
Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Tod des zehnjährigen Jonathan Coulom steht Martin Ney in Frankreich vor Gericht. Der Prozess findet vor einem Schwurgericht in Nantes statt und ist bis zum 5. Juni 2026 angesetzt. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Ney habe den Jungen im Jahr 2004 entführt und getötet. Eine Entscheidung über diesen Vorwurf gibt es bislang nicht.
Martin Ney ist in Deutschland bereits rechtskräftig wegen dreier Morde an Jungen und zahlreicher Sexualdelikte verurteilt. Für das Verfahren in Frankreich gilt dennoch die Unschuldsvermutung. Ney bestreitet die Tat im Fall Jonathan Coulom.
Jonathan Coulom verschwand im April 2004 aus einem Ferienlager im westfranzösischen Saint-Brévin-les-Pins. Wochen später wurde seine Leiche in einem Teich bei Guérande entdeckt. Der Fall blieb lange ungeklärt und wurde in Frankreich zu einem der bekanntesten Cold Cases.
Erst Jahre später geriet Martin Ney stärker in den Fokus französischer Ermittler. Eine Rolle spielte dabei nach bisherigen Angaben unter anderem die Aussage eines Mithäftlings. Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellung lag zunächst nicht vor.
Das Landgericht Stade verurteilte Martin Ney 2012 zu lebenslanger Haft. Die Taten in Deutschland ereigneten sich über mehrere Jahre, unter anderem in Schullandheimen, Ferienlagern und Privathäusern. Der Name Maskenmann entstand, weil der Täter bei mehreren Taten maskiert und dunkel gekleidet auftrat.
Frankreich hatte Ney bereits 2021 zeitweise übernommen. Damals kehrte er später nach Deutschland zurück. Nun wird der Fall Jonathan Coulom vor Gericht verhandelt. Für die Familie des getöteten Jungen bedeutet der Prozess eine späte juristische Aufarbeitung eines Falls, der Frankreich seit 2004 beschäftigt.
Der Prozess ist bis zum 5. Juni angesetzt. Ob das Gericht bis dahin zu einem Urteil kommt, hängt vom Verlauf der Beweisaufnahme ab. Zu den genauen Hintergründen der Tat und zur Bewertung der einzelnen Indizien gibt es erst nach Abschluss des Verfahrens gesicherte gerichtliche Feststellungen.
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