
Reem Alabali Radovan rückt Deutschlands Entwicklungspolitik in einer Phase wachsender globaler Krisen neu aus. Die Bundesentwicklungsministerin nahm am 19. Mai 2026 an der Global Partnerships Conference in London teil. Dort warb sie für strategische Allianzen mit Ländern des Globalen Südens, mit Unternehmen und mit zivilgesellschaftlichen Organisationen. Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums ging es bei der Konferenz um wirksamere Partnerschaften, neue Finanzierungsmodelle und internationale Reformen. Parallel verschärft der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den politischen Druck auf internationale Gesundheitsvorsorge.
Die Londoner Konferenz steht für einen Kurs, den Alabali Radovan seit ihrem Amtsantritt als Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verfolgt. Deutschland will Entwicklungszusammenarbeit stärker an strategischen Partnerschaften ausrichten. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr nur klassische staatliche Hilfsprogramme, sondern Kooperationen zwischen Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Das BMZ verweist darauf, dass rund die Hälfte der etwa 500 Teilnehmenden der Konferenz aus dem Globalen Süden stammt. Deutschland unterstützt in diesem Rahmen den Equality Fund mit 18 Millionen Euro. Der Fonds soll Privatkapital, öffentliche Förderung und Investitionserlöse bündeln, um zivilgesellschaftliches Engagement in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt auf Frauenorganisationen und Gleichberechtigungsinitiativen.
Zeitgleich rückte Alabali Radovan den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda in den Mittelpunkt. Die Weltgesundheitsorganisation hatte den Ausbruch des Bundibugyo-Virus am 16. Mai 2026 zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Nach WHO-Angaben waren bis dahin in der Provinz Ituri acht laborbestätigte Fälle, 246 Verdachtsfälle und 80 mutmaßliche Todesfälle gemeldet worden. Auch Uganda bestätigte einen aus der Demokratischen Republik Kongo importierten Fall.
Das US-amerikanische CDC bestätigte am 19. Mai 2026 ebenfalls den Ausbruch in beiden Ländern und wies darauf hin, dass es sich um Ebola-Erkrankungen durch das Bundibugyo-Virus handelt. Für die USA bewertete die Behörde das Ausbreitungsrisiko zunächst als niedrig. Neuere Meldungen internationaler Nachrichtenagenturen nannten bereits deutlich höhere Zahlen bei Verdachtsfällen und Todesfällen. Unklar blieb zunächst, wie schnell sich die Lage weiter verändern würde.
Alabali Radovan kündigte deutsche Unterstützung in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern an. Nach Angaben des BMZ sollen 500 Schutzanzüge für medizinisches Personal ausgeliefert werden. Außerdem ist ein Schulungsprogramm zum sicheren Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen in Vorbereitung. Die Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit bereitet sich demnach auf einen Einsatz vor.
Damit verbindet die Ministerin akute Hilfe mit einer grundsätzlichen Botschaft: Pandemievorsorge ist Teil von Entwicklungspolitik. Frühwarnsysteme, Labore, geschultes medizinisches Personal und regionale Zusammenarbeit entscheiden darüber, ob Ausbrüche lokal begrenzt bleiben oder internationale Folgen bekommen.
Reem Alabali Radovan ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zuvor war sie Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus. Sie gehört der SPD an und sitzt seit 2021 im Deutschen Bundestag.
Ihr Ressort steht vor einer schwierigen Aufgabe. Globale Krisen nehmen zu, zugleich wächst in vielen Staaten der Druck auf öffentliche Haushalte. Die neue Ausrichtung deutscher Entwicklungspolitik soll daher stärker auf Wirksamkeit, gemeinsame Interessen und internationale Partnerschaften setzen. Die Ereignisse dieser Woche machen deutlich, wie eng diese Fragen miteinander verbunden sind: In London geht es um langfristige Finanzierungsmodelle, in Zentralafrika um schnelle Hilfe gegen einen gefährlichen Virusausbruch.
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