
Rolf Zuckowski ist für sein langjähriges Engagement für die niederdeutsche Sprache ausgezeichnet worden. Der Hamburger Musiker erhielt am Samstag, 26. September 2026, den Quickborn-Preis 2026 der Quickborn-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur. Die Preisverleihung fand im Lichtwarksaal der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg statt. Gewürdigt wurden insbesondere die niederdeutschen Teile seines musikalischen Werks sowie Projekte seiner Stiftung „Kinder brauchen Musik“.
Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert. Nach Angaben des NDR soll das Preisgeld der Stiftung „Kinder brauchen Musik“ und deren plattdeutschen Klassenreisen zugutekommen. Überreicht wurde der Preis von Sylvia Pein-Dethloff, der Vorsitzenden der Hamburger Quickborn-Vereinigung. Zuckowski reagierte bei der Feier mit den Worten: „So veel Ehr… Mi fehlt de Wöör!“
Der Quickborn-Preis zeichnet besondere Leistungen für die niederdeutsche Sprache und Literatur sowie für volkskundliche Forschung aus. Er kann zudem für organisatorische und kulturelle Verdienste vergeben werden, die dazu beitragen, niederdeutsche Sprache und Kultur lebendig zu halten. Über die Preisträger entscheidet ein Kuratorium der Quickborn-Vereinigung. Die Ehrung wird nach Angaben des Vereins seit Jahrzehnten im Zweijahresrhythmus vergeben, unterbrochen von einer längeren Pause zwischen den 1980er- und frühen 1990er-Jahren.
Zu den dokumentierten früheren Preisträgern gehören Rudolf Kinau 1962, Wilhelmine Siefkes 1970, Johann D. Bellmann 1982, Friedrich W. Michelsen 1994, Peter Nissen und Hartmut Cyriacks 2012 sowie Heinrich Thies 2020. 2022 ging der Preis an Christa Heise-Batt, 2024 an das Verlegerehepaar Gesche und Peer-Marten Scheller. Als erster Preisträger wird in der offiziellen Liste der Vereinigung Paul Selk für das Jahr 1960 geführt.
Die Quickborn-Vereinigung selbst wurde 1904 gegründet. Ihr Ziel ist die Pflege und Weitergabe des Niederdeutschen. Neben Veranstaltungen gibt der Verein eine Zeitschrift mit niederdeutscher Literatur, Aufsätzen, Rezensionen und Nachrichten heraus.
Die Zusammenarbeit Rolf Zuckowskis mit der Finkwarder Speeldeel reicht bis in die Mitte der 1970er-Jahre zurück. Die Quickborn-Vereinigung datiert den Beginn seines Engagements auf 1975. Zuckowski schrieb damals neue niederdeutsche Lieder für das Hamburger Traditionsensemble und blieb der Gruppe über Jahrzehnte verbunden. Auch seine eigene Biografie führt für 1975 den Beginn der Zusammenarbeit mit der Finkwarder Speeldeel und erste Produktionen mit der Lütt Speeldeel auf.
Das erste gemeinsame Album „Hüt is hüt“ erschien 1976 bei Polydor. Darauf finden sich unter anderem „Hüt is hüt“, „Fohr mol wedder de Ilv lang“ und „Mudder un Vadder goht ut“. Der NDR nennt außerdem „Un wenn de Wind dreiht“ als eines der frühen Stücke aus dieser Zusammenarbeit.
Weitere Veröffentlichungen folgten. „Advent an de Waterkant“ erschien 1979 ebenfalls bei Polydor und enthält unter anderem „Wiehnacht Wat Büst Du“ sowie „Dat Joahr Geiht Toinn“. Das Album „Bi uns an de Küst“ kam 1980 bei Polydor heraus. Zu den später besonders bekannten plattdeutschen Titeln aus Zuckowskis Arbeit mit der Speeldeel gehören außerdem „Snack mol wedder Platt“ und „Bi uns in Finkwarder“.
1989 entstand zum 800. Hamburger Hafengeburtstag außerdem das Album „HH“ mit der Finkwarder Speeldeel. Zuckowskis offizielle Biografie führt die Produktion als weiteren wichtigen Abschnitt seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Ensemble.
Ein weiterer Grund für die Auszeichnung ist Zuckowskis Stiftung „Kinder brauchen Musik“. Sie fördert musikalische Projekte für Kinder und verbindet Musik unter anderem mit Theater und Bewegung. Nach eigenen Angaben unterstützt die Stiftung auch integrative und grenzüberschreitende Vorhaben.
Zum Programm gehören die „Klassenreisen zur Musik“. Bei der plattdeutschen Variante entwickeln Kinder während einer mehrtägigen Reise gemeinsam ein musikalisches Bühnenprojekt auf Niederdeutsch. Musik und Theater sollen ihnen dabei einen Zugang zur Regionalsprache ermöglichen. Solche Projekte fanden unter anderem im Schullandheim Hoisdorf und im Töverhuus in Klein Nordende statt. Teile der Musik stammen aus dem niederdeutschen Lehrwerk „Fietje“ und von Zuckowski.
Die Quickborn-Vereinigung nennt gerade diese Verbindung von Musik, Kindern und niederdeutscher Sprache als wesentlichen Grund für die Ehrung. Zuckowski erreiche mit seinen Liedern und Projekten nicht nur Erwachsene, sondern bringe das Plattdeutsche auch in Schulen und Familien.
Überregional wurde Zuckowski vor allem als Komponist und Interpret von Kinder- und Familienliedern bekannt. 1978 erschien „Rolfs Vogelhochzeit“, 1979 folgte „Rolfs Schulweg-Hitparade“. Anfang der 1980er-Jahre wurde er mit Produktionen wie „Radio Lollipop“ und „Lieder, die wie Brücken sind“ einem breiten Publikum bekannt. Zu seinen besonders populären Liedern zählen „Die Jahresuhr“, „Wie schön, dass du geboren bist“ und „In der Weihnachtsbäckerei“.
Auch staatliche und musikalische Auszeichnungen begleiteten seine Karriere. 1994 erhielt Zuckowski den damaligen deutschen Musikpreis Echo. 2005 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2018 folgte das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für sein langjähriges Engagement für Kinder und musikalische Bildung.
Mit dem Quickborn-Preis steht nun ein Teil seines Werks im Mittelpunkt, der außerhalb Norddeutschlands weniger stark mit seinem Namen verbunden wird. Seine Zusammenarbeit mit der Finkwarder Speeldeel besteht seit rund fünf Jahrzehnten. Bei der Preisverleihung sang Zuckowski gemeinsam mit Kindern der Lütt Finkwarder Speeldeel erneut „Snack mol wedder Platt“.






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