
Am Montag, 12. Oktober 2026, gibt die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt, wer in diesem Jahr den Wirtschaftsnobelpreis erhält. Die Entscheidung soll frühestens um 11.45 Uhr deutscher Zeit in Stockholm verkündet werden. Das Preisgeld steigt 2026 auf zwölf Millionen schwedische Kronen. Nach der Würdigung von drei Forschern für ihre Arbeiten über Innovation und Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr richtet sich die Aufmerksamkeit erneut auf eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Wirtschaftswissenschaften.
Die Nobelstiftung hat das Preisgeld für 2026 um eine Million schwedische Kronen erhöht. Damit sind sämtliche Nobelpreise in diesem Jahr mit jeweils zwölf Millionen Kronen ausgestattet. Anlass für die Anpassung ist auch das 125-jährige Bestehen der Nobelpreise, die erstmals 1901 verliehen wurden.
Die Auszeichnung kann an eine einzelne Person oder gemeinsam an bis zu drei Forschende gehen. Wird der Preis geteilt, verteilen sich die zwölf Millionen Kronen entsprechend der Entscheidung der Akademie. Die feierliche Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag Alfred Nobels. In Stockholm erhalten die Ausgezeichneten ihre Medaillen und Urkunden vom schwedischen König.
Die Entscheidung über den Wirtschaftsnobelpreis 2026 wird am Montag bei einer Pressekonferenz der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften bekannt gegeben. Veranstaltungsort ist der Sitzungssaal der Akademie in Stockholm. Die Bekanntgabe beginnt frühestens um 11.45 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit und wird über die offiziellen Kanäle der Nobelorganisation live übertragen.
Über die Auszeichnung entscheidet die Akademie nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Ein Fachkomitee prüft die Vorschläge und bereitet die Entscheidung vor. Die Namen nominierter Personen und Einzelheiten der Auswahl bleiben grundsätzlich 50 Jahre unter Verschluss. Wer den Wirtschaftsnobelpreis 2026 erhält, steht deshalb erst mit der offiziellen Bekanntgabe fest.
Im vergangenen Jahr erhielten Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt den Wirtschaftsnobelpreis. Die drei Wissenschaftler wurden am 13. Oktober 2025 für ihre Arbeiten zur Frage ausgezeichnet, wie technischer Fortschritt langfristiges Wirtschaftswachstum ermöglicht.
Der Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr untersuchte, welche Voraussetzungen eine Gesellschaft erfüllen muss, damit wissenschaftliche Erkenntnisse dauerhaft zu neuen Technologien und wirtschaftlichem Fortschritt führen. Dabei beschäftigte er sich besonders mit der industriellen Revolution und der Bedeutung wissenschaftlichen Wissens für die Entwicklung neuer Produktionsverfahren.
Philippe Aghion und Peter Howitt entwickelten dagegen ein mathematisches Modell zur sogenannten kreativen Zerstörung. Dahinter steht die Erkenntnis, dass neue Technologien bestehende Produkte und Geschäftsmodelle verdrängen können. Unternehmen verlieren dadurch ihre bisherigen Wettbewerbsvorteile, während Innovationen neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen. Die Arbeiten der drei Preisträger zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven, welche Bedingungen dauerhaftes Wachstum ermöglichen.
Deutschland war bislang nur einmal mit einem eigenen Wirtschaftsnobelpreisträger vertreten. Der deutsche Ökonom Reinhard Selten erhielt die Auszeichnung 1994 gemeinsam mit dem amerikanischen Mathematiker John Nash und dem ungarisch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler John Harsanyi.
Geehrt wurden ihre grundlegenden Arbeiten zur Spieltheorie. Dieses Forschungsgebiet untersucht strategische Entscheidungen, bei denen das Ergebnis für einen Beteiligten auch vom Verhalten anderer abhängt. Solche Zusammenhänge spielen beispielsweise bei Preisverhandlungen, im Wettbewerb zwischen Unternehmen und bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen eine Rolle.
Selten, der unter anderem an der Universität Bonn forschte, entwickelte wichtige Erweiterungen spieltheoretischer Gleichgewichtsmodelle. Seine Arbeiten halfen dabei, strategisches Verhalten über mehrere aufeinanderfolgende Entscheidungen hinweg genauer zu erklären. Der Wissenschaftler starb 2016.
Anders als die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden geht der Wirtschaftsnobelpreis nicht unmittelbar auf Alfred Nobels Testament zurück. Er wurde 1968 von der schwedischen Zentralbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet und erstmals 1969 verliehen. Sein offizieller Name lautet Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel.
Seit seiner Einführung wurden bis einschließlich 2025 insgesamt 99 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet. Die prämierten Arbeiten reichen von Wirtschaftswachstum und Finanzmärkten über die Erforschung von Armut und Ungleichheit bis hin zu menschlichem Entscheidungsverhalten.
Mit der Bekanntgabe am Montag endet die diesjährige Nobelpreiswoche. Die Entscheidung über den Wirtschaftsnobelpreis bildet traditionell den Abschluss der im Oktober verkündeten Auszeichnungen.
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