
Münster. Antisemitismus von links, Provokation von rechts und religiöser Fundamentalismus im Verborgenen: Der Verfassungsschutzbericht NRW 2025 rückt Münster gleich mehrfach ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In nahezu allen Phänomenbereichen führen die Sicherheitsbehörden Münster mittlerweile als Schauplatz extremistischer Strukturen auf.
An prominentester Stelle erscheint Münster im Kapitel über Antisemitismus im Linksextremismus. Dort verweist der Bericht unter anderem auf einen Social-Media-Beitrag der Basisgruppe Münster der Linksjugend [’solid] aus dem September 2025. Nach Darstellung des Verfassungsschutzes wurden darin Zionisten als Rassisten bezeichnet. Zudem sei Israel unterstellt worden, Minderheiten generell vertreiben zu wollen.
Im selben Themenfeld nennt der Verfassungsschutz auch „Aufbruch Münster“ als Teilorganisation der Roten Jugend Deutschland. Der Bericht schreibt, die Gruppe beteilige sich nicht nur an pro-palästinensischen Demonstrationen in Münster, sondern solidarisiere sich mit Samidoun und betreibe eine konsequente Dämonisierung Israels. Brisant ist dabei vor allem der Verweis auf Samidoun: Das Netzwerk ist in Deutschland seit November 2023 verboten; Bundesinnenministerium und Verfassungsschutz begründen das unter anderem mit antisemitischer Agitation und Nähe zur PFLP, welche in der Vergangenheit Anschläge, Entführungen und Angriffe auf Zivilisten verübt oder unterstützt hat. Die Behörden ordnen „Aufbruch Münster“ zudem fest in eine überregionale, gewaltbereite oder zumindest verfassungsfeindliche Struktur ein.
Im Kapitel zum Rechtsextremismus beschreibt der Verfassungsschutz Münster als „Demonstrationsschwerpunkt“ der Partei Die Heimat NRW im Jahr 2025. Genannt werden die drei Versammlungen in den Monaten Mai, Juli und September, die für großen Wirbel und Gegenproteste sorgten. Als Anlass der ersten Demonstration führt der Bericht an, dass Rechtsextremisten das Oberverwaltungsgericht Münster kritisieren wollten, weil dort noch keine Entscheidung über die Grabgestaltung eines 2021 verstorbenen szenebekannten Rechtsextremisten anberaumt worden sei. Dass Münster hier auftaucht, ist vor allem deshalb relevant, weil der Bericht die Stadt als wiederkehrenden Ort rechtsextremistischer Mobilisierung im Jahr 2025 beschreibt.
In diesem Zusammenhang nennt der Bericht auch einen „Freundeskreis Siegfried Borchardt“. Zugleich heißt es, die eigentliche Organisation und Mobilisierung habe im Wesentlichen die Heimat Dortmund übernommen. Der Bericht trennt damit zwischen dem Versammlungsort Münster und der Struktur, die hinter der Mobilisierung gestanden haben soll.
Im Bereich Islamismus nennt der Verfassungsschutz Münster als einen von wenigen regionalen Schwerpunkten von Anhängern der Hizb ut-Tahrir in Nordrhein-Westfalen. Aufgeführt werden Duisburg, Essen, Dortmund und Münster. Der Bericht betont zugleich, dass es wegen des Verbots in Deutschland keine offiziellen Anlaufstellen gebe und sich Anhänger in abgeschotteten, konspirativen Kleingruppen träfen. Warum das aus Sicht der Sicherheitsbehörden schwer wiegt, erklärt der Verfassungsschutz selbst: Hizb ut-Tahrir lehnt Demokratie ab, propagiert ein Kalifat auf Grundlage der Scharia und ist antisemitisch ausgerichtet.
Außerdem taucht Münster im Abschnitt zur Muslimbruderschaft auf. Dort heißt es, Einflüsse der Muslimbruderschaft seien in Nordrhein-Westfalen unter anderem in der Ar-Rahman-Moschee in Münster feststellbar, die vom Islamischen Kulturzentrum in Münster e.V. betrieben werde. Weitere Einzelheiten zu Münster nennt der Bericht an dieser Stelle nicht. Die Muslimbruderschaft ist eine islamistische Organisation, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung zugunsten eines Staates nach den Regeln der Scharia abschaffen will.
Auch ein älterer Fall wird im Bericht aufgegriffen. Demnach sei die Fatime Versammlung e.V., bekannt als Imam-Mahdi-Zentrum in Münster, im März 2022 durch den nordrhein-westfälischen Innenminister verboten worden. Laut Verfassungsschutz seien die Aktivitäten der Hizb-Allah-nahen Kreise dadurch deutlich zurückgedrängt worden. Für 2025 verzeichnet der Bericht in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mit erkennbarem Bezug zur Hizb Allah.
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