Studie verbindet tägliche Zuckergetränke mit höherem Magenkrebsrisiko

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Eine neue Auswertung zweier großer US-Langzeitstudien weist auf einen Zusammenhang zwischen häufigem Konsum zuckerhaltiger Getränke und einem erhöhten Risiko für Magenkrebs hin. Die Untersuchung mit dem Titel Association between sugar-sweetened and artificially sweetened beverage intake and gastric cancer incidence wurde im Fachjournal Gastro Hep Advances veröffentlicht. Beteiligt waren Forschende um Tae-Geun Gweon und den Epidemiologen Andrew T. Chan vom Mass General Brigham Cancer Institute.

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Ausgewertet wurden Daten aus der Nurses‘ Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study. In die Analyse gingen insgesamt 112.284 Frauen und Männer ein. Die Beobachtungsdaten reichten bis 2022 zurück, wobei die Ernährungs- und Gesundheitsinformationen der Kohorten über Jahrzehnte wiederholt erhoben wurden. Im untersuchten Zeitraum wurden 278 Fälle von Magenkrebs dokumentiert. Damit blieb die Erkrankung in der gesamten Studienpopulation selten.

Zuckerhaltige Getränke und Magenkrebs: 2,45-faches relatives Risiko

Das auffälligste Ergebnis betraf Teilnehmende, die mindestens eine Portion eines zuckerhaltigen Getränks pro Tag konsumierten. Ihr relatives Risiko für Magenkrebs lag nach statistischer Berücksichtigung verschiedener möglicher Einflussfaktoren 2,45-mal so hoch wie bei Personen, die solche Getränke seltener als einmal im Monat tranken. Als zuckerhaltige Getränke galten unter anderem reguläre kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, Fruchtgetränke, Limonaden und Sportgetränke.

Bei Frauen aus der Nurses‘ Health Study war ein Konsum von mehr als einem zuckerhaltigen Getränk täglich mit einem 3,04-fach höheren relativen Risiko verbunden als ein sehr seltener Konsum. Auch bei Männern zeigte sich nach Angaben der Forschenden ein positiver Zusammenhang. Zusätzlich war eine höhere Aufnahme von Fruktose mit einer höheren Magenkrebsinzidenz verbunden.

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Die Zahlen beschreiben relative Unterschiede und dürfen nicht mit dem absoluten Erkrankungsrisiko verwechselt werden. Insgesamt traten unter 112.284 Teilnehmenden 278 Magenkrebsfälle auf. Das entspricht über den gesamten Beobachtungszeitraum rund 0,25 Prozent der untersuchten Personen. Daraus lässt sich jedoch kein absolutes Risiko speziell für tägliche Konsumenten ableiten, weil dafür die Fallzahlen und Personenzahlen der einzelnen Konsumgruppen benötigt werden.

Keine entsprechende Verbindung bei künstlich gesüßten Getränken

Für künstlich gesüßte Getränke fanden die Forschenden nach Anpassung an andere Einflussfaktoren keinen vergleichbaren Zusammenhang mit der Magenkrebsinzidenz. In der Studie wurden darunter vor allem kalorienarme kohlensäurehaltige Getränke verstanden. Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass künstlich gesüßte Getränke generell gesundheitlich unbedenklich sind. Untersucht wurde hier ausschließlich ihr statistischer Zusammenhang mit dem Auftreten von Magenkrebs.

Ein besonderer Unsicherheitsfaktor betrifft Helicobacter pylori. Eine Infektion mit diesem Bakterium gilt als wichtiger Risikofaktor für Magenkrebs. Angaben zum Infektionsstatus lagen in der aktuellen Untersuchung nur für eine Untergruppe von 940 Personen vor. Etwas mehr als ein Drittel dieser Teilnehmenden zeigte Hinweise auf eine Infektion. Innerhalb dieser Teilanalyse fand sich kein Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und einer Helicobacter-pylori-Infektion.

Beobachtungsstudie kann keine Ursache nachweisen

Die Untersuchung kann nicht belegen, dass zuckerhaltige Getränke Magenkrebs verursachen. Bei der Nurses‘ Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study handelt es sich um prospektive Beobachtungsstudien. Die Forschenden können zahlreiche Faktoren wie Ernährung, Lebensstil oder Körpergewicht statistisch berücksichtigen. Trotzdem lässt sich nicht ausschließen, dass weitere Unterschiede zwischen Menschen mit hohem und niedrigem Getränkekonsum einen Teil des beobachteten Zusammenhangs erklären.

Die Studienautoren weisen selbst darauf hin, dass nur begrenzte Informationen zum Helicobacter-pylori-Status sowie zur familiären Vorbelastung für Magenkrebs vorlagen. Zudem waren die Teilnehmenden überwiegend weiß. Ob die Ergebnisse in ethnisch vielfältigeren Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise gelten, ist deshalb nicht geklärt. Auch Ernährungserhebungen über Fragebögen sind grundsätzlich mit Messfehlern verbunden, weil Konsummengen nicht vollkommen exakt erfasst werden können.

Frühere Studien lieferten kein einheitliches Bild

Die neue Untersuchung erweitert einen bislang uneinheitlichen Forschungsstand. Zuckerhaltige Getränke wurden in früheren Beobachtungsstudien bereits mit verschiedenen Erkrankungen und mit einzelnen Krebsarten in Verbindung gebracht. Für Magenkrebs waren die Daten bislang jedoch begrenzt. Eine 2023 veröffentlichte prospektive Studie aus Japan mit 74.455 Teilnehmenden und 2.141 Magenkrebsfällen fand beispielsweise keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und dem Magenkrebsrisiko.

Auch frühere systematische Übersichten kamen für Magenkrebs nicht zu einem eindeutigen Ergebnis. Die nun veröffentlichte US-Auswertung liefert deshalb ein neues Signal, ersetzt aber keine Bestätigung durch weitere Kohorten. Unterschiede bei Ernährungsgewohnheiten, Bevölkerungsstruktur, Helicobacter-pylori-Verbreitung und der Zusammensetzung der konsumierten Getränke können Ergebnisse zwischen Ländern beeinflussen.

Die gemessene Risikoerhöhung ist ein epidemiologischer Zusammenhang und kein Nachweis einer Ursache-Wirkung-Beziehung. Die Forschenden selbst sehen weiteren Forschungsbedarf, um das Ergebnis in anderen Bevölkerungsgruppen zu überprüfen und mögliche biologische Mechanismen zu untersuchen.

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