Michael Burry 2026: KI-Wetten und neue Strategie im Depot

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Michael Burry 2026 überrascht erneut die Börsen: Der als Big-Short-Investor bekannte Hedgefondsmanager setzt mit Puts massiv gegen Palantir und NVIDIA, kauft gleichzeitig aber günstig bewertete Software-Aktien ein. Parallel warnt er vor einer 1,7-Billionen-Dollar-Illusion in den Büchern der größten Tech-Konzerne der Welt.

Michael Burry 2026: Wette gegen Palantir und NVIDIA

Burrys Fonds Scion Asset Management hält derzeit Put-Optionen auf Palantir Technologies (PLTR). Die Scheine laufen bis Dezember 2026 mit einem Ausübungspreis von 100 Dollar sowie bis Juni 2027 mit einem Strike von 50 Dollar. Das bedeutet: Burry erwartet, dass die Palantir-Aktie bis Ende 2026 unter die Marke von 100 Dollar und bis Mitte 2027 sogar unter 50 Dollar fallen wird. Wer die jüngste Kursralley der KI-Datenfirma verfolgt hat, versteht, warum diese Wette kontrovers diskutiert wird. Palantir hatte sich in den vergangenen zwei Jahren mit über 1.400 Prozent Kursgewinn zu einem der größten Profiteure des KI-Booms entwickelt. Burry hält den aktuellen Kurs für fundamental nicht gerechtfertigt. Zusätzlich zu den Palantir-Puts hat Scion Asset Management neue Positionen auf Put-Optionen gegen NVIDIA aufgebaut. Auch hier sieht Burry eine KI-getriebene Überbewertung, die er als nicht nachhaltig einschätzt. Die Parallelen zu seinem berühmten Wetten gegen den US-Immobilienmarkt vor 2008 liegen für viele Beobachter auf der Hand. Damals war Burry einer der wenigen, der das Platzen der Subprime-Blase früh erkannte.

Gleichzeitig kauft Michael Burry 2026 Software-Aktien günstig ein

Was die aktuelle Strategie von Burry besonders interessant macht: Er wettet nicht nur auf fallende Kurse bei KI-Hochfliegern, sondern kauft gleichzeitig Aktien, die seiner Meinung nach zu stark abgestraft wurden. Im Fokus stehen Salesforce (CRM), Adobe (ADBE), Autodesk (ADSK) und Veeva Systems (VEEV). Diese Unternehmen haben nach einem KI-getriebenen Ausverkauf deutliche Verluste erlitten, weil Anleger Kapital aus klassischer Enterprise-Software in Richtung KI-Infrastruktur umschichteten. Burry sieht darin eine Chance. Er argumentiert, der jüngste Kursrückgang bei diesen Titeln sei nicht durch schlechte Geschäftszahlen begründet, sondern durch Verkaufsdruck aus dem Bereich der privaten Kreditfonds sowie durch allgemeine Makro-Ängste. Ähnliche Bewertungsfragen stellen sich auch bei der Nvidia-Aktie, die trotz Rekordzahlen unter Druck steht — ein Thema, das viele Anleger derzeit beschäftigt. Das Gesamtportfolio von Scion Asset Management umfasst aktuell etwa 68 Millionen Dollar. Die größte offengelegte Position ist Molina Healthcare, ein US-amerikanischer Krankenversicherer.

Burry warnt vor 1,7-Billionen-Dollar-Illusion in Tech-Bilanzen

Kern von Burrys Kritik ist eine weitreichende These über die Qualität der Tech-Gewinne. Nach eigenen Angaben hat er mehr als 1.000 Jahresberichte von Nasdaq-100-Unternehmen der vergangenen zehn Jahre ausgewertet. Das Ergebnis ist alarmierend: Wall Street habe die Gewinne der Tech-Konzerne systematisch um 42 Prozent zu hoch ausgewiesen. Konkret sollen 97 Technologieunternehmen im Nasdaq 100 in den vergangenen zehn Jahren nach GAAP-Rechnung 4,9 Billionen Dollar Nettogewinn ausgewiesen haben. Analysten, die aktienbasierte Vergütung (Stock-Based Compensation, kurz SBC) aus den Aufwandsposten herausrechnen, kamen dagegen auf 5,8 Billionen Dollar. Diese Differenz von rund 1,7 Billionen Dollar nennt Burry eine Earnings Illusion — eine Gewinnillusion. Betroffene Konzerne sind laut Burry unter anderem Meta, Datadog, Workday, Axon, Shopify und CrowdStrike. Auf jede GAAP-bewertete Gewinneinheit kämen Anleger tatsächlich nur auf 83,49 Cent tatsächlich abrufbaren Gewinn, so Burry. Wer in Tech-Aktien wie Tesla im Q1 2026 investiert ist, sollte diese Argumentation kennen.

Michael Burry 2026: SpaceX-Kritik und Ausblick

Neben seinem Investmentportfolio äußert sich Burry auch öffentlich zu Marktstruktur-Themen. So bezeichnete er den Vorschlag, SpaceX in den Nasdaq aufzunehmen, als das schamloseste Beispiel struktureller Marktmanipulation, das er je erlebt habe. SpaceX ist bislang nicht börsennotiert; eine Aufnahme in den Index würde das Unternehmen direkt in Millionen Indexfonds und ETFs bringen, ohne den regulären Börsengang-Prozess zu durchlaufen. Für Burry ist das ein Symptom eines Systems, das Bewertungen künstlich in die Höhe treibe. Die aktuelle Positionierung von Scion Asset Management lässt sich als eine Art Big Short 2.0 beschreiben: weniger ein einzelnes großes Wetten auf einen Markt-Crash, sondern eine differenzierte Strategie aus gezielten Short-Positionen in KI-Übertreibungen und Long-Positionen in fundamental soliden, aber vorübergehend abgestraften Titeln. Ob Burry erneut Recht behält, wird die Zeit zeigen. Sein Track Record macht ihn zu einer der meistbeachteten Stimmen in der globalen Investmentszene.

Quellen: Yahoo Finance, Moneywise, Motley Fool, CNBC, ForeignPolicyJournal, Benzinga

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