
In Münster wird eine Tagung im Atlantic-Hotel zum politischen Streitfall. Während die Hayek-Gesellschaft dort ihre Hayek-Tage 2026 ausrichtet, kündigt das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ Proteste direkt gegenüber dem Veranstaltungsort an. Im Zentrum steht der Vorwurf, der Hayek-Club Münsterland öffne mit seinen Netzwerken Schnittstellen nach rechts.
Die Protestversammlung soll am Freitag, 22. Mai 2026, um 17 Uhr auf der Bowl-Fläche gegenüber dem Atlantic-Hotel beginnen. Das Hotel an der Engelstraße 39 liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Dort sind für den 22. und 23. Mai die Hayek-Tage 2026 angekündigt.
Der Hayek-Club Münsterland bewirbt die Veranstaltung als „Fest der Freiheit“. In öffentlichen Ankündigungen ist von Debatten zu sozialen Fragen die Rede. Die Hayek-Gesellschaft führt die Tagung ebenfalls öffentlich in ihrem Veranstaltungskalender.
Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ kritisiert die Veranstaltung scharf. Aus Sicht der Organisatoren nehmen der Hayek-Club und die Hayek-Gesellschaft eine politische Scharnierfunktion zwischen bürgerlichen Akteuren und der extremen Rechten ein.
Diese Einordnung ist eine politische Bewertung des Bündnisses. Sie ist deshalb journalistisch als Vorwurf und nicht als feststehende Tatsache einzuordnen. Als Sprecher des Bündnisses wird Carsten Peters genannt.
Nach öffentlichen Ankündigungen sollen bei den Hayek-Tagen mehrere bekannte Personen auftreten. Genannt werden unter anderem Hans-Werner Sinn, Veronika Grimm, Olivier Kessler, Tom-Oliver Regenauer, Andreas Heusch und Volker Böhme-Neßler.
Außerdem sind Hayek-Medaillen für Veronika Grimm und Ron Paul sowie ein Netzwerkpreis für das Bündnis Redefreiheit angekündigt. Auf der Seite des Hayek-Clubs Münsterland werden Eintrittspreise zwischen 100 und 220 Euro genannt.
Das Münsteraner Bündnis verweist zur Begründung seiner Kritik auch auf frühere Veranstaltungen des Hayek-Clubs Münsterland. Dabei nennt es unter anderem eine Veranstaltung mit Michael Limburg in Roxel. Diese war unter dem Titel „Wasserdampf bestimmt Wetter und Klima: Freispruch für CO2“ angekündigt worden.
Limburg wird in mehreren öffentlichen Darstellungen dem Umfeld von EIKE zugerechnet. Lobbycontrol beziehungsweise Lobbypedia beschreibt EIKE als Verein, der den menschengemachten Klimawandel leugnet. Weitere Angaben zu früheren Einladungen des Hayek-Clubs, darunter zu Thilo Sarrazin, stammen aus der Mitteilung des Bündnisses und sollten vor Veröffentlichung zusätzlich unabhängig geprüft werden.
Nach Angaben des Bündnisses wurde auch der Geschäftsführer des Atlantic-Hotels angeschrieben. Darin habe man die eigene Sicht auf Hintergründe und Netzwerke des Hayek-Clubs dargestellt. Ob und wie das Hotel auf das Schreiben reagiert hat, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
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