
Die Schauspielerin Nastassja Kinski steht am Freitag erneut im Mittelpunkt einer Debatte über den Umgang mit älteren Filmaufnahmen, in denen sie als Minderjährige zu sehen war. Auslöser ist die Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai 2026 in Berlin. Dort wird Regisseur Wim Wenders mit dem Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie ausgezeichnet. Wenders zählt zu den international bekanntesten deutschen Filmemachern und wurde unter anderem durch Werke wie Paris, Texas, Der Himmel über Berlin und Perfect Days bekannt.
Im Umfeld dieser Auszeichnung wird nun wieder über Kinskis langjährige Forderung gesprochen, eine Szene aus Wenders‘ Film Falsche Bewegung von 1975 nicht weiter zu verbreiten. Die Szene gilt seit Jahren als problematisch, weil Kinski damals noch minderjährig war. Eine neue offizielle Entscheidung über den Umgang mit dem Film war zunächst nicht bekannt.
Nastassja Kinski hat nach übereinstimmenden Medienberichten seit längerer Zeit gefordert, eine umstrittene Szene aus Falsche Bewegung entfernen zu lassen. Der Film markierte Mitte der 1970er Jahre einen frühen Punkt in ihrer Karriere. Später wurde sie international bekannt, unter anderem durch Rollen in europäischen und amerikanischen Produktionen.
Nach Berichten unter Bezug auf die Süddeutsche Zeitung geht es Kinski nicht nur um eine persönliche Aufarbeitung, sondern auch um die Frage, wie Filmarchive, Rechteinhaber und Kultureinrichtungen heute mit Aufnahmen umgehen, die aus heutiger Sicht besonders sensibel bewertet werden. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Wenders am Abend in Berlin ausgezeichnet werden soll.
Die Deutsche Filmakademie hatte bereits im März mitgeteilt, dass Wim Wenders den Ehrenpreis 2026 erhält. Die Auszeichnung wird für besondere Verdienste um den deutschen Film vergeben. Die Akademie verweist dabei auf Wenders‘ jahrzehntelange Arbeit im deutschen, europäischen, amerikanischen und japanischen Kino.
Die Verleihung am 29. Mai wird in der ARD Mediathek live übertragen und später im Ersten gezeigt. Neben dem Ehrenpreis stehen die nominierten Filme des Jahres im Mittelpunkt. Die meisten Nominierungen erhielt In die Sonne schauen von Mascha Schilinski.
Der Fall Nastassja Kinski berührt eine größere Diskussion in der internationalen Filmbranche. Es geht um die Frage, wie mit Szenen umzugehen ist, die in früheren Jahrzehnten unter anderen künstlerischen und rechtlichen Maßstäben entstanden sind, heute aber die Rechte und das Selbstbestimmungsgefühl der Beteiligten berühren können.
Für Archive, Sender, Verleiher und Filmstiftungen entsteht daraus ein Spannungsfeld. Einerseits gelten Filme als kulturelle Werke und historische Dokumente. Andererseits können einzelne Szenen für Betroffene eine dauerhafte Belastung darstellen. Der aktuelle Fall zeigt, dass diese Fragen filmhistorisch, rechtlich, ethisch und medienpolitisch diskutiert werden.
Bis Freitag war öffentlich keine neue Vereinbarung bekannt, die den Streit um Falsche Bewegung abschließend regelt. Berichten zufolge werde Kinskis Anwalt für die Schauspielerin die Einwilligung zur Weiterverbreitung der Szene widerrufen. Ob und mit welchen Folgen ein solcher Schritt rechtlich wirksam wird, blieb zunächst offen.
Damit bleibt der aktuelle Nachrichtenkern vor allem die erneute Zuspitzung einer länger bekannten Forderung im zeitlichen Umfeld des Deutschen Filmpreises. Die Debatte bekommt zusätzliche Aufmerksamkeit, weil Wim Wenders ausgerechnet an diesem Abend für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu