Bombe Hameln: Weltkriegsbombe entschärft – 8.500 Menschen evakuiert

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bei Bauarbeiten auf dem Parkplatz der BHW-Bausparkasse an der Springer Landstraße (B217) in Hameln ist am Sonntag eine Weltkriegsbombe entdeckt worden. Der Blindgänger mit einem Gewicht von rund 1.000 Kilogramm lag in zehn Meter Tiefe und traf beim Aufprall auf Felsen – ein Mechanismus, der die Zündung vor mehr als 81 Jahren verhinderte. Nach stundenlangen Vorbereitungen konnte der Kampfmittelräumdienst die Bombe erfolgreich entschärfen. Die rund 8.500 evakuierten Anwohner durften ab 17:15 Uhr in ihre Häuser zurückkehren.

Fund und Bergung: Zehn Meter unter der Erde

Die Bombe wurde im Zuge von Tiefbauarbeiten auf dem Firmenparkplatz der BHW-Bausparkasse entdeckt, die direkt an der Bundesstraße 217 liegt. Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Blindgänger um eine amerikanische Fliegerbombe handelt, wie sie von Bomberverbänden des Typs B-17 oder B-24 im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden sein sollen. Die genaue Herkunft konnte vor Ort nicht abschließend geklärt werden. Der Aufschlag auf den harten Felsuntergrund vor über acht Jahrzehnten hatte die Zündkapseln so stark beschädigt, dass die Bombe damals nicht detonierte und seitdem in zehn Meter Tiefe vergraben blieb. Erst die aktuellen Tiefbauarbeiten brachten den Blindgänger wieder ans Licht. Im Inneren des Sprengkörpers befanden sich nach Schätzungen der Fachleute noch rund 450 Kilogramm Sprengstoff.

Großeinsatz: 8.500 Menschen mussten die Sperrzone verlassen

Wegen der erheblichen Sprengkraft des Blindgängers wurde ein Sicherheitsradius von 1,5 Kilometern rund um den Fundort eingerichtet. Innerhalb dieses Bereichs mussten die Bewohner der Stadtteile Afferde, Rohrsen, Am Basberg und Hottenbergsfeld ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Insgesamt waren rund 8.500 Menschen von der Evakuierungsanordnung betroffen. Die Räumung verlief nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle. Für Personen ohne eigene Unterkunftsmöglichkeit richtete die Stadt Hameln eine Notunterkunft ein. Solche großangelegten Einsätze erfordern eine enge Koordination zwischen Polizei, Feuerwehr, dem städtischen Ordnungsamt sowie den Kampfmittelräumspezialisten des Landes Niedersachsen.

Experte Thorsten Lüdecke: 2,5 Stunden Vorbereitung, 30 bis 40 Minuten Entschärfung

Der leitende Kampfmittelräumer Thorsten Lüdecke beschrieb den Einsatz nach der erfolgreichen Entschärfung als technisch anspruchsvoll, aber planmäßig verlaufen. Für die Vorbereitungsarbeiten veranschlagte sein Team rund 2,5 Stunden: Dabei musste die Bombe zunächst vollständig freigelegt, der Bereich gesichert und der Zünder eingehend untersucht werden. Die eigentliche Entschärfung dauerte anschließend noch einmal rund 30 bis 40 Minuten. Lüdecke betonte, dass die Tieflage der Bombe und der harte Felsuntergrund die Arbeiten zwar erheblich erschwert hätten, genau dieser Umstand aber auch dafür gesorgt habe, dass die Bombe über 81 Jahre lang unentdeckt geblieben und nicht explodiert war. Gegen 17:00 Uhr gab der Kampfmittelräumdienst schließlich Entwarnung: Der Blindgänger war erfolgreich unschädlich gemacht worden.

Verkehrschaos: B1, B217 und zwei Bahnstrecken gesperrt

Der Bombenentschärfungseinsatz sorgte stundenlang für erhebliche Verkehrsbehinderungen in Hameln und der gesamten Region. Sowohl die Bundesstraße 1 als auch die Bundesstraße 217 wurden im Bereich der Sperrzone vollständig gesperrt. Autofahrer mussten weiträumige Umleitungen in Kauf nehmen. Niedersachsen ist in diesem Frühjahr immer wieder von größeren Verkehrssperrungen betroffen – so sorgte zuletzt auch die A7-Vollsperrung bei Salzgitter für erhebliche Behinderungen auf den Straßen der Region. Besonders gravierend waren beim Einsatz in Hameln die Auswirkungen auf den Schienenverkehr: Die Bahnstrecken Hannover–Paderborn und Hildesheim–Löhne wurden während des gesamten Einsatzes unterbrochen. Züge der betroffenen Linien fielen aus oder wurden auf Alternativrouten umgeleitet. Die Deutsche Bahn empfahl Reisenden, sich rechtzeitig über aktuelle Verbindungsalternativen zu informieren. Ab 17:15 Uhr wurden die Sperrmaßnahmen schrittweise aufgehoben, sodass Anwohner und Verkehrsteilnehmer in den Abendstunden wieder freie Fahrt hatten.

Quellen: Polizei Hameln-Pyrmont, Stadtverwaltung Hameln, Deutsche Bahn AG (26. April 2026)

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