
Wer am Wochenende Amseln, Meisen, Spatzen oder Finken beobachtet, kann damit einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Die „Stunde der Gartenvögel“ läuft vom 8. bis 10. Mai 2026 und ist nach Angaben des NABU die 22. Ausgabe der bundesweiten Vogelzählung. Auch Menschen in Münster und NRW können sich beteiligen, indem sie eine Stunde lang Vögel in ihrer Umgebung zählen und die Beobachtungen anschließend melden.
Bei der Aktion geht es nicht um seltene Arten in abgelegenen Naturräumen, sondern um Vögel in der Nähe des Menschen. Gezählt werden kann deshalb am Balkonfenster, im Garten, auf einer Parkbank, im Innenhof oder an einem anderen festen Ort im Wohnumfeld. Entscheidend ist, dass die Beobachtung genau eine Stunde dauert und am Aktionswochenende vom 8. bis 10. Mai 2026 stattfindet. Danach können die Daten bis zum 18. Mai an den NABU übermittelt werden.
Damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben, gibt der NABU eine einfache Zählregel vor. Pro Vogelart wird nicht jede einzelne Sichtung addiert, sondern nur die höchste Zahl gleichzeitig beobachteter Tiere notiert. Wenn also zunächst zwei Haussperlinge zu sehen sind und später vier gleichzeitig auftauchen, wird für diese Art die Zahl vier gemeldet. Dadurch sollen Doppelzählungen vermieden werden, weil viele Gartenvögel während einer Stunde mehrfach wegfliegen und wieder zurückkehren.
Auch für Menschen ohne ornithologische Vorkenntnisse ist die Teilnahme ausdrücklich möglich. Der NABU stellt Online-Hilfen, Vogelporträts und die App „NABU-Vogelwelt“ bereit. Außerdem verweist der NABU NRW darauf, dass die Meldungen nach der Eingabe ausgewertet und mit früheren Ergebnissen verglichen werden können. Dadurch entsteht über die Jahre ein Bild davon, wie sich häufige Arten in Siedlungen, Gärten und Parks entwickeln.
Die NABU Mitmachaktion Münster ist Teil einer bundesweiten Datensammlung, die vor allem häufige Vogelarten im Siedlungsraum in den Blick nimmt. Gerade in Städten sind Gärten, Balkone, Parks, Friedhöfe und Grünflächen wichtige Lebensräume. Deshalb liefern auch Beobachtungen aus Münster Hinweise darauf, welche Arten im Alltag noch regelmäßig vorkommen und wo sich Veränderungen zeigen.
Der NABU beschreibt die Aktion als Citizen Science, also als Forschung mit Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger. Je mehr Menschen ihre Beobachtungen melden, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Für NRW nennt der Landesverband zudem die Möglichkeit, Daten nach Vogelart, Bundesland oder Landkreis auszuwerten. So lassen sich Entwicklungen nicht nur bundesweit, sondern auch regional besser nachvollziehen.
Im vergangenen Jahr beteiligten sich nach Angaben des NABU NRW bundesweit mehr als 57.000 Menschen an der Aktion. Sie meldeten rund 1,1 Millionen Vögel aus Gärten und Parks. In NRW kamen über 9.000 Teilnehmende aus rund 6.600 Gärten zusammen. Diese Zahlen zeigen, dass die Stunde der Gartenvögel längst nicht nur eine Naturbeobachtung für Einzelne ist, sondern eine große gemeinsame Datengrundlage für den Blick auf Gartenvögel NRW schafft.
In diesem Jahr richtet der NABU den Blick besonders auf Finkenarten. Hintergrund sind nach Angaben des Verbandes wiederholte Meldungen über tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze in den vergangenen Monaten. Weil die Tiere häufig an Futterstellen gefunden wurden, hält der NABU eine Ausbreitung von Trichomonaden für möglich. Diese einzelligen Parasiten können vor allem für Finken gefährlich werden.
Der NABU weist darauf hin, dass sich der Erreger unter anderem an Futterstellen und besonders an Wasserstellen verbreiten kann. Trinkwasser kann bei sommerlich warmen Temperaturen zum Risiko werden, weil der Erreger dort zeitweise überleben kann. Deshalb rät der Verband bei mehreren kranken oder toten Vögeln an einer Sommerfutterstelle dazu, das Füttern sofort bis zum nächsten Winter einzustellen und Vogeltränken zu entfernen.
Für die Vogelzählung bedeutet das: Wer in Münster Vögel zählen möchte, sollte nicht nur Arten und Zahlen notieren, sondern auch aufmerksam auf auffällige Beobachtungen achten. Die Stunde der Gartenvögel ersetzt zwar keine wissenschaftliche Untersuchung einzelner Krankheitsfälle, sie kann aber Hinweise darauf geben, ob bestimmte Arten seltener oder häufiger beobachtet werden. Gerade deshalb sind viele Meldungen aus unterschiedlichen Stadtteilen und Wohnlagen wichtig.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu