
Der Weihnachtsbaum dürfte in diesem Jahr erneut mehr Geld kosten. Deutschlands Weihnachtsbaumerzeuger rechnen für die Saison 2026 mit steigenden Preisen für Nordmanntannen, Blaufichten und Rotfichten. Grund sind höhere Produktionskosten und ein rückläufiges Angebot. Besonders große Bäume könnten teurer werden. Trotz der Entwicklung erwartet die Branche keine generellen Versorgungsengpässe.
Für die kommende Weihnachtssaison haben der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum neue Preisprognosen vorgelegt. Demnach müssen Verbraucher je nach Baumart mit folgenden Preisen rechnen:
| Baumart | Erwarteter Preis 2026 pro Meter | Preisbereich 2025 |
|---|---|---|
| Nordmanntanne | 25 bis 33 Euro | 23 bis 30 Euro |
| Blaufichte | 17 bis 22 Euro | 15 bis 19 Euro |
| Rotfichte | 14 bis 19 Euro | 12 bis 16 Euro |
Damit liegen die prognostizierten Preisbereiche bei allen drei Baumarten über dem Vorjahresniveau. Die tatsächlichen Verkaufspreise können je nach Region, Qualität, Größe und Verkaufsstelle abweichen.
Die Nordmanntanne bleibt die beliebteste Weihnachtsbaumart in Deutschland. Ihr Marktanteil liegt nach Angaben des Bundesverbandes bei knapp 80 Prozent.
Für eine zwei Meter hohe Nordmanntanne ergibt sich aus den aktuellen Verbandsprognosen rechnerisch ein Preis zwischen 50 und 66 Euro. Im vergangenen Jahr entsprach die damalige Preisspanne bei gleicher Größe noch 46 bis 60 Euro.
Günstiger sind weiterhin andere Baumarten. Bei einer zwei Meter hohen Blaufichte ergibt sich für 2026 ein rechnerischer Preis zwischen 34 und 44 Euro. Eine ebenso große Rotfichte würde auf Grundlage der Prognose zwischen 28 und 38 Euro kosten.
Diese Beträge dienen der Orientierung. Im Handel können Bäume auch nach festen Größenklassen oder Qualitätsstufen angeboten werden.
Die erwarteten Preissteigerungen haben mehrere Ursachen. Nach Angaben der Erzeugerverbände sind unter anderem die Ausgaben für Personal, Energie, Maschinen, Verpackungen und Pflanzenschutz gestiegen.
Besonders stark belasten die Betriebe höhere Transportkosten. Die Verbände verweisen dabei auf gestiegene Energiepreise, begrenzte Transportkapazitäten und internationale Unsicherheiten, die sich auf Lieferketten und Beschaffungskosten auswirken.
Hinzu kommt der hohe Arbeitsaufwand beim Anbau. Weihnachtsbäume werden über viele Jahre gepflegt. Formschnitt, Kulturpflege und zahlreiche weitere Arbeitsschritte erfordern weiterhin viel Handarbeit. Steigende Löhne wirken sich deshalb unmittelbar auf die Kosten der Produzenten aus.
Neben den höheren Produktionskosten verändert sich auch das Angebot. Nach Angaben der Branchenverbände reduzieren verschiedene Betriebe ihre Anbauflächen oder stellen die Weihnachtsbaumproduktion vollständig ein. Als Gründe nennen sie unter anderem fehlende Betriebsnachfolger und wirtschaftliche Belastungen.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Deutschland. Auch in Dänemark, einem wichtigen europäischen Produktionsland, werden nach Angaben des Bundesverbandes Anbaukapazitäten reduziert.
Besonders bei Weihnachtsbäumen ab einer Höhe von zwei Metern zeigen sich nach Einschätzung des Verbandes Angebotsengpässe. Kleinere Bäume sind dagegen weiterhin vergleichsweise gut verfügbar. Für große Exemplare könnte die Preisentwicklung daher stärker ausfallen.
Auch das Wetter spielte 2026 für die Weihnachtsbaumerzeuger eine Rolle. Während der heißen und trockenen Sommermonate kam es regional zu Schäden an Jungpflanzen. Teilweise waren auch im Vorjahr gesetzte Bäume betroffen.
Für die diesjährige Weihnachtssaison sind die Folgen nach Einschätzung des Bundesverbandes jedoch begrenzt. Die bereits ausgewachsenen Weihnachtsbäume haben die Trockenheit überwiegend gut überstanden. Regional wurden zwar Schäden an Zweigen festgestellt, größere flächendeckende Ausfälle bei verkaufsfertigen Bäumen wurden jedoch nicht gemeldet.
Die Folgen geschädigter Jungpflanzen könnten sich dagegen erst in mehreren Jahren bemerkbar machen, wenn diese Bäume normalerweise in den Verkauf gekommen wären.
Eine allgemeine Weihnachtsbaumknappheit erwarten die Erzeugerverbände für 2026 nicht. Verbraucher sollen auch in dieser Saison zwischen unterschiedlichen Größen, Qualitäten und Baumarten wählen können.
Wer weniger Geld ausgeben möchte, kann auf eine Blaufichte oder Rotfichte ausweichen. Beide liegen in den aktuellen Preisprognosen unter dem Niveau der Nordmanntanne.
Wie hoch die Weihnachtsbaumpreise 2026 tatsächlich ausfallen, hängt schließlich vom jeweiligen Anbieter und dem gewählten Baum ab. Die veröffentlichten Preisbereiche geben bereits im Oktober eine Orientierung für die bevorstehende Verkaufssaison.
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