Wildunfälle kosten Versicherer 1,2 Milliarden Euro: Reparaturen werden immer teurer

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Wildunfälle 2025 haben Deutschlands Autoversicherer rund 1,2 Milliarden Euro gekostet. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entspricht das einem Anstieg von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei blieb die Zahl der registrierten Unfälle mit rund 276.000 nahezu unverändert. Verantwortlich für die höheren Schadenkosten sind vor allem gestiegene Preise für Ersatzteile und Werkstattarbeiten. Die Entwicklung setzt einen Trend fort, der die Kfz-Versicherer bereits seit mehreren Jahren beschäftigt.

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Durchschnittlicher Wildunfall kostet inzwischen 4.400 Euro

Die durchschnittlichen Kosten eines versicherten Wildunfalls sind innerhalb eines Jahres um rund 300 Euro gestiegen. Während die Versicherer 2024 noch etwa 4.100 Euro pro Schadenfall aufbringen mussten, waren es 2025 bereits rund 4.400 Euro.

Nach Einschätzung des GDV erklärt sich die Entwicklung vor allem durch teurere Fahrzeugreparaturen. Besonders Ersatzteile und die Arbeitsstunden in Kfz-Werkstätten haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verteuert. Nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier müssen häufig beschädigte Karosserieteile ausgetauscht oder umfangreiche Reparaturarbeiten durchgeführt werden.

Die Zahl der Unfälle selbst erklärt den Kostenanstieg dagegen kaum. Mit rund 276.000 registrierten Fällen blieb sie 2025 nahezu auf dem Vorjahresniveau. Damit entsteht die zusätzliche finanzielle Belastung vor allem durch die höheren Kosten der einzelnen Schäden.

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Wildunfälle verursachen seit Jahren steigende Kosten

Ein Vergleich mit früheren Jahren verdeutlicht die langfristige Entwicklung. Im Jahr 2021 registrierten die deutschen Autoversicherer rund 284.000 Wildunfälle und zahlten dafür mehr als 940 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden lag damals bei etwa 3.300 Euro.

Im Jahr 2022 sank die Zahl der gemeldeten Wildunfälle auf rund 265.000. Trotzdem stiegen die gesamten Versicherungsleistungen auf mehr als 950 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden erhöhte sich auf knapp 3.600 Euro.

Für 2023 meldete der GDV wieder mehr als 280.000 Wildunfälle. Die durchschnittlichen Schadenkosten erreichten etwa 3.850 Euro. Ein Jahr später waren es bereits rund 4.100 Euro.

Damit hat sich die durchschnittliche finanzielle Belastung pro Wildunfall zwischen 2021 und 2025 von etwa 3.300 auf 4.400 Euro erhöht. Das entspricht einer Steigerung um rund ein Drittel innerhalb von vier Jahren.

Ersatzteilpreise seit 2016 um mehr als 80 Prozent gestiegen

Wie stark die Reparaturkosten insgesamt zugenommen haben, zeigen weitere Untersuchungen des GDV. Nach einer im Oktober 2026 veröffentlichten Auswertung sind die Preise für ausgewählte Autoersatzteile seit 2016 im Durchschnitt um mehr als 80 Prozent gestiegen.

Allein zwischen August 2025 und August 2026 verteuerten sich die untersuchten Ersatzteile um mehr als vier Prozent. Bei einzelnen Komponenten wie hinteren Seitenwänden, Vordertüren oder Kofferraumklappen haben sich die Preise innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt.

Auch Werkstattarbeiten wurden erheblich teurer. Nach GDV-Angaben kosteten Arbeiten an Mechanik, Elektrik und Karosserie im Jahr 2024 durchschnittlich 202 Euro pro Stunde. Für Lackierarbeiten wurden im Schnitt 220 Euro berechnet. Gegenüber 2023 waren beide Werte um fast acht Prozent gestiegen.

Der Verband verweist darauf, dass sich die Werkstattstundensätze zwischen 2017 und 2024 um rund 50 Prozent erhöhten. Die allgemeine Verbraucherpreisentwicklung fiel in diesem Zeitraum mit etwa 24 Prozent deutlich geringer aus.

Mehr als 750 Wildunfälle pro Tag in Deutschland

Rechnerisch registrieren die deutschen Kfz-Versicherer täglich mehr als 750 Wildunfälle. Damit kommt es statistisch betrachtet ungefähr alle zwei Minuten zu einem versicherten Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Wildtier.

Die Zahlen erfassen Schadenfälle mit kaskoversicherten Fahrzeugen. Sie sind deshalb nicht mit der Gesamtzahl sämtlicher Wildunfälle auf deutschen Straßen gleichzusetzen. Zusammenstöße ohne entsprechende Versicherung oder ohne gemeldeten Kaskoschaden werden von dieser Statistik nicht vollständig abgebildet.

Auch der Deutsche Jagdverband führt eigene Erhebungen. Für das Jagdjahr 2024/2025 wurden bundesweit 200.979 Wildunfälle mit Rehwild, Schwarzwild sowie Rot- und Damwild erfasst. Davon entfielen 52.820 auf Bayern. Die Erhebung betrachtet damit andere Tierarten und einen anderen Zeitraum als die jährliche Versicherungsstatistik des GDV.

Zusammenstöße mit Wildtieren können außerdem zu Verletzungen von Menschen führen. Der ADAC nennt für 2025 bundesweit 2.549 Verkehrsunfälle mit Personenschaden durch Wild auf der Fahrbahn.

Rehe besonders häufig an Wildunfällen beteiligt

Bei den von Wildunfällen betroffenen Tierarten spielt Rehwild eine besonders große Rolle. Nach Auswertungen des Tierfund-Katasters, auf die sich der Deutsche Jagdverband stützt, entfällt ungefähr die Hälfte der erfassten Zusammenstöße auf Rehe.

Weitere registrierte Tierarten sind unter anderem Wildschweine, Füchse, Dachse, Waschbären und Hasen. Die Verteilung hängt von den erfassten Tierarten und der jeweiligen Datengrundlage ab.

Besonders kritisch sind Straßen, die entlang von Wäldern, Wiesen und Feldern verlaufen. Dort können Wildtiere unvermittelt auf die Fahrbahn gelangen. Hinzu kommt, dass nach einem Tier weitere Tiere die Straße überqueren können. Autofahrer sollten deshalb auch dann aufmerksam bleiben, wenn ein Tier die Fahrbahn bereits verlassen hat.

Zeitumstellung erhöht das Risiko im Berufsverkehr

Die Unfallgefahr ist nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt. Nach Angaben des GDV treten Wildunfälle besonders häufig im April und Mai sowie zwischen Oktober und Dezember auf.

Mit der Zeitumstellung am Sonntag, 25. Oktober 2026, verändert sich zudem das Zusammentreffen von Berufsverkehr und Dämmerung. Die Uhren werden in der Nacht von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Dadurch fällt insbesondere der nachmittägliche Berufsverkehr wieder stärker in die Dämmerungsstunden.

Viele Wildtiere sind zu diesen Zeiten auf Nahrungssuche. Der ADAC empfiehlt deshalb, auf Straßen entlang von Waldgebieten und Feldern die Geschwindigkeit frühzeitig zu reduzieren und die Fahrbahnränder aufmerksam zu beobachten.

Steht ein Tier am Straßenrand, sollten Autofahrer kontrolliert abbremsen, das Fernlicht ausschalten und gegebenenfalls hupen. Von unkontrollierten Ausweichmanövern raten sowohl der ADAC als auch die Versicherungswirtschaft ab. Eine Kollision mit einem Baum oder entgegenkommenden Fahrzeug kann deutlich schwerere Folgen haben als der Zusammenstoß mit einem Wildtier.

Welche Versicherung nach einem Wildunfall zahlt

Bei Schäden am eigenen Fahrzeug ist grundsätzlich die Kaskoversicherung zuständig. Die Teilkasko und die Vollkasko übernehmen üblicherweise Schäden durch den Zusammenstoß mit sogenanntem Haarwild. Dazu gehören beispielsweise Rehe, Wildschweine und Hirsche.

Einige Versicherungsverträge sehen einen erweiterten Schutz vor und decken auch Unfälle mit anderen Tierarten ab. Entscheidend sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Eine reine Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug dagegen nicht.

Nach Angaben des GDV führt ein versicherter Wildunfall nicht zu einer Verschlechterung des Schadenfreiheitsrabatts. Für die Regulierung müssen Autofahrer den Zusammenstoß allerdings ordnungsgemäß melden und die erforderlichen Nachweise vorlegen.

Richtiges Verhalten nach einem Zusammenstoß

Kommt es zu einem Wildunfall, sollte zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Tragen einer Warnweste und das Aufstellen eines Warndreiecks. Anschließend sollte die Polizei verständigt werden.

Verletzte oder getötete Wildtiere dürfen nicht eigenständig geborgen werden. Dafür sind die zuständigen Jäger oder Förster verantwortlich. Auch wenn ein verletztes Tier nach dem Unfall flüchtet, sollte der Vorfall gemeldet werden.

Für die spätere Schadenregulierung empfiehlt der GDV, Fotos vom beschädigten Fahrzeug und der Unfallstelle anzufertigen. Außerdem sollten Autofahrer eine Wildunfallbescheinigung einholen und ihre Versicherung möglichst frühzeitig informieren.

Wichtig ist dabei, den Schaden vor einer Reparatur, Verschrottung oder einem Verkauf des Fahrzeugs beim Versicherer zu melden. So können die notwendigen Schritte zur Prüfung und Regulierung des Schadens abgestimmt werden.

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