Mähfreier Mai: Warum der Rasen jetzt zum Insektenretter wird

Rasenmähen ist bei der Rasenpflege im Sommer ein wichtiger Baustein. Münster führt den Mähfreien Mai ein: Ab 2026 soll auf städtischen Flächen im Mai weniger gemäht werden. Ziel sind mehr Artenvielfalt und Klimaanpassung.
Foto: Ulrike Mai auf Pixabay

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Im Mai rufen Umwelt- und Naturschutzorganisationen Gartenbesitzer dazu auf, den Rasen möglichst selten oder gar nicht zu mähen. Die Aktion ist unter dem Namen „No Mow May“ bekannt geworden und wird in Deutschland auch als „Mähfreier Mai“ aufgegriffen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn der Rasen einige Wochen wachsen darf, können Pflanzen wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee und andere Wildblumen blühen. Für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten entsteht dadurch ein wichtiges Angebot an Pollen und Nektar. Gerade im Frühjahr benötigen viele Arten ausreichend Nahrung, um ihren Nachwuchs zu versorgen.

Warum kurzer Rasen für Insekten kaum hilft

Kurz geschorene Rasenflächen sehen für viele Menschen gepflegt aus, bieten für Insekten aber nur wenig Lebensraum. Naturschützer sprechen deshalb häufig von einer „grünen Wüste“. Gemeint sind Flächen, die zwar dicht und ordentlich wirken, aber kaum blühende Pflanzen enthalten. Der BUND Ostwestfalen-Lippe weist darauf hin, dass sich auf weniger stark gepflegten Rasenflächen schnell Blüten entwickeln können. Schon wenige Wochen ohne Mähen reichen oft aus, damit Wildpflanzen sichtbar werden und Insekten Nahrung finden. Besonders hilfreich sind Flächen, auf denen Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee und weitere Wildkräuter stehen bleiben dürfen.

Der mähfreie Mai ist nur ein Anfang

Der „No Mow May“ wurde durch die britische Organisation Plantlife bekannt gemacht. Inzwischen greifen auch NABU, BUND und weitere Umweltverbände die Idee auf. Allerdings betonen Naturschützer, dass ein einziger mähfreier Monat aus einem intensiv gepflegten Zierrasen nicht automatisch eine artenreiche Wiese macht. Wer dauerhaft etwas für Insekten tun möchte, sollte den Garten längerfristig naturnäher pflegen. Dazu gehört, nicht ständig sehr kurz zu mähen, auf starke Düngung zu verzichten und zumindest einzelne Bereiche wachsen zu lassen. So können sich mit der Zeit mehr Blühpflanzen ansiedeln.

Blühinseln statt komplett verwilderter Garten

Ein naturnaher Garten muss nicht ungepflegt wirken. Umweltverbände empfehlen nicht zwingend, die gesamte Fläche wachsen zu lassen. Oft reichen schon ungemähte Teilbereiche, Blühinseln, freigeschnittene Wege oder wildere Ecken. So bleibt der Garten nutzbar, während Insekten Rückzugsorte und Nahrung finden. Auch für Nutzpflanzen kann das hilfreich sein, denn viele Insekten tragen zur Bestäubung von Obstbäumen, Tomaten, Bohnen und anderen Pflanzen bei. Wer den Rasen im Juni wieder mäht, sollte möglichst abschnittsweise vorgehen. Teilflächen können länger stehen bleiben, damit Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nicht auf einen Schlag ihren Lebensraum verlieren.

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