lag bei 194.500 Geräten. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag bei 40 Prozent.

Damit lag der Anteil von Wärmepumpen am gesamten von der Heizungsindustrie erfassten Absatz bei gut 55 Prozent. Bei gasbasierten Wärmeerzeugern lag der Absatz im gleichen Zeitraum bei 134.000 Geräten, das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag bei einem Prozent. Bei Ölheizungen lag der Absatz bei 9.500 Geräten und damit elf Prozent niedriger. Bei Biomasseheizungen lag er bei 14.000 Geräten, ein Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.

Die Zahlen erfassen den Absatz der Hersteller in den Markt. Beim Bundesverband Wärmepumpe wird ausdrücklich von Geräten gesprochen, die Hersteller an Großhändler oder Fachhandwerker absetzen. Die Statistik ist deshalb nicht mit der Zahl tatsächlich in Privathaushalten installierter Wärmepumpen gleichzusetzen.

Anzeige

Heizungsmarkt erholt sich von schwachem Jahr 2025

Der starke Zuwachs bei Wärmepumpen steht zugleich vor dem Hintergrund eines insgesamt schwachen deutschen Heizungsmarktes. Nach der BDH-Jahresbilanz lag der Gesamtabsatz 2025 bei rund 627.000 Wärmeerzeugern. Das Minus gegenüber 2024 lag bei zwölf Prozent. Nach Angaben des Verbandes war dies der niedrigste Stand seit 15 Jahren.

Bei Heizungs-Wärmepumpen verlief die Entwicklung schon 2025 gegen den Gesamttrend. Nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe lag ihr Jahresabsatz bei 299.000 Geräten. Das Plus gegenüber 2024 lag bei 55 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich diese Entwicklung fort.

Für den gesamten Heizungsmarkt rechnet der BDH bei einer Fortsetzung der Entwicklung aus dem ersten Halbjahr für 2026 mit rund 700.000 abgesetzten Wärmeerzeugern. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Hochrechnung des Branchenverbandes und nicht um eine amtliche Prognose. Der Markt läge damit wieder über dem schwachen Vorjahr, bliebe nach Einschätzung des BDH aber unter früheren Absatzniveaus.

Neue Heizungsförderung gilt seit Juli 2026

Parallel zum Marktwachstum hat der Bund die Förderung für neue Heizungen verändert. Die neuen Konditionen der Bundesförderung für effiziente Gebäude gelten bei der KfW seit dem 21. Juli 2026. Für Wohngebäude liegt die Grundförderung weiterhin bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit liegt seitdem bei 28.000 Euro. Zuvor lag er bei 30.000 Euro.

Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt derzeit bei 16 Prozent. Beim Einkommensbonus liegt der Satz abhängig vom Haushaltsjahreseinkommen bei 10, 30 oder 40 Prozent. Die Obergrenze aus Grundförderung und Boni liegt grundsätzlich bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Für bestimmte selbstnutzende Eigentümer mit niedrigerem Einkommen kann sie nach den aktuellen KfW-Regeln bei bis zu 80 Prozent liegen. Der frühere Effizienzbonus für Wärmepumpen sowie der Emissionsminderungszuschlag sind seit dem 21. Juli entfallen.

Die Förderhöhe allein sagt allerdings nichts darüber aus, wie viele Wärmepumpen tatsächlich eingebaut werden. Nach einer Auswertung des Bundesverbands Wärmepumpe lag die Zahl der Förderzusagen für Wärmepumpen von Januar bis Juni 2026 bei 184.581. Im Juni allein lag sie bei 39.298. Der Verband stützt seine Förderauswertung auf die Daten der BEG-Heizungsförderung. Eine Förderzusage ist dabei noch kein Nachweis für eine bereits fertiggestellte Anlage.

Neues Gebäudegesetz lässt mehr Heiztechniken zu

Auch das rechtliche Umfeld hat sich im Sommer verändert. Die wesentlichen Neuregelungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes gelten seit dem 29. Juli 2026. Das Gesetz löste die zuvor geltenden Regeln des Gebäudeenergiegesetzes in wesentlichen Punkten ab. Die pauschale Vorgabe, wonach neue Heizungen grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen sollten, entfiel. Eigentümer können nach den neuen Regeln wieder zwischen verschiedenen Heiztechniken wählen. Dazu gehören Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse, Hybridlösungen sowie unter bestimmten Anforderungen weiterhin Gas- und Ölheizungen.

Dass der Wärmepumpenabsatz gleichzeitig stark steigt, obwohl die gesetzlichen Vorgaben technologieoffener geworden sind, ist eine auffällige Entwicklung des Heizungsmarktes 2026. Aus den Absatzzahlen allein lässt sich jedoch nicht ableiten, welchen Anteil daran Förderung, Energiepreise, gesetzliche Änderungen oder andere Faktoren haben.

Wärmepumpenmarkt erholt sich auch in Europa

Der Aufwärtstrend beschränkt sich nicht auf Deutschland. Die European Heat Pump Association, kurz EHPA, meldete für das erste Quartal 2026 in elf europäischen Ländern zusammen rund 575.000 verkaufte Geräte. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 lag das Plus nach Angaben des Branchenverbandes bei 17 Prozent. Für Frankreich, Deutschland und Polen lag der durchschnittliche Zuwachs bei 25 Prozent.

Die europäischen Werte stammen ebenfalls aus Branchenstatistiken und sind keine einheitliche amtliche EU-Absatzstatistik. Sie zeigen jedoch, dass die Erholung auf dem deutschen Wärmepumpenmarkt Teil einer breiteren Entwicklung in mehreren europäischen Ländern ist.

Für Deutschland ergibt sich damit im Herbst 2026 ein zweigeteiltes Bild: Der gesamte Heizungsmarkt liegt trotz seiner Erholung noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau, während Wärmepumpen ihren Anteil deutlich ausbauen. Ob sich das starke Wachstum aus dem ersten Halbjahr bis zum Jahresende fortsetzt, wird sich erst mit den vollständigen Absatzdaten für 2026 zeigen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu