
Der 1. FC Nürnberg muss für längere Zeit auf seinen treffsichersten Angreifer verzichten. Mohamed Ali Zoma hat sich die Schulter ausgekugelt und benötigt eine Operation. Der 22-Jährige fällt nach Angaben des Vereins mindestens bis zur Winterpause aus. Für Trainer Miroslav Klose bedeutet die Verletzung von Mohamed Ali Zoma eine größere Umstellung: Der italienische Nationalspieler hat in dieser Zweitligasaison bereits sieben Tore erzielt und war regelmäßig auf der linken Offensivseite eingesetzt worden.
Zoma verletzte sich am 16. Oktober im Auswärtsspiel bei Energie Cottbus. Der Angreifer war auf die Schulter gefallen und musste in der 33. Minute ausgewechselt werden. Nach weiteren Untersuchungen erklärte der Club am 19. Oktober, dass ein operativer Eingriff erforderlich sei. Einen genauen Termin für die Rückkehr nannte der Verein nicht. Die medizinische Prognose lautet, dass Zoma frühestens nach der Winterpause wieder zur Verfügung stehen kann.
Ob der Eingriff inzwischen erfolgt ist, bestätigte der Club zunächst nicht. In seiner Verletzungsmitteilung war von einer zeitnah vorgesehenen Operation die Rede. Ebenso offen ist, wann Zoma nach der notwendigen Rehabilitation wieder vollständig mit der Mannschaft trainieren kann. Eine konkrete Rückkehr für den ersten Spieltag des neuen Jahres lässt sich aus der bisherigen Prognose nicht ableiten.
Sportvorstand Joti Chatzialexiou sicherte dem Offensivspieler die Unterstützung des Vereins zu und verwies zugleich auf die Qualität der übrigen Mannschaft. Damit setzt die Vereinsführung zunächst auf Lösungen im vorhandenen Kader.
Zoma gehört zu den auffälligsten Nürnberger Spielern der laufenden Saison. Die offizielle Ligastatistik führt für ihn sieben Treffer aus sieben Zweitligaeinsätzen auf. Eine Torvorlage ist dort bislang nicht verzeichnet. Damit ist der 22-Jährige der erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft. Seine Schnelligkeit und seine Läufe in die Tiefe gehören zu den Eigenschaften, die Nürnbergs Angriffsspiel geprägt haben.
Der in Merate geborene Offensivspieler besitzt die italienische und die ivorische Staatsangehörigkeit. Im Oktober 2026 kehrte er außerdem von seinem ersten Einsatz bei der italienischen Nationalmannschaft nach Nürnberg zurück. Beim Club wird er vor allem über die linke Seite eingesetzt, obwohl ihn der Verein allgemein als Angreifer führt.
Der Club verpflichtete Zoma im August 2025 vom italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe. Schon dort hatte er mit Toren und Vorlagen auf sich aufmerksam gemacht. In seiner letzten Saison in Italien erzielte er nach Vereinsangaben 13 Tore in 35 Spielen und bereitete acht Treffer vor. In seiner ersten Nürnberger Zweitligasaison 2025/26 kam er auf 14 Tore und vier Vorlagen in 29 Partien.
Auch bei der Kaderplanung hatte Zoma zuletzt eine wichtige Rolle gespielt. Im Sommer 2026 entschied sich der Verein, den Angreifer weiterhin in Nürnberg zu halten. Sportvorstand Chatzialexiou bestätigte damals seinen Verbleib. Die aktuelle Verletzung trifft damit einen Spieler, auf den der Club auch in der laufenden Saison ausdrücklich setzte.
Ein einzelner Spieler soll Zomas Aufgaben nicht vollständig übernehmen. Klose erklärte bei seinem Medienauftritt am 22. Oktober, dass sich die Qualitäten des Verletzten nicht unmittelbar durch einen anderen Profi ersetzen ließen. Er verwies stattdessen auf Rayan Ghrieb, William Bøving und Rafael Lubach. Alle drei bringen unterschiedliche Möglichkeiten für die Besetzung der offensiven Positionen mit.
Bøving übernahm beim verletzungsbedingten Wechsel in Cottbus unmittelbar Zomas Platz auf dem Feld. Ghrieb hatte die Partie bereits auf der rechten Angriffsseite begonnen, Lubach wurde später eingewechselt. Damit hat Klose mehrere Spieler zur Verfügung, die schon zuletzt in seiner Offensive zum Einsatz kamen. Welche Besetzung er künftig bevorzugt, hat er nicht verbindlich festgelegt.
Bereits zu Beginn der Trainingswoche hatte Klose betont, dass nun andere Spieler ihre Fähigkeiten stärker einbringen müssten. Er äußerte Vertrauen in die Mannschaft und in deren Möglichkeiten, den Ausfall gemeinsam aufzufangen. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag unterstrich er erneut, dass die verbleibenden Offensivkräfte unterschiedliche Stärken besitzen und zusätzliche Einsatzzeiten erhalten könnten.
Der Trainer arbeitet seit Juni 2024 beim Club. Im Februar 2026 verlängerte Nürnberg seinen Vertrag. Unter seiner Leitung hat sich Zoma zu einem der wichtigsten Offensivspieler entwickelt. Die Aufgabe besteht nun darin, die bislang erfolgreiche Angriffsarbeit auf mehrere Spieler zu verteilen.
Zoma ist nicht der einzige Nürnberger Profi, der zuletzt im Mannschaftstraining fehlte. Am Dienstag konnten laut Vereinsangaben auch Finn Becker und Adriano Grimaldi wegen Verletzungen nicht mit der Gruppe trainieren. Bei Winners Osawe reichte es nach einem Schlag aus einem Spiel der zweiten Mannschaft lediglich für individuelles Training.
Adam Markhiyev absolvierte zeitweise ein reduziertes Programm, während Mikayil Faye wieder mit der Mannschaft trainierte. Für Markhiyev wurde am Donnerstag bereits eine Einsatzmöglichkeit gegen Kaiserslautern gemeldet. Aus den Trainingsmeldungen ergibt sich allerdings nicht automatisch, dass alle anderen genannten Spieler auch für die nächste Partie ausfallen. Der Club hatte für sie unterschiedliche Belastungsstände beschrieben.
In der Offensive verfügt Klose weiterhin über mehrere Spieler, die auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können. Allerdings unterscheidet sich Zoma insbesondere durch seine Kombination aus Geschwindigkeit, Durchsetzungsvermögen und Torgefahr von anderen Optionen. Deshalb dürfte Nürnberg den längerfristigen Ausfall nicht allein durch einen personellen Wechsel auf derselben Position auffangen.
Der 1. FC Nürnberg steht vor dem nächsten Spiel auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga und hat nach acht Spieltagen 18 Punkte gesammelt. Das Team ist in der laufenden Ligasaison noch ungeschlagen. In dieser sportlichen Ausgangslage verliert der Club vorübergehend seinen besten Torschützen.
Sein nächster Gegner ist am 24. Oktober der 1. FC Kaiserslautern. Für die Nürnberger Mannschaft geht es in den kommenden Wochen vor allem darum, trotz der langen Pause ihres wichtigsten Torjägers mehrere verlässliche Wege zum Tor zu finden.
Klose hat dafür verschiedene personelle Möglichkeiten genannt, aber noch keine dauerhafte Lösung festgelegt. Während Zoma seine Verletzung auskurieren muss, können sich andere Offensivspieler für zusätzliche Einsatzzeiten empfehlen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie gut Nürnberg die Aufgaben des italienischen Nationalspielers innerhalb der Mannschaft verteilen kann.
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