Stiftung sichert Sanierung des Lamberti-Brunnens in Münster

Die Rainer Scholze-Stiftung finanziert die Sanierung des Lamberti-Brunnens in Münster. Ab Juni beginnt der Rückbau.
Symbolbild mit KI erstellt

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Der Lamberti-Brunnen Münster wird ab Juni vollständig abgebaut und umfassend erneuert. Die Rainer Scholze-Stiftung übernimmt nach Angaben der Stadt die komplette Finanzierung der Sanierung. Damit ist eines der aufwendigsten Innenstadtprojekte rund um den Lamberti-Kirchplatz finanziell abgesichert. Stadt und Stiftung haben die entsprechende Vereinbarung am Mittwoch, 20. Mai 2026, unterzeichnet.

Rainer Scholze-Stiftung übernimmt die gesamten Kosten

Die Entscheidung ist für die Stadt Münster auch finanziell bedeutend. Die Kosten für die Sanierung werden auf rund 850.000 Euro geschätzt. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Rainer Scholze-Stiftung einen Teilbetrag übernimmt. Durch die inzwischen ausgeweitete Planung trägt die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Münster nun die vollständige Finanzierung.

Die Rainer Scholze-Stiftung ist in Münster keine unbekannte Förderinstitution. Sie ist seit 1997 als Stiftung anerkannt und verfolgt nach dem Stiftungsverzeichnis des Landes Nordrhein-Westfalen Zwecke in den Bereichen Kunst und Kultur sowie Wissenschaft und Forschung. Als Vorstandsmitglieder werden Dr. Karl Niehues und Luise Weber-Steinhaus geführt. Auch in anderen Zusammenhängen trat die Stiftung bereits als Förderin auf, unter anderem im Umfeld der Münster School of Design.

Für den Lamberti-Brunnen bedeutet die Zusage, dass die Sanierung nicht an der Kostenfrage hängen bleibt. Die Maßnahme ist deutlich umfangreicher geworden als zunächst vorgesehen. Der Brunnen muss vollständig abgebaut werden, weil in unmittelbarer Nähe ein Blindgänger-Verdacht besteht. Erst nach dem Rückbau können die betroffenen Flächen auf mögliche Kampfmittel untersucht werden.

Vorgeschichte reicht mehrere Jahre zurück

Die Sanierung des Lamberti-Brunnens hat eine längere Vorgeschichte. Der Brunnen war seit 2020 wegen technischer Defekte außer Betrieb. Im Jahr 2023 konnte er nach Arbeiten an Leitungen, Pumpen, Elektrik und Fugen vorübergehend wieder in Betrieb genommen werden. Schon damals war jedoch klar, dass diese Reparaturen keine dauerhafte Lösung darstellen.

Im September 2023 sagte die Rainer Scholze-Stiftung der Stadt bereits eine Förderung in Höhe von 370.000 Euro zu. Damals stand vor allem die technische Erneuerung des Brunnens im Mittelpunkt. Geplant waren Arbeiten am Leitungs- und Pumpensystem sowie Maßnahmen zum Erhalt des historischen Erscheinungsbildes.

Der entscheidende Einschnitt folgte mit dem Blindgänger-Verdacht am Lamberti-Kirchplatz. Dadurch änderte sich der Umfang der Maßnahme erheblich. Die Bezirksvertretung Münster-Mitte beschloss im März 2026 die erweiterten Planungen. Aus einer technischen Sanierung wurde ein Projekt mit vollständigem Abbau, Kampfmittelprüfung, Erneuerung der Brunnentechnik, Restaurierungsarbeiten und Wiederherstellung des Platzes.

Technik und Erscheinungsbild werden erneuert

Ein großer Teil der geschätzten Kosten entfällt auf die Brunnentechnik und die unterirdischen Anlagen. Geplant sind unter anderem neue Leitungen, ein erneuertes Pumpensystem und Arbeiten an der technischen Steuerung. Auch die sichtbaren Teile des Brunnens werden überarbeitet. Dazu gehören Steine, Skulpturen sowie der Abbau und spätere Wiederaufbau der Anlage.

Zugleich soll der Charakter des Brunnens erhalten bleiben. Der Lamberti-Brunnen gehört zu den prägenden Elementen auf dem Lamberti-Kirchplatz. Seine heutige Form geht auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Der ursprüngliche Brunnen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Heinrich Bäumer senior gestaltet und 1944 zerstört. Teile der alten Anlage befinden sich heute im Stadtmuseum Münster.

Nach Abschluss der Sanierung sollen auch die früher vorhandenen Fontänen wieder in Betrieb genommen werden. Wenn der Zeitplan hält, soll der erneuerte Lamberti-Brunnen im Sommer 2027 wieder sprudeln. Für die Innenstadt wäre das nicht nur die Rückkehr eines Wasserspiels, sondern auch die Wiederherstellung eines vertrauten Ortes am Rand des Prinzipalmarkts.

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