Thailand nimmt längere Visafreiheit für Touristen zurück

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Thailand verschärft seine Einreiseregeln für viele internationale Besucher. Das Kabinett in Bangkok hat eine Reform der visafreien Einreise gebilligt, mit der die erst seit Juli 2024 geltende 60-Tage-Regelung für Reisende aus 93 Ländern und Gebieten wieder aufgehoben werden soll. Künftig soll für viele Touristen wieder eine visafreie Aufenthaltsdauer von 30 Tagen gelten. Die neuen Regeln treten 15 Tage nach ihrer Veröffentlichung in der Royal Gazette in Kraft. Ein konkretes Datum war zunächst nicht genannt.

60-Tage-Regel wird wieder gestrichen

Die bisherige Regelung hatte Thailand im Juli 2024 eingeführt, um den Tourismus nach den schwierigen Jahren der Pandemie weiter zu stärken. Offizielle thailändische Visainformationen nennen seitdem 93 Länder und Gebiete, deren Staatsangehörige für touristische Zwecke, bestimmte geschäftliche Kurzaufenthalte oder dringende kurzfristige Tätigkeiten bis zu 60 Tage visafrei einreisen konnten. Eine Verlängerung um bis zu 30 Tage war nach Ermessen der Einwanderungsbehörden möglich.

Mit dem neuen Kabinettsbeschluss wird diese 60-Tage-Ausnahme gestrichen. Der Generaldirektor der Konsularabteilung im thailändischen Außenministerium, Mungkorn Pratoomkaew, nannte als Gründe unter anderem Sicherheitsfragen, Gegenseitigkeit im internationalen Reiseverkehr und Überschneidungen verschiedener Visaregeln. Thailand will die Einreisebestimmungen damit vereinheitlichen und die Zahl parallel bestehender Ausnahmen reduzieren.

Deutschland voraussichtlich in der 30-Tage-Gruppe

Nach den bislang bekannten Angaben soll die 30-Tage-Ausnahme bestehen bleiben, allerdings nur noch für 54 statt zuvor 57 Länder und Gebiete. Welche drei Staaten oder Gebiete aus der 30-Tage-Gruppe herausfallen, war zunächst nicht vollständig benannt. Deutsche Reisende dürften nach den vorliegenden Angaben weiter visafrei einreisen können, dann aber nur noch für 30 Tage. Auch Österreich und die Schweiz werden in aktuellen Angaben als betroffen genannt.

Für Urlauber mit klassischen Aufenthalten dürfte die Änderung in vielen Fällen wenig praktische Folgen haben. Thailand verweist darauf, dass ein großer Teil der ausländischen Besucher deutlich kürzer bleibt als 30 Tage. Wer längere Reisen plant, etwa für ausgedehnte Rundreisen, Langzeitaufenthalte oder Arbeiten aus dem Ausland, muss künftig genauer prüfen, welche Visumkategorie infrage kommt.

Regierung verweist auf Missbrauch der langen Aufenthalte

Die thailändischen Behörden begründen die Rücknahme auch mit Missbrauch der längeren visafreien Aufenthalte. Genannt wurden illegale Aktivitäten und nicht touristische Nutzungen der 60-Tage-Regelung. Der neue 30-Tage-Status soll nach den bekannt gewordenen Angaben ausdrücklich touristischen Zwecken dienen.

Zugleich ordnet Thailand die Änderung in eine größere Neuordnung der Visapolitik ein. Neben der Streichung der 60-Tage-Regel soll es eine 15-Tage-Ausnahme für drei Länder oder Gebiete geben. Auch das Visa-on-Arrival-Programm soll deutlich reduziert werden. Die Details hängen von den endgültigen Durchführungsvorschriften ab.

Tourismus bleibt für Thailand wirtschaftlich zentral

Die Entscheidung fällt in einer Phase, in der Thailand weiter stark vom internationalen Tourismus abhängt. Vor der Pandemie zählte das Land 2019 knapp 40 Millionen ausländische Besucher. Der Sektor ist ein wichtiger Arbeitgeber und eine zentrale Einnahmequelle für die südostasiatische Volkswirtschaft.

Aktuell zeigen die Zahlen jedoch eine schwächere Entwicklung. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 17. Mai 2026 wurden 12,9 Millionen internationale Ankünfte gemeldet, ein Rückgang um 3,31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die staatliche Planungsbehörde erwartet für 2026 rund 32 Millionen ausländische Besucher. 2025 waren es etwa 33 Millionen.

Damit steht Thailand vor einem Balanceakt. Einerseits will das Land touristische Einnahmen sichern. Andererseits sollen Einreiseregeln enger gefasst werden, wenn längere visafreie Aufenthalte nicht mehr nur für klassische Reisen genutzt werden. Für Reisende aus Deutschland bleibt vor allem der Zeitpunkt der Umsetzung entscheidend. Bis zur Veröffentlichung im Amtsblatt gelten die bisherigen offiziellen Vorgaben weiter.

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