NGG ruft bei Kölln zum ersten Warnstreik der Firmengeschichte auf

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Beim Haferflockenhersteller Peter Kölln in Elmshorn hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten am Montag zu einem achtstündigen Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten in der Produktion sollen ihre Arbeit von 14 bis 22 Uhr niederlegen. Bereits für 13.30 Uhr ist nach Gewerkschaftsangaben eine Kundgebung vor dem Werk vorgesehen. Der Warnstreik bei Peter Kölln soll den Druck vor der nächsten Runde der Tarifverhandlungen erhöhen.

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Acht Stunden Arbeitsniederlegung in Elmshorn

Nach Angaben der NGG richtet sich der Streikaufruf an mehr als 160 Beschäftigte in der Produktion. Regionalen Berichten zufolge spricht die Gewerkschaft konkret von 165 Beschäftigten. Die NGG bezeichnet die Aktion als ersten Warnstreik der Firmengeschichte am Hauptsitz des Unternehmens in Elmshorn.

Wie viele Beschäftigte sich tatsächlich beteiligen und in welchem Umfang die Produktion dadurch beeinträchtigt wird, war vor Beginn der Arbeitsniederlegung am Montag noch offen. NGG-Verhandlungsführerin Sarah Witte rechnete damit, dass Teile der Produktion zeitweise ruhen könnten. Auswirkungen auf die Versorgung des Einzelhandels mit Kölln-Produkten hält die Gewerkschaft dagegen für unwahrscheinlich. Eine unabhängige Bestätigung tatsächlicher Produktionsausfälle lag zunächst nicht vor.

NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn

Im Tarifstreit bei Peter Kölln geht es um einen neuen Haustarifvertrag für die Beschäftigten in der Produktion. Die Gewerkschaft fordert 5,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nach Darstellung der NGG hat das Unternehmen seinerseits einen Abschluss über zwei Jahre angeboten, mit jeweils 2,0 Prozent mehr Lohn in den Jahren 2026 und 2027.

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Diese Angaben zum Arbeitgeberangebot stammen von der Gewerkschaft. Eine eigene veröffentlichte Stellungnahme von Peter Kölln zu den von der NGG genannten Konditionen lag bis Montagmittag nicht vor. Auf der Presse- und Newsseite des Unternehmens war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls keine Erklärung zum Tarifkonflikt veröffentlicht. Damit ist insbesondere die konkrete Darstellung des Arbeitgeberangebots bislang nicht durch eine separate öffentliche Erklärung des Unternehmens bestätigt.

Die NGG hält das von ihr geschilderte Angebot für unzureichend. Sie argumentiert, die vorgesehenen Erhöhungen würden die Preissteigerungen nicht ausgleichen. Die allgemeine Inflationsrate in Deutschland lag nach der vorläufigen Berechnung des Statistischen Bundesamtes im August 2026 bei 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Energiepreise lagen dabei 10,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, während die Preise für Nahrungsmittel um 0,1 Prozent stiegen.

Die Inflationsdaten allein geben allerdings nicht vor, wie ein Tarifabschluss bei Peter Kölln ausfallen müsste. Sie bilden lediglich den wirtschaftlichen Hintergrund für das Argument der Gewerkschaft, die Kaufkraft der Beschäftigten müsse bei der Lohnentwicklung berücksichtigt werden.

Arbeitgeberposition bislang ohne eigene Erklärung

Die Positionen der beiden Tarifparteien sind damit unterschiedlich stark öffentlich dokumentiert. Die NGG hat ihre Forderung, ihre Bewertung des bisherigen Angebots und ihre Gründe für den Warnstreik dargelegt. Von Peter Kölln lag bis Montagmittag keine eigene öffentliche Erklärung zum Warnstreik, zur Forderung von 5,8 Prozent oder zur von der Gewerkschaft genannten zweijährigen Offerte vor.

Fest steht, dass die Tarifparteien über einen neuen Haustarifvertrag verhandeln und die NGG mit der Arbeitsniederlegung vor der nächsten Gesprächsrunde zusätzlichen Druck aufbauen will. Aussagen darüber, aus welchen wirtschaftlichen oder tarifpolitischen Gründen das Unternehmen nach Darstellung der NGG jeweils 2,0 Prozent angeboten haben soll, wären ohne eine eigene Arbeitgeberäußerung nicht belastbar.

Dritte Tarifrunde ist für Donnerstag angesetzt

Die Tarifgespräche sollen am Donnerstag, 10. September 2026, fortgesetzt werden. Nach Angaben der NGG handelt es sich um die dritte Verhandlungsrunde. Der Warnstreik findet damit drei Tage vor dem nächsten angesetzten Gespräch statt.

Ob sich die Positionen dadurch annähern, war am Montag offen. Ebenso gab es vor Beginn des Warnstreiks keine belastbaren Hinweise auf längerfristige Produktionsunterbrechungen oder Engpässe im Handel. Die Gewerkschaft selbst erwartet nach eigenen Angaben keine spürbaren Folgen für die Verfügbarkeit der Produkte in Supermärkten.

Peter Kölln produziert seit mehr als 200 Jahren in Elmshorn

Der Haferflockenhersteller Peter Kölln gehört zu den traditionsreichen deutschen Lebensmittelunternehmen. Die Firmengeschichte reicht bis 1820 zurück. Der Hauptsitz befindet sich in Elmshorn in Schleswig-Holstein. Bekannt ist das Familienunternehmen vor allem für Haferflocken und Müslis. Zum Sortiment gehören außerdem Speiseöle und Fette.

Nach Unternehmensangaben beschäftigt Peter Kölln rund 360 Menschen. Der Jahresumsatz lag 2024 bei 154 Millionen Euro. Seit dem 1. Mai 2024 steht Friederike Driftmann-Egelhof als Vorsitzende an der Spitze der Geschäftsführung und führt das Unternehmen in siebter Generation der Familie weiter.

Der aktuelle Tarifkonflikt betrifft unmittelbar die Beschäftigten in der Produktion, für die die NGG derzeit verhandelt. Nach Gewerkschaftsangaben wurden Tarifabschlüsse in der Vergangenheit teilweise auch auf Beschäftigte in der Verwaltung übertragen. Ob dies bei einem möglichen neuen Abschluss erneut vorgesehen wäre, wurde bislang nicht öffentlich konkretisiert.

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